Synkopen bei neurologischen Krankheiten

Synonyme: syncope, faint, Bewusstlosigkeit

Definition

Synkopen bei neurologischen Krankheiten

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Eine Synkope bei neurologischen Krankheiten ist ein plötzlicher, anfallsartiger Bewusstseinsverlust in Folge einer temporären cerebralen Minderperfusion mit rascher Reorientierung im Rahmen von verschiedenen neurologischen Krankheitsbildern.


Ätiologie

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Die Ursachen der Synkopen bei neurologischen Krankheiten sind:

  • Vaskuläre Krankheiten: Subklavia-Anzapf-Syndrom, drop attacks bei vertebrobasilärer Durchblutungsstörung
  • Stoffwechselstörungen: Mitochondriopathien, M. Wilson
  • Hypophyseninsuffizienz
  • Medikamente: Parkinsonmedikamente, Psychopharmaka, Betablocker
  • Systematrophien: M. Parkinson
  • Multisystematrophien (MSA)
  • Polyneuropathien mit vegetativer Beteiligung

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zu Synkopen bei neurologischen Krankheiten liegen nicht vor.

  • zur Epidemiologie der Grunderkrankungen siehe dort

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei Synkopen bei neurologischen Krankheiten sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Häufigkeit und Kontext der Synkopen?
  • bekannte Vorerkrankungen?
  • weitere neurologische Symptome/Ausfälle?
  • weitere Betroffene in der Familie?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Synkopen bei neurologischen Krankheiten sind relevant:

  • neurologische Untesuchung: psychomotorische Diagnostik (MMST), L-Dopa-Test, autonome Funktionstest (Herzfrequenzvariabilität)
  • kardiovaskuläre Diagnostik:  Ruhe-EKG, Langzeit-EKG/-RR, Herzecho, Karotisdoppler zum Ausschluß kardiovaskulärer Synkopen, evtl. Kipptischversuch
  • bildgebende Verfahren: cCT/cMRT, evtl. FDG-PET bei V.a. Demenz, Neurodoppler
  • Elektrophysiologie: bei V.a. Polyneuropathie
  • Labor: Ausschluß von Stoffwechselstörungen (BZ, TSH, Blutbild); Hormonbasalspiegel und nach Stimulation, evtl. L-Dopa-Test, Kupfer in Blut und Urin, Coeruloplasmin
  • evtl. Muskelbiopsie bei V.a. Mitochondriopathien

Klinik

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Die Synkopen bei neurologischen Krankheiten können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

(Prä-)Synkopale Symptome:

  • Schwindel
  • Schwarzwerden vor Augen
  • Herzklopfen
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Gähnen
  • Tachypnoe
  • Schwäche
  • Verwirrtheit
  • Mydriasis
  • Bradykardie
  • Blutdruckabfall
  • Muskelhypotonie
  • plötzliche Bewusstlosigkeit


Symptome der Grunderkrankung:

  • Demenz (MSA)
  • Stürze (MSA)
  • vegetative Störungen bei MSA (Blasen-/Mastdarmstörungen, Schweißstörungen, erektile Dysfunktion)
  • Muskelatrophie
  • Schwerhörigkeit (Mitochondriopathien)
  • Sehstörungen
  • Parästhesien, Dysästhesien, Brennschmerzen, trophische Störungen (Polyneuropathie)
  • Rigor, Tremor, Akinese, posturale Instabilität (M. Parkinson)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Synkopen bei neurologischen Krankheiten umfassen folgendes:

  • Flachlagerung mit angehobenen Beinen
  • Evtl. Atropin, Volumengabe
  • Salz- und Flüssigkeitzufuhr
  • Meiden von Dehydratation, Stress, Alkoholkonsum
  • Verordnung von Kompressionsstrümpfen
  • Kipptisch-Training
  • Therapie der Grunderkankung

Komplikationen

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Bei Synkopen bei neurologischen Krankheiten kommen folgende Komplikationen vor:

  • Verletzung bei Sturz
  • Progress der Grunderkrankung

Zusatzhinweise

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  • kataplektische Anfälle bei Narkolepsie sind keine Synkopen

Literaturquellen

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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