Tertiärstadium (Syphilis)

Synonyme: Lues 3

Definition

Tertiärstadium (Syphilis)

Bearbeitungsstatus ?
  • infektiöse, kontagiöse, meist chronisch- stadienhaft verlaufende Allgemeininfektion
  • Erreger: Treponema pallidum (Spirochäte)
  • Tertiärstadium an Haut und fast alle inneren Organen lokalisiert

Ätiologie

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Übertragung meist über Geschlechtsverkehr
  • Eintrittspforten sind kleinste Läsionen in der scheinbar intakten Haut- / Schleimhaut
  • meist Genital- und Analbereich betroffen, selten extragenitale Manifestationen wie zB. die Mundhöhle

Epidemiologie

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • weltweit verbreitet mit unterschiedlichem Durchseuchungsgrad
  • in Europa Tendenz eher abnehmend mit 5 Fällen pro 100000 Einwohnern -> penicillinbedingt

Differentialdiagnosen

Tertiärstadium (Syphilis)

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Anamnese

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Auffälligkeiten an Haut und Schleimhaut? Schmerzhaft?
  • In Vergangenheit einmal an Syphilis erkrankt gewesen?
  • neurologische Defizite?
  • neuaufgetretene Herzprobleme?

Diagnostik

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Klinisches Bild
  • Erregernachweis nicht möglich!
  • Seroreaktionen in Blut und Liquor, evtl. Liqourdaignostik nötig:
  1. VDRL Mikroflockungstest: nicht spezifisch, gut zur Verlaufskontrolle geeignet
  2. TPHA Test: spezifisch, als Suchtest geeignet
  3. FTA-Abs Test: sichert die Diagnose bei positivem TPHA Test
  4. TPI- Test: nur bei Spezialfragestellungen eingesetzt
  5. ( FTA- IgM Test): sichert die Diagnose Neuinfektion

Klinik

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Haut: alle Hautherde nicht mehr kontagiös
    Kutane Syphilide; Anzahl jedoch gegenüber Sekundärstadium deutlich reduziert
    Subkutane Syphilide (Gummen): an Haut, Schleimhaut und Periost -> spätere Einschmelzung und Gewebszerstörung möglich

  • ZNS: spättertiäre Manifestation (Neurosyphilis); 2 mögliche Formen:
  • Meningovaskuläre Form: Meningen und Gefäße von Rückenmark und Gehirn betroffen; tritt ca. 4-7 Jahre nach Infektion auf
    Parenchymatöse Form (= Quartärstadium/ Metasyphilis): Befall von Gehirn mit Ausbildung einer progressiver Paralyse und Rückenmark mit Ausbildung eines Tabes dorsalis; Auftreten bis zu 25 Jahre nach Infektion

  • Kardiovaskuläres System: betrifft Aorta mit Klappen mit Herzinsuffizienz oder Aneurysmaausbildung


Therapie

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Stadium 3 ohne Neurosyphilis:
    Penicillin 2,4 Mio. I.E. i.m. dreimal in wöchentlichem Abstand; Bei Penicillinallergie Doxycyclin 2x200mg/d für drei Wochen p.o.
  • Neurosyphyilis:
    Penicillin -G-Infusionen 6X4 Mio. I.E./d für 14 bis maximal 21 Tage

Komplikationen

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • bei Immuninsuffizienz ist mit schwereren Ablauf zu rechnen

Zusatzhinweise

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • tritt nach unterschiedlich langer Latenzzeit ( Monate - Jahre) auf
  • Tertiärstadium an Haut und fast allen inneren Organen lokalisiert (v.a. ZNS und kardiovaskuläres System)
  • Tertiärstadium nicht mehr infektiös
  • die meisten Erreger bereits durch Immunsystem beseitigt, trotzdem wird Entzündungsreaktion durch wenige Keime in versteckten Nischen aufrechterhalten

Literaturquellen

Tertiärstadium (Syphilis)

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  • Rassner  - Lehrbuch und Atlas Dermatologie - 8. Auflage - Urban und Fischer Verlag
  • Herbert Hof, Rüdiger Dörries - Medizinische Mikrobiologie - Duale Reihe - 2. korrigierte Auflage
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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