Tinea barbae

Synonyme: Bartkrätze, Ringelflechte des Bartes

Definition

Tinea barbae

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Bei der Tinea barbae handelt es sich um eine Pilzinfektion, die gehäuft bei Männern im Bereich des Bartes auftritt und vor allem den Haarschaft und die Haarfollikel betrifft.


Ätiologie

Tinea barbae

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Die Tinea barbae ist eine Dermatophyten-Infektion (Trichophyton-/Mikrosporum-Arten).

Der Pilzbefall führt zu Entzündung und Gewebsschädigung → Brüchigwerden der Haare sowie Sporenablagerung am Haarschaft

Risikofaktoren:

  • Prädisposition durch Immundefizienz
  • gestörte Hautbarriere

Epidemiologie

Tinea barbae

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Zur Epidemiologie der Tinea barbae sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

Tinea barbae

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Anamnese

Tinea barbae

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Bei der Tinea barbae sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen?
  • Ausdehnung der Pilzinfektion?
  • Andere behaarte Körperstellen betroffen?
  • Juckreiz?
  • Schmerz?
  • Haarausfall?
  • Rötung?
  • Schuppung?
  • Immunsuppression?
  • Infektionsquelle?

Diagnostik

Tinea barbae

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Zur diagnostischen Abklärung der Tinea barbae sind relevant:

  • klinische Inspektion (Rötung, Schuppung, Kratzspuren)
  • Inspektion des betroffenen Hautareals mittels UV-Licht (Wood-Licht-Lampe) zur Aufdeckung klinisch nur diskret befallener Areale mit bestimmten Dermatophyten oder Malasseziaarten sowie orientierender Einordnung der Erreger.
  • Mikroskopische Untersuchung (Nativpräparat)
  • Kultur von Gewebeproben (Anzüchtung von den Keinem auf geeigneten Nährböden i.d.R. bei 28° C bzw. Raumtemperatur über 3 - 4 Wochen; im Falle von Wachstum: makroskopische und mikroskopische Beurteilung auf morphologischer Basis möglich)
  • evtl. Materialgewinnung zur weiteren Labordiagnostik

Klinik

Tinea barbae

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Die Tinea barbae charakterisiert sich durch folgende klinische Merkmale:

  • die Erkrankung manifestiert sich durch vereinzelte, eitrige Follikulitiden; die Erreger werden schnell beim Rasieren weiterverbreitet.
  • Rötung, Schmerz, Juckreiz, Schuppung, evtl. entzündete Pusteln an den betroffenen Hautarealen
  • abgebrochene Haare/Allopezie/Vernarbungen kommen oft vor
  • im weiteren Verlauf entwickeln sich weiche, infiltrierte, furunkuloide Knoten
  • manchmal kommen Lymphknotenschwellung und Allgemeinerscheinungen als Begleitsymptome vor.

Therapie

Tinea barbae

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Tinea barbae umfassen folgendes:

Topische Lokaltherapie (in Form von Gelen, Pudern, Lösungen oder Cremen):

  • Wirkstoffe: Ciclopirox-Olamin, Terbinafin, Clotrimazol, Miconazol, Econazol, Bifonazol
  • Ciclopirox-Olamin Lösung bzw. Creme 2 x täglich auftragen und leicht einreiben bzw. antrocknen lassen. Puder 1 – 2 x täglich aufstreuen Die Behandlungsdauer beträgt ca. 2 Wochen. Zur Vermeidung von Rückfällen wird empfohlen, die Behandlung darüber hinaus noch 1 –2 Wochen weiterzuführen.
  • Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder sollen nicht mit Puder behandelt werden. Eine Behandlung mit anderen Zubereitungsformen sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.
  • Terbinafin-Creme wird einmal täglich bei Erwachsenen oder bei Kindern > 12 Jahre (Erfahrung bei Kindern begrenzt) dünn auf der erkrankten Stelle appliziert. Vor der Applikation sind die erkrankten Hautstellen gründlich zu reinigen und abzutrocknen. Die Creme bzw. das Gel sollte auf die zu behandelnden Stellen und die umgebenden Hautpartien leicht eingerieben werden

Systemische Therapie (bei Versagen einer topischen Therapie) mit:

  • Griseofulvin mikrofein: Dosierung Erwachsene 1 x 500 mg/Tag od. 4 x 125mg/Tag, in schweren Fällen: Verdopplung der Dosis (morgens und abends je 500 mg); Kinder 1-3 x 125 mg (10mg/kg KG) 
  • Itraconazol Hartkapseln; Dosierung bei Erwachsenen und Kindern > 12 Jahre: 1-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 100 mg Itraconazol) über 2 Wochen, oder 1-mal täglich 2 Hartkapsel (entsprechend 200 mg Itraconazol) über 7 Tage; 
  • Dosierung bei Kindern (unter 12 Jahren): nur begrenzte klinische Erfahrungen; die Behandlung sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.

oder

  • Fluconazol Hartkapseln; Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen: 1-mal täglich 50 (-200) mg Fluconazol. Die Dauer der Anwendung beträgt 2 bis 7 Wochen. 
  • Fluconazol sollte bei Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden (nur begrenzte Erfahrung). Das Medikament sollte bei Kindern unter 16 Jahren nur angewendet werden, wenn keine therapeutische Alternative zur Verfügung steht.
  • Terbinafin (Allylamine; Wirkort: Plasmamembran, Ergosterinbiosynthese-Inhibition; fungizide Wirkung); Dosierung bei Erwachsenen: 1 Tablette (250 mg) täglich über 4-6 Wochen; 
  • Dosierung bei Kindern unter 12 Jahren: nur begrenzte klinische Erfahrungen; die Behandlung sollte nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.

Komplikationen

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Bei der Tinea barbae kommen folgende Komplikationen vor:

  • Superinfektionen
  • Narbenbildung
  • Alopezie 

Zusatzhinweise

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Die Tinea barbae wird durch sehr hohe Kontagiosität gekennzeichnet!


Literaturquellen

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  1. (2007) Rassner - Dermatologie - Elsevier, München
  2. (2005) Netters Dermatologie, Thieme, Stuttgart
  3. (2009) AWMF - Leitlinie - Tinea der freien Haut
  4. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  5. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  6. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2010) Rote Liste
  8. www.fachinfo.de
  9. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  10. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  11. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Tinea barbae

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