Zusatzblutungen

Synonyme: Spotting

Definition

Zusatzblutungen

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Zusatzblutungen sind zusätzlich zur Regel auftretende uterine Blutungen (meist schwach und kurz = "Schmierblutungen", "Spotting").


Ätiologie

Zusatzblutungen

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 mögliche Ursachen von Zusatzblutungen sind:

organisch bedingt (1):

  • Ektopie der Portio
  • Entzündungen (Kolpitis, Zervizitis, Endometritis)
  • Myome (bes. submukös)
  • Endometriose (Adenomyosis)
  • Polypen (Zervix, Korpus)
  • Karzinome von Zervix, Endometrium, Tuben 
  • Sarkome
  • Hypertonie
  • Gerinnungsstörungen
  • ektope Schwangerschaft
  • Verletzungen

funktionell bedingt:

  • prämenstruelle Schmierblutung:  Corpus-luteum-Insuffizienz oder (selten) Östrogenmangel in der 2. Zyklushälfte
  • postmenstruelle Schmierblutung: unmittelbar im Anschluss an die Menstruation od. nach 1-2täg. blutungsfreien Intervall:mangelhafte Regeneration des Endometriums durch Östrogenmangel am Zyklusbeginn oder verzögerte Abstoßung bei Progesteronpersistenz
  • Mittelblutung (Ovulationsblutung): meist schwach und kurz (1-2 Tage), oft mit "Mittelschmerz": Entzugsblutung bei relativem Östrogenmangel durch Ovulation
  • Durchbruchblutung (Schmierblutung) unter niedrig dosierten Antikonzeptiva

Epidemiologie

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Zu den Zusatzblutungen finden sich folgende epidemiologische Daten:

  • Inzidenz der Durchbruchblutungen unter oralen Antikonzeptiva: 9 -17% (4)

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Zu den Zusatzblutungen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • genaue Zyklusanamnese: Zyklusdauer, Blutungsdauer, Stärke (wieviele Tampons/Binden werden benötigt?)
  • Auftreten von zusätzlichen Blutungen? 
  • zeitlicher Bezug zur Menstruation? Regelmäßig zum gleichen Zeitpunkt?
  • genauer Zeitpunkt: unmittelbar vor, im Anschluß an oder kurz nach der eigentlichen Regelblutung, in Zyklusmitte?
  • schmerzhaft?
  • Stärke (Schmierblutung)?
  • Einnahme niedrig dosierter Ovulationshemmer (Mikropille)?
  • Blutung nach dem Geschlechtsverkehr? 

Diagnostik

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Die Diagnostik von Zusatzblutungen umfasst:

Ausschluss organischer Ursachen

  • Schwangerschaftstest
  • gynäkologische Untersuchung:Spiegeleinstellung: Stärke der Blutung, sichtbare Läsionen von Vulva, Vagina od. Zervix? Palpation: Uterusform u. -größe, Druckschmerz? 
  • PAP-Abstrich
  • vaginale und abdominale Sonographie: Uterusform u. -größe (Myome, Adenomyosis?), Endometriumdicke, Adnexe (Endometrioseherde, funktionelle Zysten, Extrauteringravidität?), freie Flüssigkeit im Douglas? (Entzündung, Tubarabort)
  • ggf. Labor: Entzündungsparameter, Gerinnungswerte
  • ggf. Hysteroskopie mit frakt. Abrasio

Abklärung funktioneller Ursachen:

  • Anamnese
  • Basaltemperaturkurve: mono-oder biphasisch, Zeitpunkt der Ovulation?  Zeichen der Corpus-luteum-Insuffizienz, der Progesteronpersistenz?
  • ggf. Hormonbestimmung: Estradiol, Progesteron FSH, LH (zyklusabhängig)

Klinik

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Zusatzblutungen können folgende Symptome zeigen:

Blutung zusätzlich zur normalen Menstruation

  • ohne zeitliche Beziehung zum Zyklus: V.a. organische Ursache
  • Kontaktblutung (nach Geschlechtsverkehr): Ektopie, Zervixkarzinom
  • Schmierblutung prämenstruell (Corpus-luteum-Insuffizienz, Östrogenmangel), postmenstruell (Östrogenmangel am Zyklusbeginn, verzögerte Abstoßung bei Progesteronpersistenz) oder mittzyklisch (Ovulationsblutung, oft kombiniert mit "Mittelschmerz")
  • Schmierblutung während der Einnahme oraler Antikonzeptiva (Durchbruchblutung)

Therapie

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Die Therapie der Zusatzblutungen umfasst:

bei organischer Ursache: Therapie der Grunderkrankung

bei funktioneller Ursache (1,3):

  • prämenstruelle Schmierblutung: bei Corpus-luteum-Insuffizienz zyklische Gestagengabe vom 16.-27. Zyklustag, z.B. 5 mg Norethisteronacetat/d; bei Östrogenmangel Östrogensubstitution vom 22.-26. Zyklustag, z.B. 50 µg Ethinylestradiol/d
  • Postmenstruelle Schmierblutung: bei Östrogenmangel am Zyklusbeginn niedrige Östrogendosen, z.B. Ethinylestradiol 25 od. 50 µg/d für 7 Tage ab dem 2. Zyklustag; bei verzögerter Abstoßung 1-Phasen-Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat vom 16.-25. Zyklustag od. Sequenzpräparat
  • Ovulationsblutung: Östrogensubstitution vom 12.-16. Zyklustag, z.B. Ethinylöstradiol 25-50 µg/d
  • Durchbruchblutung unter Ovulationshemmern:  verschwindet meist spontan nach den ersten 3 Zyklen, bei Persistenz evtl. Umstellung auf höher dosiertes, stärker gestagenbetontes Präparat

Komplikationen

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Die Komplikationen der Zusatzblutungen sind abhängig von der jeweiligen Ursache, s. entsprechende Krankheitsbilder


Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zu den Zusatzblutungen.


Literaturquellen

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  1. (2007) Göretzlehner G, Lauritzen C, Göretzlehner U - Praktische Hormontherapie in der Gynäkologie - de Gruyter
  2. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  3. (2009) Uhl B - Gynäkologie und Geburtshilfe compact - Thieme
    . Br J Gen Pract. 2004 May;54(502):359-63.
  4. (2007)  ESHRE Capri Workshop Group, Collins J, Crosignani PG - Endometrial bleeding -Hum Reprod Update. 2007 Sep-Oct;13(5):421-31. Epub 2007 Mar 2 
An epidemiological survey of symptoms of menstrual loss in the community.
Shapley M, Jordan K, Croft PR.

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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