Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

Definition

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Vorliegen des Armes [1]

  • Fruchtblase erhalten
  • Arm vor Kopf gelegen, also führender Körperteil

Vorfall des Armes [1]

  • Nach Blasensprung
  • Arm im Geburtskanal
  • Notfall!

Ätiologie

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Ursachen für ein Vorliegen/ Vorfall des Armes [1]

  • Unteres Uterinsegment nicht vollständig abgedeckt
  • Vermutlich auch natürliche Streckbewegung des Kindes
  • Mehrgebärende
  • Armvorfall: verschleppte Querlage

Epidemiologie

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Vorkommen Vorliegen/ Vorfall des Armes [1]

  • Bei 0,05- 0,1% aller Geburten
  • Meist Mehrgebärende betroffen

Differentialdiagnosen

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Anamnese

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Anamnese zu Risiken bei Vorliegen/ Vorfall des Armes

  • Wann und von wem wurde die letzte Schwangerenvorsorgeuntersuchung durchgeführt?
  • Wann wurde die letzte Ultraschalluntersuchung durchgeführt?
  • Wurde dabei eine Fehllage des Feten oder gar eine geburtsunmögliche Lage des Kindes (Querlage) festgestellt?
  • Wurde das Kind als „zu klein“ oder „zu groß“ für die Schwangerschaftswoche beurteilt?
  • Gab es Schwangerschaften vorher?
  • Wenn ja, wie viele?
  • Gab es Geburten vorher?
  • Wenn ja, wie viele?
  • Welche Probleme traten bei vorangegangenen Schwangerschaften auf?
  • Welche Probleme traten bei vorangegangenen Geburten auf?
  • Wurden bei der Patientin Operationen/ Eingriffe am Uterus vorgenommen?



Diagnostik

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Vorliegen des Armes

  • Bei Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft sollten die Risiken ausgeschlossen werden durch:

1. Sonographie [2]

  • Feststellung einer Querlage des Kindes
  • Größenbestimmung
  • Versorgung des Feten

2. Manuelle körperliche Untersuchung

Leopoldsche Handgriffe (1894)

  • Sensitivität 88% [3]
  • Spezifität 94% [3]
  • 1. Leopold Handgriff: Fundusstand, Poleinstellung im 2. und 3. Trimenon
  • 2. Leopold Handgriff: Stellung der Rückens und kleiner Teile
  • 3. Leopold Handgriff: Poleinstellung, wenn vorangehender Teil noch nicht ins Becken eingetreten; Ballotement (Kopf pendelt hin und her) [4]
  • 4. Leopold Handgriff: Art und Höhenstand des vorangehenden Teiles, wenn Kopf im Becken

Zangenmeister Handgriff

  • Auch als 5. Leopold Handgriff bezeichnet
  • Missverhältnis mütterliches Becken zu kindlichem Kopf

Vorfall des Armes

  • Diagnosestellung erst unter Geburt durch Klinik
  • Ggf. Sonographie

Klinik

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Klinik bei Vorliegen/ Vorfall des Armes [1]

  • Geburtsstillstand
  • Wehen vorhanden oder verstärkt
  • Vaginale Untersuchung: vorangehender Körperteil: Arm
  • Verschlechterung des kindlichen Zustandes im CTG

Therapie

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Vorgehen bei Vorliegendes Armes [1]

  • Becken hochlagern
  • Seitlagerung auf der den Extremitäten des Kindes gegenüberliegenden Seite
  • Facharzt und erfahrene Hebamme hinzuziehen
  • Akut- Tokolyse: z.B. 25 µg Fenoterol im Bolus i.v. [5]
  • Evtl. Repositionsversuch durch erfahrenen Facharzt
  • Dabei muß OP- Team in absoluter Bereitschaft sein

Vorgehen bei Vorfall des Armes [1]

  •  Not- Sectio

Komplikationen

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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Komplikationen bei Vorliegen/ Vorfall des Armes [1]

  • Vorfall des Armes nach Blasensprung
  • Überdehnung des Uterus
  • Uterusruptur
  • Hypoxie des Feten
  • Nabelschnurvorfall
  • Tod des Kindes

Zusatzhinweise

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Zur Zeit sind keine Zusatzhinweise zum Armvorfall bekannt.


Literaturquellen

Vorliegen des Armes bzw. Armvorfall bei Schädellage

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  1. Das Hebammenbuch, Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe, 4. Auflage, Mändle, Opitz-Kreuter, Wehling, Schattauer Verlag 2003
  2. Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft für maternofetale Medizin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Doppler- Sonographie in der Schwangerschaft, Register Nr. 015/019, Stand 07/2008
  3. Accuary of Leopold maneuvers in screening for malpresentation: a prospective study by Lydon- Rochelle, Albers, Gorwoda, Craig, Qualls, Birth. 1993; 20(3):132-5
  4. Lageanomalien bei Beckenendlage, Hebammenschule am KSSG, Dr. P. Böhi, 2006
  5. Rote Liste 2008, Herausgeber Rote Liste GmbH, Frankfurt/ Main

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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