Thalamusblutung

Synonyme: Thalamusblutung,Hirnblutung,IZB

Definition

Thalamusblutung

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Die Thalamusblutung ist eine Blutung in das Hirnparenchym, die nicht traumatisch bedingt ist.


Ätiologie

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Die Ursachen der Thalamusblutung sind:

  • hoher Blutdruck ist der wichtigste Risikofaktor ( bei 70 % der Patienten)
  • andere Ursachen sind die Amyloidangiopathie und Gefäßmissbildungen

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zur Thalamusblutung sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • betroffen sind vor allem Menschen mit hohem Blutdruck, Übergewicht und starke Raucher
  • Männer und Frauen sind etwa gleichhäufig betroffen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Thalamusblutung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bilaterale Pyramidenbahnzeichen?
  • Hemiparese?
  • Bewusstseinsstörungen?
  • vertikale Blickparese?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Thalamusblutung sind relevant:

  • CT:erfasst Lage und Ausdehnung der Blutung, die sich als Zone erhöhter Dichte darstellt
  • etwa 33% der intracerebralen Blutungen dehnen sich in den ersten 12- 24 Stunden noch weiter aus--> daher am Folgetag eine CT Kontrolluntersuchung notwendig
  • Größenzunahme zwischen Erst und Kontrolluntersuchung kann bis zu 30% betragen
  • MRT: sehr empfindlich in der Aufdeckung von Blutungen
  • Preis, Verfügbarkeit und die Tatsache, dass manche Patienten zu krank sind, um eine MRT in der Akutphase zu tolerieren, sprechen dagegen
  • MR- Angiographie kann einen ersten Eindruck über zugrunde liegende Gefäßanomalien geben
  • Angiographie: selektive, intraarterielle DSA nur indiziert, wenn ausgedehnte subarachnoidale Blutanteile oder eine atypische Lage der Blutung an ein früh operables Aneurysma oder eine arteriovenöse Gefäßmissbildung denken lassen
  • bei jüngeren Patienten und Patienten ohne wesentliche Hochdruckanamnese zum Ausschluss seltener Ursachen der ICB und beim Verdacht auf eine Durafistel sinnvoll

Klinik

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Die Thalamusblutung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • kontralaterale Sensibilitätsstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Hemiparese
  • bilaterale Pyramidenbahnzeichen
  • vertikale Blickparese, oft mit Blickdevation nach unten bei kleinen, ber reaktiven Pupillen
  • vertikale Blickparese entsteht durch Läsion der Kerne in der Nachbarschaft der hinteren Komissur und der Periaquäduktregion ( Nucleus interstitialis)
  • Ventrikeleinbruch häufig
  • die miotisch auf Licht reagierenden Pupillen sind Folge einer Sympathikusläsion

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Thalamusblutung umfassen folgendes:

  • Konservative Therapie

          Behandlung der Blutungsausdehnung

  • intravenöse Gabe von rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa) senkte in Studien die Rate der Nachblutungen um 50% -> Medikament aber für diese Indikation noch nicht zugelassen
  • Ventrikeldrainage und intraventrikuläre Lyse
  • bei zunehmender Ventrikelerweiterung oder ausgedehnter intraventrikuklärer Blutung wird eine Ventrikeldrainage gelegt
  • hierbei kann auch ein Thrombolytikum (rt-PA) intraventrikulär appliziert werden
  • Künstliche Beatmung
  • stark bewusstseinsgestörte und komatöse Patienten mit Verlust der Schutzreflexe und respiratorischer Insuffizienz werden intubiert und beatmet
  • bei Intubation muss reflektorische Blutdruckerhöhung vermieden werden, da sie eine Nachblutung oder Blutungsausdehnung verursachen kann
  • man gibt daher kurz wirksame Sedativa oder Barbiturate, gelegentlich Muskelrelaxanzien
  • Behandlung des erhöhten intrazerebralen Drucks
  • länger dauernde Osmotherapie kann zu einer Anreicherung der osmotischen Substanz in der Blutung und so zur Wasseraufnahme und weiteren Ausdehnung des geschädigten Bezirks führen
  • Mannitol sollte nur kurzzeitig eingesetzt werden
  • empfohlen die Osmotherapie mit Diuretika ( Furosemid) zu kombinieren
  • Barbiturate, Tris- Puffer und hypertone Kochsalzlösungen werden ebenfalls eingesetzt
  • Steroide können bei Blutungen eingesetzt werden, wenn die Ödembildung um die Blutung besonders ausgeprägt ist: man gibt 40-80 mg Dexamethason im Bolus, gefolgt von 2 -mal 16 mg pro Tag, über 7- 10 Tage ausschleichend
  • Blutdrucksenkende Therapie
  • deutlich erhöhte Blutdruckwerte müssen gesenkt werden, eine zu drastische Senkung nicht sinnvoll, da dies den Perfusionsdruck im Gewebe um den Blutungsherd kritisch beeinträchtigen kann
  • am häufigsten setzt man Urapidil und Betablocker ein

Komplikationen

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Bei der Thalamusblutung kommen folgende Komplikationen vor:

  • Ventrikeleinbruch
  • vertikale Blickparese

Zusatzhinweise

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  • eine einseitige Thalamusblutung kann eine beidseitige Störung der Sprachdiskrimination erklären

Literaturquellen

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Poeck,Hacke,Neurologie,Springer Verlag, 12. Auflage

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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