Wirbelsäulenmetastasen

Synonyme: spinale Metastasen

Definition

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Die spinalen Metastasen sind extramedullär-extradural, meist in den Wirbelkörpern lokalisierte Metastasen eines systemisch disseminierten extraneuralen Primärtumors.


Ätiologie

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Die Ursachen der spinalen Metastasen sind:

Zugrundeliegende Tumoren:

  • Bronchial-Ca
  • Mamma-Ca
  • Prostata-Ca
  • Uterus-Ca
  • Magen-Ca
  • Nieren-Ca
  • Schilddrüsen-Ca
  • Plasmozytom
  • Sarkome
  • Lymphome


Metastasen machen 80% aller extraduralen Tumoren aus.

Lokalisation:

  • gesamte Wirbelsäule

Epidemiologie

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Genaue epidemiologische Daten zu den spinalen Metastasen sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Metastasen solider Tumoren: 40. - 60. Lj., Frauen und Männer gleich häufig betroffen 
  • Lymphome: ab Kindheit, Mädchen und Jungen gleich häufig betroffen

Differentialdiagnosen

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Anamnese

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Bei den spinalen Metastasen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bekannte maligne Vorerkrankung?
  • (gürtelförmige) Schmerzen und deren Verlauf?
  • Auslöser/Modifikatoren?
  • Gehstrecke?
  • Gangunsicherheit?
  • Missempfindungen?
  • Muskelschwäche/Lähmungen?
  • Blasen-/Mastdarmstörungen?
  • bösartige Erkrankungen in der Familienanamnese?

Diagnostik

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Zur diagnostischen Abklärung der spinalen Metastasen sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Suche nach radikulären/pluriradikulären Sensibilitätsstörungen (streifenförmige Dermatomausfälle), Gehstrecke ermitteln, Muskeleigenreflexe, Schober-/Ott-Zeichen, Pyramidenbahnzeichen, Lasègue-Zeichen, umgekehrtes Lasègue-Zeichen, Lhermitte-Nackenbeugezeichen, Myogelosen, Hacken-/Fersengang?
  • Rö-Wirbelsäule in 4 Ebenen: knöcherne Prozesse?
  • CT-Wirbelsäule
  • spinales MRT
  • Myelographie: wenn MRT nicht durchführbar
  • Liquorpunktion: evtl. "Stoppliquor" mit erhöhtem Eiweißgehalt lumbal, maligne Zellen?
  • Knochenszintigraphie
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG, MEP,SEP
  • sonographische Restharnbestimmung: bei V.a. Blasenstörung

Klinik

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Die spinalen Metastasen können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Abhängig von der Lokalisation:

  • ventrale Lage: eher motorische Ausfälle
  • dorsale Lage: eher sensible Ausfälle
  • radikuläre/pluriradikuläre neurologische Ausfälle 
  • Nackenschmerzen
  • Störung der langen Bahnen (Hinterstränge, Pyramidenbahnen)
  • sensible Ataxie
  • evtl. Paraparese/Paraspastik
  • positive Pyramidenbahnzeichen
  • evtl. dissoziierte Empfindungsstörung (Brown-Séquard-Syndrom)
  • Blasen-/Mastdarmstörungen

Therapie

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Die therapeutischen Möglichkeiten bei den spinalen Metastasen umfassen folgendes:

Schneller Therapiebeginn!

  • rasche operative Dekompression des Myelons wenn möglich plus
  • adjuvante spinale Radiatio mit 40 - 50 Gy
  • evtl. Chemotherapie
  • evtl. interventionelle neuroradiologische Embolisation von Metastasen (Hypernephrom)
  • spezifische Therapie des Primärtumors (Antiandrogene bei Prostata-, Tamoxifen bei Mamma-Ca)

Prognose:

  • abhängig vom Grundleiden
  • abhängig vom Ausmaß der neurologischen Beteiligung zu Beginn der Therapie
  • prinzipiell schlecht

Komplikationen

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Bei den spinalen Metastasen kommen folgende Komplikationen vor:

  • spastische Paresen mit Immobilität
  • Blasen-/Mastdarmstörungen
  • progredientes Querschnittssyndrom
  • Komplikationen des Primärtumors
  • Rezidive
  • Progress des Primärtumors

Zusatzhinweise

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

Zu den spinalen Metastasen liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Wirbelsäulenmetastasen

Bearbeitungsstatus ?

1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

3. Schlegel, U (2003) - Neuroonkologie, 2. Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von med2click kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen