Zoster ophthalmicus

Synonyme: Gürtelrose, Kopfrose, Herpes-Zoster-Radikuloneuritis, Herpes zoster ophthalmicus, ophthalmic zoster, herpes zoster ophthalmicus

Definition

Zoster ophthalmicus

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Der Zoster ophthalmicus ist eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) im Bereich des N.ophtalmicus (1. Trigeminusast).


Ätiologie

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Die Ursachen des Zoster ophthalmicus sind:

Erstmanifestation des Virus: Windpocken (Varizellen), Persistenz des neurotopen Virus und endogene Reaktivierung bei Immundefizit -> Entzündung der Spinal-/Hirnnervenganglien


Epidemiologie

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Der Zoster ophthalmicus ist relativ selten.

  • Herpes zoster: 125/100.000/J
  • davon Zoster ophthalmicus ca. 10%

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Zoster ophthalmicus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • früher Varizelleninfektion?
  • Anhalt für Immunsuppression? (immunsuppressive Therapie? HIV? M.Hodgkin? Karzinom/Neoplasie?...)
  • Effloreszenzen?
  • Parästhesien? Schmerzen?
  • Sehstörungen?
  • Allgemeinsymptome? (Abgeschlagenheit, Fieber, v.a. ca 4 Tage vor Ausbruch der Effloreszenzen)

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Zoster ophthalmicus sind relevant:

  • hauptächlich klinische Diagnose durch typische Effloreszenzen/Schwellung/Schmerzen, die auf das Dermatom begrenzt sind und Symptomatik durch betroffene Hirnnervenfunktion
  • Liquorpunktion bei Komplikationen (mäßige Pleozytose und Eiweßerhöhung)

Klinik

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Der Zoster ophthalmicus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Prodromalstadium: AZ-Verschlechterung (Abgeschlagenheit, Fieber)
  • vesikulopapulöse Effloreszenzen im Dermatom des N. ophthalmicus: N. frontalis, N. lacrimalis und N. nasociliaris
  • starke Schmerzen, Parästhesien, Schwellung, Rötung im Bereich des N. ophthalmicus
  • Sehstörungen bei Mitbeteiligung von Kornea, Iris, ectl. N.opticus
  • Lichtscheu, Augentränen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Zoster ophthalmicus umfassen folgendes:

  • Aciclovir systemisch 5 mg/kg KG 3 x tgl.
  • bei Mitbeteiligung des Auges auch lokal als Aciclovir-Salbe 5 x tgl.
  • evtl. Pupillenruhigstellung mit Scopolamin 2 x tgl.
  • evtl. kortikosteroidhaltige Augentropfen 5 x tgl.

Komplikationen

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Beim Zoster ophthalmicus kommen folgende Komplikationen vor:

  • Keratitis, Persistenz der Sehstörungen -> Visusverlust
  • postzosterische Neuralgie

Zusatzhinweise

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Zum Zoster ophthalmicus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. Masuhr, Neumann (2007) - Neurologie - Thieme, Stuttgart
  2. Rassner (2007) - Dermatologie - Elsevier, München
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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