Zytomegalie

Synonyme: CMV-Infektion, Speicheldrüsen-Virus-Krankheit, Einschlusskörperchenkrankheit

Definition

Zytomegalie

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Zytomegalie ist eine Erkrankung, welche durch Infektion mit dem Zytomegalie-Virus hervorgerufen wird.


Ätiologie

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Ursache der Zytomegalie ist ein Virus:

  • Zytomegalie-Virus
  • DNA-Virus
  • aus der Familie der Herpesviridae
  • Virus persistiert nach Infektion in Zellen des Monozyten-Makrophagen-Systems
  • weltweit verbreitet
  • Übertragung über infizierten Speichel
  • Gefährdung für Fetus oder Neugeborenes nur bei Erstinfektion der Mutter
  • pränatale Infektion von Neugeborenen möglich
  • postnatale Infektion von Neugeborenen über Muttermilch, Speichel möglich

Epidemiologie

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  • Durchseuchung der Zytomegalie in Europa 50%
  • häufigste prä-und perinatale Virusinfektion
  • 0,1-0,5% aller Neugeborenen werden pränatal infiziert
  • 10% der infizierten Neugeborenen zeigen bei der Geburt oder Jahre später Symptome eines Zytomegalie-Virus-Syndroms

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Zytomegalie

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  • Bekannte Zytomegalie-Infektion vor Schwangerschaft?

Diagnostik

Zytomegalie

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Bei der Diagnose der Zytomegalie sind folgende Informationen von Bedeutung:
  • Ophthalmologische Untersuchung der Retina
  • Virusanzucht in Gewebekulturen
  • Zytologie (Urin bei Neugeborenen: typische Eulenaugenzellen)
  • Nachweis viraler Antigene mittels monoklonaler Antikörper
  • PCR-Nachweis des Virus
  • Röntgen: periventrikuläre Verkalkungen

Klinik

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Die Klinik der Zytomegalie umfasst:

Bei immunkompetenten Erwachsenen:

  • meist asymptomatisch

Bei Immungeschwächten und Neugeborenen:

  • generalisierte Verläufe möglich

Zytomegalie-Virus-Syndrom des Neugeborenen:

  • Innenohrschwerhörigkeit
  • Sprachstörungen
  • Zeichen eines frühkindlichen Hirnschadens
  • (Chorio-)Retinitis
  • Mikrozephalie
  • Hepatosplenomegalie
  • Ikterus
  • Thrombozytopenie
  • Petechien
  • Krampfanfälle
  • Anämie
  • Sepsis
  • Pneumonie
  • Mangelgeburt

Postnatale Zytomegalie des Neugeborenen:

  • interstitielle Pneumonie
  • Blutbildveränderungen
  • Retinitis
  • Sepsis
  • Fieber

Therapie

Zytomegalie

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Die Therapie der Zytomegalie besteht aus:
  • Sectio erwägenswert bei Primärinfektion einer Schwangeren im 1.-3. SSM
  • Neugeborenes: Ganciclovir i.v. 3-6 Wochen
  • Ganciclvir-i.v.-Therapie der Schwangeren nicht empfehlenswert

Komplikationen

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Komplikationen der Zytomegalie können sein:
  • Tod
  • Entwicklung der Symptome erst nach Jahren

Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zur Zytomegalie.


Literaturquellen

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  14. (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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