Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Synonyme: WPW-Syndrom, Präexitationssyndrom, Kent-Sydrom

Definition

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom ist definiert als eine AV-Reentry-Tachykardie mit Präexzitationssyndrom, die auf angeborenen akzessorischen Bahnen im Kent-Büdel zurückzuführen ist. Bei der orthodromen Form des WSW-Syndroms werden die elektrischen Signale antegrad im AV-Knoten und retrograd in der akzessorischen Bahn im Kent-Bündel geleitet, bei der antidromen Form ist die Richtung entgegengesetzt.


Ätiologie

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom wird durch retrograde Vorhoferregung über angeborene akzessorische Leitungsbahnen zwischen Vorhöfen und Kammern ausgelöst.


Epidemiologie

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom kann in jedem Lebensalter auftreten, aber:

  • Erstauftreten meistens 20.-40. Lebensjahr
  • mehr betroffen sind Männer
  • die Mehrzahl der Betroffenen ist herzgesund

Differentialdiagnosen

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Anamnese

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Herzrasen?
  • Anfallsartig auftretend?
  • Schwindel, (Prä-) Synkope? andere assoziierte Beschwerden
  • Alter ca. 20-40 Jahre bei Erstauftreten
  • Wodurch läßt sich Herzrasen beenden?
  • Erkrankungen, insbesondere am Herz?
  • Medikamenteneinnahme?

Diagnostik

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Wolff-Parkinson-White-Syndroms sind relevant:

  • Pulspalpation
  • Ruhe- EKG: unauffällig bei "verborgenem WPW". Bei "offenem WPW": Typ I: normale P-Welle, verkürzte PQ-Zeit (< 0,12 Sek.), Delta-Welle in V1 positiv. Typ II: normale P-Welle, verkürzte PQ-Zeit (< 0,12 Sek.), Delta-Welle in V1 negativ
  • EKG im Anfall: Regelmäßige Tachykardie mit normalem QRS-Komplex, rudimentäre P-Welle nach R in der ST-Strecke. "Elektrischer Alternans" (=wechselnde Amplitude der QRS-Komplexes).
  • Langzeit-EKGs, ggf. "Event-Recorder" zur Dokumentation der Rhythmusstörung

Klinik

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Meistens nur EKG-Befund
  • Gelegentliches anfallsartiges Herzrasen, meist über Minuten-Stunden, HF von 200/min und mehr
  • ggf. bei begleitender Herzerkrankung: Hypotonie, Schwindel, Dyspnoe, Angina pectoris, Synkope, kardiogener Schock
  • Cave: bei kurzer Refraktärzeit kann Vorhofflimmern zu Kammertachykardie/Kammerflimmern führen 

Therapie

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom umfassen:

  • im Anfall: Ajmalin 50 mg langsam i.v. unter EKG-Kontrolle 
  • Elektrokardioversion in Kurznarkose bei Tachykardie-bedingten Beschwerden und Versagen der Medikation
  • bei rezidivierenden Tachykardien: Selektive Hochfrequenz-Katheterablation der akzessorischen Bahn (Erfolg ca. 95%)

Kontraindikation für Verapamil und Digitalis → Gefahr des Kammerflimmerns


Komplikationen

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Komplikationen des Wolff-Parkinson-White-Syndroms:

  • Kammerflimmern
  • plötzlicher Herztod

Zusatzhinweise

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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Zum Wolff-Parkinson-White-Syndrom liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

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  1. (2001) Braunwald, Zipes, Libby - Heart Disease - Saunders
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  5. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  6. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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