Untere Plexuslähmung des Plexus cervicobrachialis

Synonyme: Plexuslähmung Typ Déjerine-Klumpke

Definition

Untere Plexuslähmung des Plexus cervicobrachialis

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Die untere Plexuslähmung ist eine Läsion der im Plexus brachialis verlaufenden Fasern aus C8 und Th1 unterschiedlicher Genese mit Sensibilitätsstörungen und Muskelatrophien im durch diese Fasern innervierten Bereich.


Ätiologie

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Die Ursachen der unteren Plexuslähmung sind:

  • akut: Trauma, Armplexusneuritis, Geburtskomplikation
  • chronisch: entzündliche oder neoplastische Raumforderungen (Pancoast-Tumor), radiogene Plexusschädigung, Engpasssyndrome der oberen Thoraxapertur

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zur unteren Plexuslähmung sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • obere Plexuslähmung (Typ Erb) häufiger als untere (Typ Déjerine-Klumpke)

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der unteren Plexuslähmung  sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • vorausgegangenes Trauma, Bestrahlung?
  • bekannte bösartige Vorerkrankungen?
  • weitere Ausfälle (Schluckstörungen, Heiserkeit, Sehstörungen, Atemnot)?
  • Schmerzen?
  • Sensibilitätstörungen/Lähmungen und deren Ausfallsmuster?
  • Muskelschwund?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der unteren Plexuslähmung sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Bewegungsumfang/Kraftgrad, Sensibilitätstestung, TSR und Fingerflexorenreflex meist erloschen
  • Liquorpunktion: unauffälliger Befund außer bei komplettem Plexusausriss: blutiger Liquor
  • Elektrophysiologie: EMG zur Abgrenzung von proximaleren Wurzelläsionen, evtl. Spontanaktivität, blockierte SSEPs sowie verlängerte Plexusüberleitung bei kompletter Lähmung; NLG verlängert
  • Bildgebung: bei V.a. auf raumfordernden Prozess MRT der Axilla bzw. des cervikalen Rückenmarks, Myelo-CT
  • Schweißsekretionstest: bei Plexusläsionen pathologisch, bei Wurzelläsionen normal (autonome Fasern treten erst nach Spinalganglion hinzu)

Klinik

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Die untere Plexuslähmung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Paresen: v.a. der kleinen Handmuskeln, der langen Finger- und Handbeuger
  • Sensibilitätstörung: an ulnarer Seite der Finger, Handkante und Unterarm
  • Horner-Syndrom relativ typisch (Ptosis, Miosis, Enopthalmus)
  • Ausfall des TSR und des Trömner-Reflexes
  • evtl. Pfötchenstellung

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der unteren Plexuslähmung umfassen folgendes:

Je nach Ursache:

  • zunächst konservativ: Lagerung des Arms auf Abduktionsschiene, passives Durchbewegen; bei ausbleibender Besserung nach 2 Monaten:
  • operative Revision: Resektion komprimierender Raumforderungen (Tumoren, Hämatome)
  • keine Therapie bei radiogenen Läsionen verfügbar

Komplikationen

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Bei der unteren Plexuslähmung kommen folgende Komplikationen vor:

  • Muskelatrophie
  • Kontrakturen

Zusatzhinweise

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  • Prognose umso schlechter, je ausgeprägter die Sensibilitätsstörungen und je mehr auch proximal gelegene Schultermuskeln mitbeteiligt sind
  • ungünstige Prognose bei Geburtslähmungen

Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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