Zytomegalie-Virus

Synonyme: CMV-Enzephalitis, CMV, CMV-Infektion, Speicheldrüsen-Virus-Krankheit, Einschlusskörperchenkrankheit

Definition

Zytomegalie-Virus

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Die akute Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus ist eine Entzündung des Gehirns durch Zytomegalie-Viren (CMV).


Ätiologie

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Die Ursachen der akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus sind:

  • Infektion durch Zytomegalievirus (CMV, Humanes Herpesvirus 5, DNA-Virus)
  • meist als opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Patienten

Infektionswege:

  • Schmier-/Tröpfcheninfektion
  • Bluttransfusionen/Transplantationen
  • sexuell
  • pränatal: diaplazentar

Risikofaktoren:

  • Malignome
  • erworbene (AIDS) bzw. angeborene Immunschwäche
  • Immunsuppression bei Z.n. Transplantation

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zur akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Hohe Durchseuchungsrate: 50% in Europa
  • konnatale CMV-Infektion als häufigste angeborene Virusinfektion

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Immunstatus?
  • vorausgegangene Viruserkrankung?
  • prädisponierende Vorerkrankung?
  • neurologische Ausfälle (Paresen, Missempfindungen)?
  • epileptische Anfälle?
  • Fieber?
  • Sehstörungen (Retinitis)?
  • Dyspnoe/Husten (Pneumonie)?
  • Lymphknotenschwellungen?
  • Sexualanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung
  • Labor: Leukopenie mit relativer Lymphozytose, Virus-/pp65-Antigen-/CMV-DNA-Nachweis im Urin/Blut/BAL, PCR aus EDTA-Blut, evtl. HIV-Test nach Einverständnis
  • Liquorpunktion: PCR, Virusisolierung, CMV-IgM
  • cMRT: periventrikuläres und subependymales Enhancement
  • EEG: evtl. schwere Allgemeinveränderungen
  • aufenärztliches Konsil: H.a. Retinitis?
  • evtl. Biopsie (Lunge, LK): typische "Eulenaugenzellen"

Klinik

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Die akute Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Bei immunkompetenten Patienten: in >90% symptomlos, allenfalls:

  • Lymphadenopathie
  • Müdigkeit über einige Wochen - Monate

Bei Patienten mit verminderter Immunkompetenz:

Neurologisch:

  • Meningoenzephalitis
  • nekrotisierende Ventrikulitis
  • Myelitis
  • Radikulitis

Opthalmologisch:

  • Retinitis (häufigste Manifestation bei AIDS)

Internistisch:

  • Myalgien, Arthalgien
  • Leuko-/Thrombopenie
  • interstitielle Pneumonie
  • Ösophagitis/Gastritis
  • Colitis mit Ukzera
  • Hepatitis

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus umfassen folgendes:

  • Ganciclovir 2 x 5mg/kgKG/d i.v. für 3 Wochen
  • alternativ/additiv: Foscarnet 3 x 60mg/kgKG/d langsam i.v. für 3 Wochen
  • bei AIDS-Patienten: Rezidivprophylaxe mit Ganciclovir

Komplikationen

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Bei der akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie- Virus kommen folgende Komplikationen vor:

  • postenzephalitisches Syndrom mit bleibenden neurologischen Defiziten
  • hirnorganisches Psychosyndrom

Zusatzhinweise

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Zur akuten Virusenzephalitis durch das Zytomegalie-Virus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2007) Gleixner C, Müller M, Wirth S - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach
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  4. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  5. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  6. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  7. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  8. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  9. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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