Urolithiasis in der Schwangerschaft

Synonyme: Steinleiden, Nierensteinkrankheit, Nierensteine,Harnleiterstein, Harnstein

Definition

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Die Urolithiasis in der Schwangerschaft ist die Harnsteinbildung in der Niere und/oder den ableitenden Harnwegen während der Schwangerschaft und ist eine wichtige Differenzialdiagnose bei Unterbauchschmerzen.


Ätiologie

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Folgende Ursachen spielen bei der Urolithiasis in der Schwangerschaft eine Rolle:

  • Störung des physikalisch-chemischen Gleichgewichts des Harns
  • Bestehen vorwiegend aus kristallinen und amorphen organischen und/oder anorganischen Substanzen, die von einer nicht kristallinen Matrix durchsetzt sein können
  • Prärenale Ursachen: Vitamin-D-Überdosierung, Immobilisation, Hyperparathyreoidismus
  • Renale Ursachen: renale tubuläre Azidose, Hyperkalzurie
  • Postrenale Ursachen: Harnabflusstörungen und Harnwegsinfektionen

Risikofaktoren: Ernährungsfehler, falsches Trinkverhalten, Bewegungsmangel, arterielle Hypertonie

Genetische Determination: Zystinurie, Primäre Hypoxalurie, Renale tubuläre Azidose, 2,8 Dihydroxyadenurie, Xanthinurie, Zystische Fibrose


Epidemiologie

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Inzidenz von Urolithiasis in der Schwangerschaft nicht verändert (0,25% aller Frauen)


Differentialdiagnosen

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Anamnese

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Die folgenden Informationen sind bei der Urolithiasis in der Schwangerschaft von Bedeutung:

  • Palpation Abdomen
  • starke Unterbauchschmerzen?
  • Koliken?
  • Hämaturie?
  • Übelkeit?
  • Nierensteine bekannt?
  • Fieber?

Diagnostik

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Die Diagnose der Urolithiasis in der Schwangerschaft lässt sich mit folgenden Untersuchungen gestalten:

  • Abdomen weich
  • rektovaginaler Genitalbefund ist unauffällig
  • Körpertemperatur kann – bei sekundärer Harnwegsinfektion – erhöht sein
  • Nachweis von Erythrozyten im Urin ist obligat

Klinik

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Typische Merkmale der Urolithiasis in der Schwangerschaft sind:

  • einseitige, kolikartige Unterbauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Hämaturie
  • bei prävesikalen Ureterstein: Miktionsbeschwerden (Pollakisurie, Dysurie)

Therapie

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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Die Urolithiasis in der Schwangerschaft lässt sich folgendermaßen behandeln:

  • Am Notfallort: 20 mg N-Butylscopolaminiumbromid i.v.
  • i.d.R. wird Patientin dadurch schmerzfrei
  • das Ansprechen auf diese Therapie trägt zur Diagnosesicherung bei
  • in der Klinik: Therapie nach urulogischer Diagnostik hängt von der Größe und Lokalisation des Konkrements ab
  • konservative Behandlung
  • Steinpassage ist meist unproblematisch (aufgrund hormoneller Auflockerung des Gewebes)
  • bei fieberhaften Infekt (wenn nach 24h keine Entfieberung eingetreten ist, Antibiose): interne (versenkter Uretersplint) oder externe (temporärer Ureterenkatheter, perkutane Nephrostomie) Urinableitung unbedingt erforderlich

Komplikationen

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Die Urolithiasis in der Schwangerschaft kann bei fieberhafter Infektion zu einem Urosepsis führen!


Zusatzhinweise

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Steinarten bei einer Urolithiasis:

  • Erworbene Stoffwechselstörung
  1. Calciumoxalat-Stein : a) Whewellit-Stein b)Weddellit-Stein
  2. Harnsäure-Stein
  3. Calciumphosphatstein : a)Brushit-Stein b) Carbonatapatit-Stein
  • HWI
  1. Magnesiumammoniumphosphat-Struvit-Stein
  2. Calciumphosphatstein
  3. Carbonatapatit-Ammoniumhydrogenurat-Stein
  1. Cystin-Stein
  2. 2,8-Dihydroxyadenin-Stein
  3. Xanthin-Stein (selten)

Literaturquellen

Urolithiasis in der Schwangerschaft

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  1. (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  2. (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  3. (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  4. (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer

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