Vitiligo

Synonyme: Weißfleckenkrankheit

Definition

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Vitiligo ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch fortschreitende fokale oder disseminierte Depigmentierung gekennzeichnet ist.


Ätiologie

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Die Ursachen des Vitiligos sind noch unbekannt. Diskutiert werden:

  • genetische Prädisposition
  • autoimmune Genese mit Aktivierung zytotoxischer Antikörper gegen Melanozytenantigene
  • metabolische Genese mit Dysregulation oxidativer Prozesse und Fehlverarbeitung von oxidativem Stress (Katalase/Tetrahydrobiopterindefekt)
  • neurogene Genese mit Aktivierung des Immunsystems durch stressinduzierte Mediatoren
  • Triggerfaktoren: mechanische Reize oder Verletzungen (Köbner-Phänomen), mechanischer Stress
  • häufig Assiziation mit anderen Autoimmunerkrankungen: Alopecia areata, Hashimoto-Thyreoditis, Diabetes mellitus u.a.

Epidemiologie

Vitiligo

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Vitiligo tritt meist zwischen 10. und 30. Lebensjahr auf:

  • Frauen sind häufiger betroffen
  • Prävalenz liegt bei 1-2%, bei dunkleren Hauttypen etwas höher
  • bei 30-40% findet sich eine positive Familienanamnese

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Für Vitiligo sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen?
  • Was für Beschwerden?
  • Verlauf?
  • Lokalisation?
  • Hat sich der Befund ausgebreitet? Wenn ja, wohin?
  • Vorherige Erkrankungen? Virale Infektionen?
  • Allergien?
  • Mechanische Reize oder Verletzungen? Stress?
  • Frühere Hauterkraknungen? bekannte Autoimmunerkrankung? Grunderkrankung?
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Die diagnostischen Maßnahmen bei einem Vitiligo:

  • Anamnese
  • klinisches Bild
  • klinische Untersuchung im Wood-Licht (364 nm): typische Autofluoreszenz (weißlich-gelb, durch Pterine)

Klinik

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Die klinische Symptomatik des Vitiligos je nach Formen:

  • lokalisiert: fokale Einzelherde oder segmental (meist auf ein Dermatom beschränkt)
  • generalisiert: Vitiligo vulgaris (häufigste Form): disseminiert über das ganze Integument, Schleimhäute oder Haare; Vitiligo acrofacialis: betroffen sind besonders Gesicht (periokulär, periorbital) und Hände, Füße

Effloreszenzen:

  • Makulae: depigmentiert, scharf begrenzt

Verlauf:

  • schubweise, chronisch-progredient
  • selten Spontanheilung

Therapie

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Die therapeutischen Maßnahmen bei einem Vitiligo:

  • Phototherapie (Schmalspektrum-UV-B-Therapie, 311 nm) führt meist zu einer guten Repigmentierung
  • Alternativ: Xenon-Chlorid Excimer-Laser (monochromatisches Licht: 308 nm Wellenlänge) oder
  • PUVA-Therapie: systemisch oder topisch (als Creme, Bad oder Dusche); wirkt stärker immunsupprimierend und melanogeneseinduzierend, birgt jedoch ein höheres Karzinomrisiko
  • Kombinationstherapien: Phototherapie mit Steroiden, Calcipotriol oder Pseudokatalase (Heliotherapie)
  • Immunmodulatoren: Tacrolimus ohne UV-Therapie
  • autogene Melanozytentransplantation

Komplikationen

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Zu den Komplikationen des Vitiligos gibt es derzeit keine Informationen.


Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise zu dem Vitiligo vor.


Literaturquellen

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  1. (2009) Muntau AC - Intensivkurs Pädiatrie - Urban & Fischer
  2. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg

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