Traumatische Läsion des Plexus cervicobrachialis

Synonyme: Schädigung peripherer Nerven, traumatische Plexusläsion

Definition

Traumatische Läsion des Plexus cervicobrachialis

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Die traumatischen Plexusläsionen sind Paresen des Armes oder des Beines, oder einzelner Gliedmaßenabschnitte, die durch traumatische Schädigungen des Plexus verursacht werden.

  • am Bein ist die Schädigung aber zumeist tumorbedingt

Ätiologie

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Die Ursachen der traumatischen Plexusläsionen sind:

  • entstehen am häufigsten traumatisch, vor allem bei Motorradunfällen
  • als Arbeitsunfall komm sie bei Stürzen auf die Schulter, oder dadurch Zustande das die Hand von einer rotierenden Maschiene mitgerissen wird
  • der Plexus wird meist durch Prellung oder Zug geschädigt
  • im zweiten Fall besteht die Gefahr, dass die Wurzeln aus dem Rückenmark herausgerissen sind ( Wurzelausriss)

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zu traumatischen Plexusläsionen sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Männer sind aufgrund von Arbeitsbedingungen und Risikoverhalten mehr gefährdet als Frauen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den traumatischen Plexusläsionen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Paresen der Armmuskulatur?
  • vorliegender Arbeitsunfall/ Motorradunfall?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der traumatischen Plexusläsionen sind relevant:

  • bei kompletter Plexuslähmung sind die Willküraktivität der abhängigen Muskeln erloschen und nach 10- 14 Tagen zeigt sich Spontanaktivität
  • Plexusüberleitungszeit bei Reizung am Erb- Punkt und Ableitungen von den Mm. deltoideus, biceps und triceps ist verlängert, die SSEPs sind blockiert
  • elektrisch ausgelöste Muskelaktionspotentiale nehmen nach dem 7. Tag an Amplitude ab
  • Zeichen des Wurzelausrisses ist, dass bei fehlender Erregbarkeit der motorischen Fasern und subjektiver Sensibilitätsstörung die sensiblen Nervenfasern elektrisch erregbar sind, weil die Kontinuität der sensiblen Fasern zum Spinalganglion nicht unterbrochen ist

Klinik

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Die traumatischen Plexusläsionen können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Plexusläsion im lateralen Halsdreieck: Ausfälle der Schultergürtel-, Arm- und Handmuskulatur
  • Plexusläsion im Bereich der Axilla: arm- und handbetonte Lähmungen mit entsprechenden Sensibilitätsausfällen
  • Obere Plexuslähmung (Erbsche Lähmung): Ausfälle der Schultergürtel- und Oberarmmuskulatur (ohne Ellenbogenstrecker)
  • Betroffen sind C5 und C6
  • Untere Plexuslähmung (Klumpkesche Lähmung): Ausfälle der Unteram- und Handmuskulatur (einschließlich Ellenbogenstrecker)
  •  Betroffen sind C7 bis Th1

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei traumatischen Plexusläsionen umfassen folgendes:

  • zunächst konservativ: Lagerung des Armes in Abduktionsschiene, passive Bewegungen in den Finger, Hand und Ellenbogengelenken
  • sind nach spätestens 2 Monaten noch keine Zeichen der Rückbildung zu erkennen, obwohl nach dem Befund ein Wurzelausriss unwahrscheinlich ist, sollte man bei oberer Plexuslähmung die Indikation zur operativen Revision stellen
  • bei manchen traumatischen Plexusläsionen mit erheblichen Hämatomen und Frakturen der Klavikula und des Akromion kann eine frühzeitige Dekompression indiziert sein

Komplikationen

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Bei traumatischen Plexusläsionen kommen folgende Komplikationen vor:

  • Wurzelausriss: ist schon im frühen Stadium durch blutigen Liquor ( Einreissen von Wurzelgefäßen), selten durch begleitende Rückenmarkssymptome zu erkennen
  • kann später mit MRT bzw. Myelo- CT diagnostiziert werden

Zusatzhinweise

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  • Prognose ist beim Wurzelabriss sehr ungünstig
  • für die übrigen Formen der traumatischen Plexusläsion ist die Prognose umso schlechter, je mehr auch die proximalen Muskeln des Schultergürtels betroffen sind und je schwerer und weiter ausgedehnt die Sensibilitätsstörung ist
  • in Einzelfällen entsteht eine Plexuslähmung durch den Druck schwerer Lasten, die auf der Schulter getragen werden
  • hierzu sind besonders magere Personen disponiert
  • die Prognose ist gut

Literaturquellen

Traumatische Läsion des Plexus cervicobrachialis

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  • Poeck,Hacke,Neurologie,Springer Verlag
  • Masuhr,Neumann, Duale Reihe Neurologie, Thieme Verlag
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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