UV Schutz bei hoher körperliche Aktivität

Definition

UV Schutz bei hoher körperliche Aktivität

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Bei hoher körperlicher Aktivität und/oder übermäßigem Schwitzen ist es wichtig, dass die Sonnencreme hydrophile Eigenschaften und Wasserfestigkeit aufweist. Somit ist ein Schutz vor unerwünschten Effekten der UVA- und UVB-Strahlen bei Sonnenexposition (z.B. Sonnenbrand, Hautalterung oder Hautkrebs) gewährt.


Ätiologie

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  • Die körperliche Aktivität fördert die Durchblutung der Haut (Zunahme des Sauerstoffzufuhres, des Nährstofftransports, des Abtransports von Stoffwechselprodukten aus der Haut).

Epidemiologie

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  • Insbesondere sportlich aktive oder grundsätzlich stark schwitzende Menschen suchen Lichtschutzpräparate, die nicht fettend sind und die normale Transpirationsfunktion der Haut möglichst wenig einschränken.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Vor dem UV-Schutz bei körperlicher Aktivität sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bisherige Externa? Verträglichkeit?
  • Ziele und Wünsche des Patienten
  • Abklärung und Besprechung von Risikofaktoren (u.a. Rauchen, UV-Bestrahlung)
  • Den Patienten nach Hauttyp (fett?/trocken?) fragen (subjektives Empfinden des Patienten)
  • bekannte Hauterkrankungen (Atopie)? evtl. Lidekzeme (in der Vergangenheit) mit jahreszeitlicher Schwankung (Atopie)?
  • bekannte Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen in der Familie?
  • Vorbehandlungen mit Fillern/Botulinum-Toxin? Verträglichkeit?
  • Beruf? Hobbys?
  • Allergien?
  • Medikamentenanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung sind relevant:

  • Anamnese

Klinisches Bild  Epikutantestungen unter Berücksichtigung der eigenen Externa (alle Externa mitbringen lassen) Überprüfung der Externa (häufig werden austrocknende Lotionen als Pflege angewandt)


Klinik

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  • Nach körperlicher Anstrengung gilt es, die Regeneration der Haut zu fördern.
  • Waschsubstanzen, Chlor und Schweiß haben den Schutzmantel der Haut möglicherweise aus dem Gleichgewicht gebracht.
  • Eine gut verträgliche Hautlotion hilft, ihn wieder herzustellen.

Therapie

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Die Hautpflege mit UV-Schutz bei körperlicher Aktivität umfasst folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Aufklärung bzw. Beratung des Patienten. Sportlich aktive und stark schwitzende Menschen benötigen ein sehr leichtes UV-Schutzpräparat, das die Hauttranspiration möglichst wenig behindert. Präparate sollten eine UVA- und UVB-Schutz beinhalten und Fluids, Gele oder leichte Lotionen sein.
  • Eine Aufklärung über weitere Risikofaktoren (z.B. Rauchen, Stress) sollte erfolgen.
  • Empfehlung bzw. Rezeptierung von geeigneten Externa. Sie sollten die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten und möglichst wenig potentiell allergieinduzierende Kontaktallergene enthalten (z.B. Parabene). Anwendung: 1- bis 2-mal täglich (Reinigung und Pflege).
  • Empfehlungen zum vernünftigen Verhalten bei Sonnenexposition sowie zur behutsamen Lichtgewöhnung am Beginn der sonnenreichen Jahreszeit.
  • Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (fettärmere Externa mit UV-Schutz im Sommer, fettreichere im Winter)
  • Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, nicht unterschiedliche Externa gleichzeitig bzw. unkontrolliert anzuwenden. Meist ist es sinnvoll mit dem Patienten gemeinsam Externa (möglichst wenige) auszuwählen und die Anwendungshäufigkeit dem Empfinden des Patienten zu überlassen.
  • Lifestyle-Behandlung: Ernährung, Sport, Wellness, Naturheilkunde.
  • kein Nikotinkonsum, kein Alkoholkonsum.
  • Stress vermeiden.
  • Mögliche Kontaktallergien sollten berücksichtigt werden.

Reinigung und Pflege, vorbeugende Maßnahmen:

  • regelmäßige, gründliche Reinigung mit lauwarmem Wasser oder einer Lotion, damit Schmutzreste, abgestorbene Zellschichten sowie Reste kosmetischer Produkte vollständig entfernt werden. Reinigungsmilch, -lotions, -cremes: mit den Fingerkuppen sanft einmassieren, danach mit einem Kosmetiktuch vorsichtig abnehmen, den Rest evtl. mit Wasser abwaschen.
  • keine intensive Anwendung von Seifen: führt besonders bei der reiferen Haut zur Austrocknung und Schuppung, später auch zu Juckreiz, Ausschlag oder Bildung von Hautekzemen. Besonders nachteilig sind die alkalischen Seifen, weil sie den natürlichen Säuremantel der Haut zerstören.
  • milde Tenside
  • Anwendung von Cremes oder Lotionen, die entzündungshemmende und beruhigende Wirkstoffe wie z.B. Allantoin, Bisabolol, Hamamelidisextrakt, Panthenol enthalten
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2-3 Liter/Tag
  • Tonisierende Maßnahmen: Gesichtswasser, Waschprodukte, Tagescreme, Nachtcreme, Feuchtigkeitspflege
  • Behandlung mit Naturölen: Jojobaöl, Nachtkerzenöl
  • Sauna

Sonnenschutz:

  • Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor spielt eine wichtige Rolle bei den Menschen mit reiferer Haut: Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor anwenden, sonnendichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen.
  • Sonnenbrille
  • Betakarotinzufuhr: Karotten, Karottensaft
  • Lycopin-haltige Produkte: Tomaten, Tomatensaft
  • sonnendichte Kleidung und Kopfbedeckung
  • Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor anwenden.
  • Primäre Photoprotektion: UV-Filter mit chemischen Schutzfiltern (Wirkungsmechanismus: Absorption der UV-Strahlung; Je nach dem Absorptionsspektrum unterscheidet man zwischen UVA-, UVB- und Breitbandfiltern; Wirkungsmaximum: nach 20-30 min; aus diesem Grund ist sinnvoll, dass man das Mittel spätenstens eine halbe Stunde bevor man in die Sonne geht aufträgt) oder mit physikalischen Filtern wie z.B. Titandioxid, Zinkoxid (Wirkungseintritt: sofort, Mechanismus: Reflexation der Sonnenstrahlen).
  • Empfehlung: nicht mehr als 50 Sonnenbäder oder Solarienbäder pro Jahr.
  • Sekundäre Schutzstoffe (hautberuhigende und hautpflegende Mittel während und/oder nach einer UV-Belastung) z.B.: Dexpanthenol (hautbefeuchtende und die Epithelisierung fördernde Wirkung), Glycerin in den Sonnenschutzprodukten (hautbefeuchtende Wirkung)

Symptomatische Behandlung:

  • bei leichtem und kleinflächigem Sonnenbrand: lokale Kortikosteroid (Klasse II) Therapie in Form von Cremes, Gelen, Lotiones.
  • bei schwerem oder großflächigem Sonnenbrand: zusätzlich systemische Behandlung mit Prostaglandinhemmern (z. B. 3 x 25-50 mg Diclofenac).
  • bei stark ausgeprägter Juckreiz: Begleitmedikation mit H1-Antihistaminika: topische Anwendung in Form von Gelen, Cremes, Sprays: bis zu 3-mal täglich dünn auf die betroffenen Hautarealen autragen und kurz einmassieren; Alternative: Dimentindenmaleat 1mg/ml Lösung, Dosierung: bei Kindern (1–8 Jahren) 3-mal täglich je 10–15 Tropfen, ab 9 Jahren je 20 Tropfen, bei Erwachsenen 3 mal täglich je 20 – 40 Tropfen; oder Dexchlorpheniraminhydrogenmaleat (Tabletten): Dosierung bei Erwachsenen: 3- bis 4-mal ½-1 Tbl. täglich; bei Kindern < 12 J.: 3- bis 4-mal ½ Tbl. täglich.
  • Bei Zeichen einer Superinfektion zusätzlich topisch antiseptisch behandeln (Lösungen, Cremes).
  • Bei deutlichen Zeichen der bakteriellen Superinfektion: systemische antibiotische Kurzzeittherapie (3-5 Tage) mit oralem Flucloxacillin (Standarddosierung: 2-4 g/Tag bei Erwachsenen bzw. 50 mg/kg/Tag bei Kindern, verteilt auf 4-6 Einzeldosen/Tag) oder Cephalosporin (Standarddosierung bei Erwachsenen: 2 x 250-500 mg (z.B. Cefuroxim) bzw. bei Kindern: 20-40 mg/kg/Tag).
  • ggf. antimykotische Behandlung mit Itraconazol (Hartkapseln): 100 mg 1- bis 2-mal täglich über 2-4 Wochen.

Komplikationen

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Bei einer ungeeigneten Hautpflege mit UV-Schutz bei körperlicher Aktivität können folgende Komplikationen vorkommen:

  • Rötung, Juckreiz, Brennen
  • Infektion
  • Allergische Reaktionen
  • Hautzellentartung

Zusatzhinweise

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Zur Hautpflege mit UV-Schutz bei hoher körperlicher Aktivität liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J (2003) - Leitfaden Ästhetische Medizin - Urban und Fischer Jena München
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  8. (2003) Wolf-Ingo Worret, Wolfgang Gehring -  Kosmetische Dermatologie - Springer Verlag
  9. (2010) Rote Liste
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  11. (2005) Werner Voss, Stefan Siebrecht, Roland Jermann - Gesunde Haut - Georg Thieme Verlag
  12. (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie - Thieme Verlag, 6. Auflage
  13. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
  14. (2006) Alexander Meves - Intensivkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  15. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  16. (2008) Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft - Polymorphe Lichtdermatose
  17. (2004) Günther H. Jacobi - Anti-Aging für Männer: Strategien für den ganzen Mann -  Georg Thieme Verlag
  18. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  19. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  20. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag

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