Ventrikuläre Tachykardien

Definition

Ventrikuläre Tachykardien

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Die ventrikuläre Tachykardie ist eine vom Kammermyokard ausgehende potentiell lebensgefährliche Reizbildungsstörung, hervorgerufen durch eine kreisende Erregung distal des His-Bündels.


Ätiologie

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Die meisten ventrikulären Tachykardien entstehen nach operativen Eingriffen im rechtsventrikulären Ausflusstrakt und auf der Basis von Kardiomyopathien oder Ionenkanalerkrankungen, deren Hauptvertreter das lange QT-Syndrom mit Torsades de pointe is.

Weitere Ursachen können sein:


Epidemiologie

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  • Die ventrikuläre Tachykardie ist eine relativ seltene Rhythmusstörung im Kindes- und Jugendalter

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der ventrikulären Tachykardie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Brustschmerz
  • Luftnot
  • Operation vor 30 Tagen
  • Herzerkrankung, Diabetes mellitus

Des weiteren:

  • Inspektion
  • Auskultation
  • Messung der Pulsfrequenz
  • EKG
  • Frequenz zwischen 150 und 300/min?
  • verbreiterter und deformierter QRS-Komplex?
  • AV-Dissoziation?
  • 1 : 1 ventrikuloatriale Rückleitung?
  • Dauer der Tachykardie?
  • vorangegangene operative Eingriffe bekannt?
  • Kardiomyopathie?
  • Ionenkanalerkrankungen?
  • Long-QT-Syndrom?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der ventrikulären Tachykardie sind relevant:

  • Herztöne
  • zentraler und peripherer Puls
  • Hauttemperatur fühlen
  • Notfall-EKG (Kardioskopie)
  • 6-Kanal-EKG
  • EKG-Monitoring
  • Puls-Oxymetrie
  • bzgl. der Dauer unterscheidet man anhaltende (über 30 Sekunden) und nicht anhaltende (weniger als 30 Sekunden) Formen

Klinik

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Die ventrikuläre Tachykardie kann sich auf folgende Arten präsentieren:

stabile Tachykardie

  • = kommunizierender Patient ohne Schock
  • differenziert antitachykarde Therapie

instabile Tachykardie

  • = Schock, Bewusstseinsstörung, Lungenstauung
  • ERC-Reanimationsschema

Therapie

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  • akut wird eine elektrische Kardioversion/Defibrillation durchgeführt oder Amiodaron i.v. verabreicht
  • ein weiteres geeignetes Medikament ist Lidocain
  • zur Dauertherapie eignen sich beta-Rezeptorenblocker, Sotalol, Amiodaron oder Mexitil

Kommunizierender, stabiler Patient

Schmale Tachykardien QRS < 120 msec

  • vagales Manöver (Carotisdruck, Valsalva-Manöver) - bei Versagen:
  • Adenosin 6 - 8 - 12 - 18 mg oder
  • Verapapmi 2.5-5 danach 5-10 mg in Summe mind 20 mg

Breite Tachykardie QRS > 120 msec

  • in 80 % doch ein Reanimationsfall

Breit + Regelmäßig

  • Amiodaron 150-300 mg

Breit + Unregelmäßig

  • Behandlung wie Vorhofflimmern, das jünger als 48 Stunden ist, oder bei welchem Thromben ausgeschlossen worden sind
  • Analgosedierung vor Elektrotherapie

Schock, Bewusstseinsstörung, Lungenödem

  • Notruf auslösen
  • CPR 30:2
  • 1. Kardioversion  mit 150-360 Joule biphasisch oder
  • 360 Joule monophasisch
  • DIE DENKPAUSE
  • CPR 30:2 über 2 Minuten → Ursachenanalyse
  • ENDE DER DENKPAUSE
  • 2. Kardioversion
  • Amiodaron 150 - 300 mg i.v.

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der ventrikulären Tachykardie liegen momentan keine Daten vor.


Zusatzhinweise

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Zur ventrikuläre Tachykardie liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  12. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  13. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
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  15. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  16. F.C. Sitzmann - Pädiatrie - Duale Reihe - Thieme Verlag
  17. Berchtold - Chirurgie - Urban u. Fischer

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