Thoraxverletzungen

Synonyme: Thoraxtraumen

Definition

Thoraxverletzungen

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Thoraxverletzung (auch Thoraxtrauma) ist eine Verletzung im Bereich des Brustkorbs und/oder der intrathorakal lokalisierten Organe durch äußere Krafteinwirkung.


Ätiologie

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  • meist als stumpfes Thoraxtrauma idR eines Polytraumas
  • Thoraxtraumen sind im Kindesalter zum einen durch mechanische Ursachen hervorgerufen
  • zum anderen liegen aber 50% der Fälle Verbrennungen, Verbrühungen, Verätzungen und Fremdkörperingestionen vor

Epidemiologie

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  • bei den mechanischen Ursachen sind es 25% knöcherne Verletzungen
  • in 25% sind die Organe verletzt
  • in nur 1% kommt es zu penetrierenden Verletzungen, ansonsten überwiegen die stumpfen Thoraxtraumen
  • das isolierte Thoraxtrauma ist relativ selten und nur bei 1% der Unfälle im Kindesalter betrifft es den Thorax
  • bei Polytraumapatienten sind in 50% der Fälle Thoraxverletzungen mit vorhanden

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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  • Inspektion
  • Auskultation
  • Perkussion
  • Palpation
  • veränderte Atmung?
  • Prellmarken?
  • Austritt von blutigem Schaum?
  • behinderte Atemexkursion?
  • evtl. Fremdkörperaspiration?
  • Hautemphysem und paradoxe Atmung?
  • Dyspnoe?
  • Tachypnoe?
  • Zyanose?
  • Ateminsuffizienz?
  • Hautemphysem?
  • Hämoptyse?
  • paradoxe Atembewegungen?
  • Röntgen-Thorax
  • CT-Thorax
  • Labordiagnostik

Diagnostik

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  • Röntgenuntersuchung des Thorax in 2 Ebenen
  • CT-Untersuchung
  • Skelettverletzungen erkennen
  • Pneumothoraces
  • Hämatothoraces
  • Flüssigkeitsansammlungen
  • mediastinale Verletzungen erkennen
  • Lungenkontusion
  • Labordiagnostik mit Blutuntersuchung, Blutgasanalyse und der Oxygenierungsindex sind von herausragender Bedeutung

Klinik

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  • veränderte Atmung
  • Prellmarken
  • Austritt von blutigem Schaum bei penetrierenden Verletzungen
  • behinderte Atemexkursion
  • evtl. Fremdkörperaspiration
  • Hautemphysem und paradoxe Atmung können Anzeichung von dramatischen Situationen sein
  • Dyspnoe
  • Tachypnoe
  • Zyanose
  • Ateminsuffizienz bei schwersten Thoraxverletzungen mit ggf. Organperforation von Ösophagus und Trachea
  • diese schwersten Verletzungen können durch hautemphysem, Hämoptyse oder paradoxe Atembewegungen erkannt werden

Therapie

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  • Behandlung der Lungenkontusion und der danach daraus resultierenden respiratorischen Insuffizienz
  • nach Sicherung der Atemwege ist die Intubation die nötige Konsequenz
  • in ausweglosen Fällen kann dann die Tracheotomie bzw. die Punktionstracheotomie notwendig werden
  • entsprechend der Diagnostik sind Drainagen effizient zu platzieren
  • die ausschließliche Punktion ist bei Traumapatienten nicht zu empfehlen
  • besonderes Augenmerk sollte auf den Hämatokrit gerichtet werden, um den koloidosmotischen Druck nicht zu stark zu senken
  • das klassische Intensivmonitoring ist anzuwenden
  • in der Beatmungstherapie sind neben konventionellen Techniken, die Hochfrequenzbeatmung, die oszillierende Beatmung, und in Ausnahmefällen die extrakorporale Therapie (ECLA) möglich und notwendig
  • das Tidalvolumen muss gewichtsangepasst gewählt, die Hyperkapnie sollte vermieden werden
  • die prinzipiellen Probleme der Sekretretention sowie der artifiziellen Extubation müssen unbedingt vermieden werden
  • wichtig ist auch die Bedeutung der strengen Monitoring einer Infektion
  • von besonderem Augenmerk sind die Lagerung, die Physiotherapie, die letztlich einen wesentlichen Beitrag im gesamttherapeutischen Regime leisten

Komplikationen

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  • die zusätzliche Infektion bei Lungenkontusion kann zu einem deletären Organversagen führen

Zusatzhinweise

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Prognose:

  • ist bei adäquater Therapie gut einzuschätzen
  • zwei Drittel der Pat. zeigen keine Residuen, 14% geringfügige bis schwere Beeinträchtigung
  • die Letalität beim Thoraxtrauma liegt bei einer Verletzung von Thorax und Abdomen bei 20%, bei zusätzlichen Schädel-Hirn-Trauma bei 35%

Literaturquellen

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  1. D. von Schweinitz, B. Ure - Kinderchirurgie: Viszerale und allgemeine Chirurgie des Kindesalters - Springer Verlag
  2. L. Dorlöchter, M. Radke, M. Müller - Pädiatrie auf den Punkt gebracht - Walter de Gruyter

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