Tetanus

Synonyme: Wundstarrkrampf

Definition

Tetanus

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Tetanus ist eine durch die Toxine des Bakterium Clostridium tetani ausgelöste Infektionskrankheit. Charakteristisch ist eine paroxysmale extreme Tonuserhöhung der gesammten quergestreiften Muskulatur infolge einer Blockade der Renshaw-Hemmung.


Ätiologie

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Die Ursachen des Tetanus sind:

  • Clostridium tetani Toxin
  • Inkubationszeit: 10 Tage
  • Clostridium-tetani-Sporen Vorkommen ubiquitär 
  • resistent gegen Hitze und überleben jahrelang in der Erde
  • unter anaeroben Bedingungen bilden Bakterien Exotoxin: Tetanospasmin

Pathophysiologie:

  • Wundbefall mit Clostridium tetani, ein grampositives, sporenbildendes Stäbchen (Anaerobier), das praktisch überall vorkommt, vor allem im feuchten Holz, in feuchter Erde, im Kot, an Pflanzen
  • Clostridium produziert Neurotoxine, die von der Wunde zu den Motoneuronen im Rückenmark und in den Hirnnervenkernen gelangen
  • Sie führen zu einer erhöhten motorischen Aktivität mit Tetanie der Muskeln bereits bei kleinsten Reizen

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zum Tetanus sind zur Zeit nicht verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Tetanus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Impfstatus?
  • Herzrhythmusstörungen?
  • Temperatur?
  • Muskelkrämpfe?
  • Muskelschmerzen?
  • Vorerkrankungen?
  • Chronische Wunden?
  • Verletzungen?

Diagnostik

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Beim Tetanus sind folgende diagnostische Maßnahmen von Bedeutung:

  • Anamnese: vorangegangene Verletzung
  • Evtl. Erregernachweis durch Wundabstrich oder im Wundausschnitt
  • Tetanus-Antitoxinnachweis im Serum (Impftiter: Te-Antitoxin > 0,01 IE/ml Serum)
  • EMG: ständige Aktivitätspotentiale ohne Ruhepotentiale

Klinik

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Tetanus kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Anfangs Kopfschmerzen, Schweissausbrüche, motorische Unruhe, Müdigkeit, Parästhesien im Wundbereich
  • im weiteren Verlauf: schmerzhaft klonische Krämpfe der quergestreiften Muskeln im Gesicht (grinsendes Gesicht, Risus sardonicus, Kieferklemme), in der Rückenmuskulatur (Reklination des Kopfes und Überstrecken des Rumpfes, Opisthotonus), in der Zwerchfellmuskulatur mit Singultus, Dyspnoe, Atemlähmung
  • Hinzu kommen Schwindel, Schlaflosigkeit, Muskelschmerzen, Fieber bis 42°C, kardiale Symptome (Rhythmusstörungen, Blutdruckanstieg)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Tetanus umfassen folgendes:

  • Grosszügige Wundexzision der Primärwunde
  • Offene Wundbehandlung
  • Tetanustoxoid (Tetanol): 4 x 0,5 ml
  • Tetanus-Immunglobulin 10000 IE, an den folgenden Tagen 3000 IE bis zum Abklingen der Muskelkrämpfe
  • Glukokortikoide: Prednison 1 mg/kg KG/Tag
  • Sedierung mit Phenobarbital
  • Relaxation mit Succinylcholin und Beatmung
  • Isolierung im abgedunkelten und ruhigen Raum
  • Thromboseprophylaxe
  • Infektionsprophylaxe: Breitbandantibiotika
  • Ein- und Ausfuhrkontrolle, evtl. parenterale Ernährung, Hypothermie

Komplikationen

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Die Letalität des neonatalen Tetanus liegt bei bis zu 30%.


Zusatzhinweise

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Tetanus-Prophylaxe

  • Passive Immunisierung
  • Aktive Immunisierung
  • Immunisierung im Verletzungsfall (Simultanimpfung/ 250 I.E. Tetanushyperimmunglobulin+0,5 ml Tetanol)

Literaturquellen

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  1. (2004) Müller M - Chirurgie für Studium und Praxis - Breisach
  2. (2000) Illing S, Ledig T - Impfungen - Urban & Fischer
  3. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  4. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  5. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  6. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  7. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  8. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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