Tubare Störungen

Synonyme: Störungen des Eileiters

Definition

Tubare Störungen

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Unter der Tubaren Störung versteht man:
  • Störungen der Tubenfunktion sind die zweithäufigste Ursache für eine weibliche Sterilität

Ätiologie

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Ursachen der Tubaren Störung sind:
  • Störungen der Tubendurchgängigkeit, Tubenbeweglichkeit und der Tubenschleimhaut sind möglich
  • Folge ist die ausbleibende Konzeption oder die Störung des Transportes der Blastozyste mit dem Risiko einer Tubargravidität
  • meist liegen oft symptomlose Infektionen (Chlamydieninfektion, Gonorrhö, Lues) zugrunde
  • der fieberhafte Abort sowie Komplikationen nach Kürettagen sind häufige Ursache
  • postoperative Adhäsionen nach Appendektomie oder Eingriffen im kleinen Becken können die Tubenfunktion beeinträchtigen
  • Endometriose kann die Tubenfunktion beeinträchtigen
  • eine Sterilisatio kann als iatrogene Ursache eines Tubenverschlusses angesehen werden
  • mögliche Ursachen der PTO (proximale Tubenokklusion) sind die Salpingitis isthmica nodosa, Polypen, Entzündungen mit Ahäsionen und reversiblen Obliterationen (Pluges) und als Spätzeichen Fibrose

Epidemiologie

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TubarenStörungen sind in 20-30% Ursache weiblicher Sterilität

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Tubaren Störung sind folgende Informationen von Bedeutung:
  • Inspektion
  • Palpation
  • Anamnese: Adnexitiden, Laparotomien, Endometriose
  • klinisch-gynäkologische Untersuchung
  • Sonographie (Endometrium, Ovarien, Ausschluss von Saktosalpingen, Myomen)
  • Kontrastsonographie
  • Tubenfunktion
  • Beurteilung der Tubenmotilität und peritubarer Adhäsionen
  • Ausbleiben einer Schwangerschaft

Diagnostik

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Die Diagnostik der Tubaren Störung umfasst:
  • Anamnese: Adnexitiden, Laparotomien, Endometriose
  • klinisch-gynäkologische Untersuchung
  • bildgebende Verfahren: Sonographie (Endometrium, Ovarien, Ausschluss von Saktosalpingen, Myomen)
  • Kontrastsonographie
  • wegen gonadaler Strahlenexposition ist die Hysterosalpingographie (HSG) in den Hintergrund getreten
  • Laparoskopie, Chromopertubation und Hysteroskopie gelten als Goldstandard zur Beurteilung der Tubenfunktion
  • im Gegensatz zur HSG und Hysteroskopie ist duch Laparoskopie eine Beurteilung der Tubenmotilität und peritubarer Adhäsionen möglich

Klinik

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Hauptsymptom der Tubaren Störung ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft

Therapie

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zur Behandlung der Tubaren Störung bieten sich an:

  • operative Wiederherstellung der Tubenpassage
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
  • die Wahl des Verfahrens ist abhängig von der Fertilität des Partners, dem Alter der Patientin und dem Ausmaß des Tubenschadens
  • der Vorteil der Tubenchirurgie liegt in der Möglichkeit der natürlichen Empfängnis ohne weitere zusätzliche Hilfestellung
  • die konventionelle Chirurgie ist wegen deutlich niedriger Geburts- und Schwangerschaftsraten zugunsten der Mikrochirurgie weitgehend verlassen worden
  • absolute Kontraindikation sind: floride Entzündungen, TBC, Fehlen von mehr als 2/3 der Pars ampullaris, Gesamttubenlänge von weniger als 4 cm, langstreckige Obliteration der Tube
  • relative Kontraindikation sind: Alter der Pat. über 39 J., schwere männliche Subfertilität, Zweiteingriff nach Mikrochirurgie, Doppelverschluss (proximaler und distaler Tubenverschluss), frozen pelvis (inneres Genitale völlig verwachsen und immobil), ausgeprägte Tubenwandpathologie
  • bleibt postoperativ eine Schwangerschaft aus, kann eine Reokklusion der Tube vorliegen
  • 2 Jahre nach mikrochirurgischer Tubenrekonstruktion sollten alternative Möglichkeiten der Sterilitätstheraphie, meist IVF eingesetzt werden
  • Vorteil der operativen Laparoskopie liegt im Vergleich zur Laparotomie in reduzierter Traumatisierung und schneller Rekonvaleszenz der Pat.
  • die distale Tubenpathologie lassen sich laparoskopisch gut therapieren
  • die laparoskopische Behandlung der proximalen Tubenpathologie ist problematisch

Komplikationen

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  • bei der PTO muss zwischen irreversiblen und reversiblen Obliterationen, funktionellen Spasmen und Schleimhautabnormalitäten differenziert werden

Zusatzhinweise

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  • bei 20-25% aller Tubenpathologien liegt eine proximale Tubenokklusion (PTO) vor

Literaturquellen

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  1. Diedrich, Holzgreve, Jonat, Schultze-Mosgau, Schneider, Weiss - Gnäkologie & Geburtshilfe - Springer Verlag
  2. K. Goerke - Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe - Urban u. Fischer
  3. J. Baltzer, K. Friese, M. Graf, F. Wolff - Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag
  • (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  • (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  • (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  • (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  • (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  • (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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