Tinea manus et pedis

Synonyme: Hand-Fuß-Dermatophytose, Hand- und Fußmykose, Handpilz, Fußpilz, Fusspilz

Definition

Tinea manus et pedis

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Die Tinea manus et pedis ist eine Pilzinfektion mit Dermatophyten, die vor allem die Haut an den Händen und Füßen betrifft.


Ätiologie

Tinea manus et pedis

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Bei der Tinea manus et pedis handelt es sich um eine durch Dermatophyten bedingte entzündliche Hauterkrankung.

Die häufigsten Dermatophyten sind:

  • Trichophyton rubrum 
  • Trichophyton mentagrophytes 
  • Mikrosporum 
  • Epidermophyton floccosum

Die Infektion kann durch Sporen z.B. in Schwimmbad, auf Teppichen übertragen werden, welche monatelang virulent bleiben.

Pathophysiologie: Bildung von Keratinasen durch die Pilze, die Keratin abbauen können

Risikofaktoren, die bei der Entstehung der Infektion eine wichtige Rolle spielen, sind:

  • Feuchtigkeit und Wärme (Schuhe)
  • Hyperhidrose
  • Akrozyanose
  • gestörte Hautbarriere 
  • Immunabwehrstörungen
  • Familiäre Disposition 
  • Fußfehlstellungen
  • Benutzung öffentlicher Badeeinrichtungen 
  • Männliches Geschlecht 
  • Traumen 
  • Periphere Neuropathie 
  • Diabetes mellitus 
  • Durchblutungsstörungen

Epidemiologie

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  • Die Tinea manus et pedis ist eine Pilzinfektion, die relativ häufig vorkommt.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Tinea manus et pedis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen?
  • Lokalisation? 
  • Was für Beschwerden: Rötung mit Juckreiz? Schmerz? Schuppige Bereiche?  Lymphknotenschwellungen?
  • Hat sich der Befund verbreitert? Verlauf? Eitriger Ausfluass? (Superinfektionen?)
  • Infektionsquellen: Haustiere?
  • Häufige Schwimmbadbesuche?
  • Befallene Familienmitglieder?
  • Autoimmune Erkrankungen? andere Grunderkrankungen?
  • Immunsuppressive Therapie?
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Tinea manus et pedis sind relevant:

  • Anamnese
  • klinische Inspektion (Rötung, Schuppung, Kratzspuren, versteckte Herde an Gesicht, Hals, Stamm, Extremitäten); Die Diagnose kann oft bereits klinisch gestellt werden.
  • Inspektion des betroffenen Hautareals mittels UV-Licht (Wood-Licht-Lampe) zur Aufdeckung klinisch nur diskret befallener Areale mit bestimmten Dermatophyten oder Malasseziaarten sowie orientierender Einordnung der Erreger.
  • Labor: Blutbild, Differentialblutbild, Entzündungsparameter
  • Mikroskopischer Nachweis von Pilzelementen (Hyphen und Sporen) im Nativpräparat
  • Materialentnahme zur mykologischen Untersuchung vom Rand schuppender Herde nach Desinfektion der Hautoberfläche (bakterielle Keime müssen eliminiert werden, da sie das Pilzwachstum in der Schale überwuchern können) → Kultur von Gewebeproben (Anzüchtung von den Keinem auf geeigneten Nährböden i.d.R. bei 28° C bzw. Raumtemperatur über 1 bis 3 - 4 Wochen, je nach dem Spezies; im Falle von Wachstum: makroskopische und mikroskopische Beurteilung auf morphologischer Basis möglich)
  • evtl. Materialgewinnung zur weiteren Labordiagnostik

Klinik

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Die Tinea manus et pedis wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • randbetonte, unregelmäßige scharf begrenzte Plaques und Papeln 
  • häufig Schuppung teils flächig und diskret ausgebildet
  • Juckreiz, häufig mild
  • Gelegentlich squamös-hyperkeratotischer Typ mit asymmetrischen schuppenden Herden
  • teils mit Rhagadenbildung durch Hyperkeratose
  • Interdigitale Mazerationen häufig (erosiv-mazerativer, intertriginöser Typ)
  • evtl. auch dyshydrosiforme Tinea mit Bläschen und Pusteln an Fingern und Handtellern oder Fußgewölbe
  • Begleitende Onychomykose nicht selten

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Tinea manus et pedis umfassen folgendes:

Topische Lokaltherapie (in Form von Gelen, Lösungen, oder Cremen):

  • Wirkstoffe: Ciclopirox-Olamin, Terbinafin, Clotrimazol, Miconazol, Econazol, Bifonazol
  • Ciclopirox-Olamin Lösung bzw. Creme 2 x täglich auftragen und leicht einreiben bzw. antrocknen lassen. Puder 1 – 2 x täglich aufstreuen Die Behandlungsdauer beträgt ca. 2 Wochen. Zur Vermeidung von Rückfällen wird empfohlen, die Behandlung darüber hinaus noch 1 –2 Wochen weiterzuführen.
  • Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder sollen nicht mit Puder behandelt werden. Eine Behandlung mit anderen Zubereitungsformen sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.
  • Terbinafin-Creme wird einmal täglich bei Erwachsenen oder bei Kindern > 12 Jahre (Erfahrung bei Kindern begrenzt) dünn auf der erkrankten Stelle appliziert. Vor der Applikation sind die erkrankten Hautstellen gründlich zu reinigen und abzutrocknen. Die Creme bzw. das Gel sollte auf die zu behandelnden Stellen und die umgebenden Hautpartien leicht eingerieben werden

Systemische Therapie (bei Versagen einer topischen Therapie) mit:

  • Griseofulvin mikrofein: Dosierung Erwachsene 1 x 500 mg/Tag od. 4 x 125mg/Tag, in schweren Fällen: Verdopplung der Dosis (morgens und abends je 500 mg); Kinder 1-3 x 125 mg (10mg/kg KG) 
  • Itraconazol Hartkapseln; Dosierung bei Erwachsenen und Kindern > 12 Jahre: 1-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 100 mg Itraconazol) über 2 Wochen, oder 1-mal täglich 2 Hartkapsel (entsprechend 200 mg Itraconazol) über 7 Tage; 
  • Dosierung bei Kindern (unter 12 Jahren): nur begrenzte klinische Erfahrungen; die Behandlung sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.

oder

  • Fluconazol Hartkapseln; Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen: 1-mal täglich 50 (-200) mg Fluconazol. Die Dauer der Anwendung beträgt 2 bis 7 Wochen. 
  • Fluconazol sollte bei Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden (nur begrenzte Erfahrung). Das Medikament sollte bei Kindern unter 16 Jahren nur angewendet werden, wenn keine therapeutische Alternative zur Verfügung steht.
  • Terbinafin (Allylamine; Wirkort: Plasmamembran, Ergosterinbiosynthese-Inhibition; fungizide Wirkung); Dosierung bei Erwachsenen: 1 Tablette (250 mg) täglich über 4-6 Wochen; 
  • Dosierung bei Kindern unter 12 Jahren: nur begrenzte klinische Erfahrungen; die Behandlung sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.

ggf. Desinfektion von Schuhen bei Tinea corporis im Fußbereich oder antimykotische Maßnahmen wie Puder mit Ciclopiroxolamin

Prophylaxe:

  • Expositionsprophylaxe: Füße nach Besuch von z.B. Schwimmbädern gründlich trocknen ggf. föhnen
  • grundsätzlich Badeschuhe nutzen

Komplikationen

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Bei der Tinea manus et pedis kommen folgende Komplikationen vor:

  • Bakterielle Superinfektion bei ausgedehnten Befunden
  • Narbenbildung 

Zusatzhinweise

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Systemische Therapie setzt immer einen mykologischen Nachweis voraus.


Literaturquellen

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  1. (2008) Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft - Tinea der freien Haut
  2. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M – Dermatologie und Venerologie – Springer, Heidelberg
  3. (2009) AWMF - Leitlinie - Tinea der freien Haut
  4. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2010) Rote Liste
  6. www.fachinfo.de
  7. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  8. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  9. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Tinea manus et pedis

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