Strahlenzystitis

Synonyme: strahlenbedingte Zystitis, Cystitis, HWI, Harnwegsinfekt, Blasenentzündung

Definition

Strahlenzystitis

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Die Strahlenzystitis bezeichnet eine Schädigung der Harnblase im Rahmen einer Strahlentherapie von Malignomen im Bereich des kleinen Beckens oder der Harnblase. Grundlage bildet eine gestörte Zirkulationsstörung in deren Folge sich ein bullöses Ödem in der Blasenschleimhaut und daraufhin Narbengewebe bildet. Bei häufiger Exposition besteht die Gefahr einer Schrumpfblase.


Ätiologie

Strahlenzystitis

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Stadien der Strahlenzystitis:

  • radiogenes Ödem 4- 6 Wochen nach Exposition
  • ischämisches Stadium
  • fibrotisches Stadium

Epidemiologie

Strahlenzystitis

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Zur Epidemiologie der Strahlenzystitis liegen derzeit keine Daten vor.


Differentialdiagnosen

Strahlenzystitis

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Anamnese

Strahlenzystitis

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Wichtig bei Strahlenzystitis ist:

  • Strahlentherapie?
  • Blut im Urin?
  • Schmerzen beim Wasserlassen?
  • nächtliches Wasserlassen? Wie oft?
  • Rezidivierende Infekte?
  • Inkontinenz?
  • Fistelung?

Diagnostik

Strahlenzystitis

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Die Diagnostik der Strahlenzystitis umfasst:

  • Streifentests
  • Urinkultur
  • Zystoskopie
  • Miktionszysturethrographie bei V.a. Fistelung

Klinik

Strahlenzystitis

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  • Symptome einer Zystitis (Dysurie, Nykturie, Pollakisurie, Hämaturie)


Stadieneinteilung der Strahlenzystitis:

  • Grad 1: < 5 Stühle/d + Mikrohämaturie
  • Grad 2: > 5 Stühle/d + Makrohämaturie
  • Grad 3: wässrige Stühle + Pollakisurie < stündlich
  • Grad 4: Perforation + Harnblasenkapazität < 100 ml
  • Grad 5: jede tödliche Komplikation

Therapie

Strahlenzystitis

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  • akute Zystitis: Diuresesteigerung und Anticholinergika
  • Harnblasentamponade: endoskopische Therapie
  • epsilon-Aminocapronsäure bis 35 mg als 4 Einzeldosen über 4 Wochen
  • intravesikale Therapie: Kalium-Aluminiumsulfat 1% Spülung mit 100-600 ml/h
  • Formalin 1% in Narkose über 10 min Instillation - hohe Nebenwirkungsrate
  • Silbernitrat 0,25-2% in Narkose über 10 min Instillation - hohe Nebenwirkungsrate
  • epsilon-Aminocapronsäure Dauerspülung über 1-2 Tage
  • Hydrodistension der Blase über 6-7 Stunden - schlechte Dauerergebnisse
  • Hyperbare Sauerstofftherapie 10-60 Anwendungen - 2-3 atm Sauerstoff - 75-120 min - 80% Ansprechen - Langzeitwirkung 30% - Nebenwirkungsarm
  • Palliative Zystektomie mit Harnableitung über Colonconduit oder Harnleiter-Haut-Fistel - erhöhte Morbidität und Mortalität gegenüber nicht radiogenen Indikationen zur Resektion einer inkontinenten Schrumpfblase
  • Harnwegsinfekte während der Strahlentherapie: in der Regel bakteriell - komplizierte Harnwegsinfekte Ciprofloxacin 2 x 250 mg 14 Tage

Komplikationen

Strahlenzystitis

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Zusatzhinweise

Strahlenzystitis

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Zusatzhinweise zur Strahlenzystitis liegen derzeit nicht vor.


Literaturquellen

Strahlenzystitis

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  1. (2007) Henne-Bruns D, Düring M, Kremer B - Chirurgie - Thieme, Stuttgart, Duale Reihe
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  7. (2007) Kloeters O, Müller M - Crashkurs Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
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