Urethralkarzinom

Synonyme: Urethralkarzinom, Urethral-Ca, urethral carcinoma

Definition

Urethralkarzinom

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Die Karzinome der Harnröhre, die in allen Teilen der Harnröhre entstehen können und unter dem Begriff werden Adenokarzinome, Plattenepithelokarzinome, Melanome und Urothelkarzinome zusammegefasst.


Ätiologie

Urethralkarzinom

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  • Keine sicheren bewiesenen ätiologischen Merkmale
  • Chronische Entzündungen, Traumata, Strikturen
  • Gemeinsames Auftreten von Harnröhrenkarunkeln und Urethralkarzinome
  • HPV (Humane Papillomavirus) Typ 16

Epidemiologie

Urethralkarzinom

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  • Die Urothelkarzinome sind selten, weniger als 1% der Tumoren des Urogenitaltrakts
  • Altersgipfel zwischen 50 und 65 Lebensjahr
  • W:M = 3:1
  • 70-90% der Tumoren Plattenepithelkarzinome
  • 10-15% Übergangszellkarzinome

Differentialdiagnosen

Urethralkarzinom

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Anamnese

Urethralkarzinom

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Folgende Informationen sind beim Urothelkarzinom von großer Bedeutung:

  • Alter?
  • Seit wann auffällig?
  • Familienanamnese (Häufige Krankheit?)
  • Bekannte genetische Erkrankungen? Bekannte Fehlbildungen?
  • Urologische- bzw. nephrologische Probleme?
  • Allgemeinsymptome?Entzündungen?
  • Trauma/Unfall/Operation im Beckenbereich?

Diagnostik

Urethralkarzinom

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Zur Abklärung und Diagnosesicherung des Urothelkarzinoms sind folgende Untersuchungen unverzichtbar:

  • Klinische Untersuchung (Z.B. Inspektion des prolabierenden Tumors am Meatus urethrae externum; Palpation der Leistenregion, Größe, Lokalisation, Fixierung der Corpora cavernosa bzw. vaginale Untersuchung)
  • Biopsie und histologische Untersuchung bei Verdacht auf Tumor
  • Urindiagnostik (Erythrozyturie, Leukozyturie) bzw. Urinzytologie (Nachweis von Tumorzellen)
  • Bildgebende Verfahren (Sonographie, CT Abdomen/Becken)
  • Szintigraphie zum Metastasenstaging

Bis jetzt keine zuverlässige Tumormarker für das Urethralkarzinom

Die wichtigste diagnostisches Mittel : Endoskopie und PE (Probe Exzision)


Klinik

Urethralkarzinom

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  • Das Urothelkarzinom kann unspezifische Symptome haben
  • Urethrale Blutung, Blutig-serös Sekretion oder bei Fraune Dyspareunie
  • Obstruktive Blasenentleerungsstörungen
  • Abszendierungen und Fistelungen
  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Rezidivierende Urethritis

Therapie

Urethralkarzinom

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Therapie des Primärtumors: Abhängig von der Lage des Karzinoms

Distale Urethralkarzinome:

  • Bei kleinen, nicht infiltrierenden Karzinomen in ausgewählten Fällen transurethral Resetion, Laserbehandlung oder partielle Urethrektomie
  • Bei fortgeschrittenen Karzinome, chirurgische Exzision (Penisteilresektion mit 2 cm Sicherheitsabstand bzw. bei Frau Teilresektion der Urethra)
  • Postop : Strahlentherapie und Zytostatika →lokale Radiotherapie + 5-Fluouracil-Lokalapplikation zur Rezidivprophylaxe

Proximale Urethralkarzinome:

  • Bei Operabilität : Radikale OP mit Penisamputation/Vulvaexstirpation, Prostatektomie, Zystektomie, Pelvine Lymphadenektomie mit supravesikaler Harnableitung
  • Bei Metastase : Palliatives Vorgehen mit platin-haltige Kombinationstherapie 

Komplikationen

Urethralkarzinom

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  • Metastase des Urothelkarzinoms möglich
  • Urosepsis
  • Blasenentleerungsstörung

Zusatzhinweise

Urethralkarzinom

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Die Fernmetastasierung des Urothelkarzinoms erfolgt spät und in der Regel in Lunge, Leber, Skelett und Hirn. Metastasierungswege :

  • Lymphogene Metastasierung
  • Hämatogene Metastasierung

Lokalisation :

  • Bei  der Frau :  50% im distalen Urethra und 50% in den proximalen zwei Dritteln
  • Beim Mann : 55% in der bulbomembranösen Urethra, 36% in der Pars pendulans und 9% in der prostatischen Urethra

TNM-Klassifikationssystem (UICC 1997) : Unterscheidung der urethralen Karzinome von Mann und Frau sowie das Urothelkarzinome der prostatischen Harnröhre

Stadiengruppierung :

I : T1N0M0  II: T2N0M0  III:T3aN0M0 bis T1-3N1M0 IV :alle T4, alle N2, alle M1


Literaturquellen

Urethralkarzinom

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2008) Keil J - Prüfungsvorbereitung Urologie - Thieme Verlag
  • (2007/08) Haag, Hanhart, Müller - Gynäkologie und Urologie - Medizinische Verlags - und Informationsdienste
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • (2003) Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban & Fischer

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Urologie

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