Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

Definition

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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Die straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz beinhaltet den Einsatz dermatokosmetischer Wirkstoffe mit dem Ziel, Hautalterungserscheinungen zu minimieren, Falten zu glätten und ein ästhetisches Äußeres zu bewahren. Der zusätzliche UV-Schutz beugt der Hautalterung, sowie anderen unerwünschten Effekten infolge der Einwirkung von Sonnenstrahlen wie Sonnenbrand oder Hautkrebs, vor.


Ätiologie

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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Pathogenese:

  • Die Freisetzung von freien Sauerstoffradikalen führt zur Alterung der Haut.
  • Die Epidermisdicke nimmt bei gealterter Haut ab.
  • reduziertes subkutanes Gettgewebe.
  • gestörtes Gleichgewicht zwischen den physiologischen Parametern: Feuchtigkeitsgehalt, Talgproduktion, Verhornung und Abschuppung. 

Folgende Faktoren fördern die Hautalterung bzw. die Faltenbildung:

Intrinsische Hautalterung:

  • genetische Disposition
  • Chronische Erkrankungen: Atopie, Neurodermitis, Diabetes mellitus, Leber-, Gallen-, Nierenerkrankungen etc.
  • Vitaminmangel 
  • gestörtes Gleichgewicht zwischen den physiologischen Parametern: Feuchtigkeitsgehalt, Talgproduktion, Verhornung und Abschuppung

Extrinsische Hautalterung:

  • Anwendung von austrocknenden Externa
  • intensive Anwendung von Seifen, häufiges Duschen oder Baden (Übermäßige Körperpflege)
  • häufige Sonnenbrände, UV-Strahlung beschleunigen die Hautalterung
  • Rauchen, Stress
  • Medikamente

Epidemiologie

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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  • Die ersten Fältchen entwickeln sich schon ab dem 30. Lebensjahr.
  • Frauen leiden mehr unter der Bildung von den  Falten als Männer.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der straffenden Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bisherige Externa?
  • Ziele und Wünsche des Patienten
  • Abklärung und Besprechung von Risikofaktoren für die Faltenbildung (u.a. Rauchen, UV-Bestrahlung)
  • Zeitlicher Zusammenhang mit Änderungen der Lebensgewohnheiten (Sport, Ernährung (Vitamin-C-Überdosierungen etc.)?
  • Den Patienten nach Hauttyp (fett?/trocken?) fragen (subjektives Empfinden des Patienten)
  • bekannte Hauterkrankungen (Atopie?)
  • bekannte Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen in der Familie?
  • Vorbehandlungen mit Fillern / Botulinum-Toxin?
  • Allergien?
  • Medikamentenanamnese

Diagnostik

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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Vor dem Beginn der straffenden Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz sind relevant:

  • Anamnese
  • klinische Untersuchung

Klinik

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Die reifere Haut wird durch die folgenden klinischen Merkmale gekennzeichnet:

  • dünne, trockene, wenig elastische, leicht verletzbare Haut
  • zigarettenpapierartige, atrophische Haut
  • Rötung
  • Juckreiz

Therapie

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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Die straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz umfasst folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Aufklärung bzw. Beratung des Patienten.
  • Eine konsequente und geeignete Hautpflege zur Faltenreduktion in Kombination mit einem Lichtschutzmittel ist ideal zur Prophylaxe von Faltenbildungen. Zudem wird das Risiko von malignen Hauttumoren und Präkanzerosen gesenkt.
  • Eine Aufklärung über weitere Risikofaktoren (z.B. Rauchen, UV-Strahlung) sollte erfolgen.
  • Empfehlungen zum vernünftigen Verhalten bei Sonnenexposition sowie zur behutsamen Lichtgewöhnung am Beginn der sonnenreichen Jahreszeit.
  • Empfehlung bzw. Rezeptierung von geeigneten Externa. Sie sollten die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten und möglichst wenig potentiell allergieinduzierende Kontaktallergene enthalten (z.B. Parabene). Anwendung: 1- bis 2-mal täglich (Reinigung und Pflege). Teils Kombinationsbehandlungen mit Hyaluronsäure (intradermale Injektionen) - auch prophylaktisch - sinnvoll.
  • Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (fettärmere Externa mit UV-Schutz im Sommer, fettreichere im Winter)
  • Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, nicht unterschiedliche Externa gleichzeitig bzw. unkontrolliert anzuwenden. Meist ist es sinnvoll mit dem Patienten gemeinsam Externa (möglichst wenige) auszuwählen und die Anwendungshäufigkeit dem Empfinden des Patienten zu überlassen.
  • Mögliche Kontaktallergien sollten berücksichtigt werden.
  • Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor spielt eine wichtige Rolle bei den Menschen mit reiferer Haut: Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor anwenden, sonnendichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen.
  • Lifestyle-Behandlung: Ernährung, Sport, Wellness, Naturheilkunde.
  • kein Nikotinkonsum, kein Alkoholkonsum.
  • Stress vermeiden.

Symptomatische Behandlung:

  • bei stark ausgeprägter Juckreiz: Begleitmedikation mit H1-Antihistaminika: topische Anwendung in Form von Gelen, Cremes, Sprays: bis zu 3-mal täglich dünn auf die betroffenen Hautarealen autragen und kurz einmassieren; Alternative: Dimentindenmaleat 1mg/ml Lösung, Dosierung: bei Kindern (1–8 Jahren) 3-mal täglich je 10–15 Tropfen, ab 9 Jahren je 20 Tropfen, bei Erwachsenen 3 mal täglich je 20 – 40 Tropfen; oder Dexchlorpheniraminhydrogenmaleat (Tabletten): Dosierung bei Erwachsenen: 3- bis 4-mal ½-1 Tbl. täglich; bei Kindern < 12 J.: 3- bis 4-mal ½ Tbl. täglich.
  • Bei Zeichen einer Superinfektion zusätzlich topisch antiseptisch behandeln (Lösungen, Cremes).
  • Bei deutlichen Zeichen der bakteriellen Superinfektion: systemische antibiotische Kurzzeittherapie (3-5 Tage) mit oralem Flucloxacillin (Standarddosierung: 2-4 g/Tag bei Erwachsenen bzw. 50 mg/kg/Tag bei Kindern, verteilt auf 4-6 Einzeldosen/Tag) oder Cephalosporin (Standarddosierung bei Erwachsenen: 2 x 250-500 mg (z.B. Cefuroxim) bzw. bei Kindern: 20-40 mg/kg/Tag).
  • ggf. antimykotische Behandlung mit Itraconazol (Hartkapseln): 100 mg 1- bis 2-mal täglich über 2-4 Wochen.
  • bei leichtem und kleinflächigem Sonnenbrand: lokale Kortikosteroid (Klasse II) Therapie in Form von Cremes, Gelen, Lotiones.
  • bei schwerem oder großflächigem Sonnenbrand: zusätzlich systemische Behandlung mit Prostaglandinhemmern (z. B. 3 x 25-50 mg Diclofenac).

Reinigung und Hautpflege, vorbeugende Maßnahmen:

  • regelmäßige, gründliche Reinigung mit lauwarmem Wasser oder einer Lotion, damit Schmutzreste, abgestorbene Zellschichten sowie Reste kosmetischer Produkte vollständig entfernt werden. Reinigungsmilch, -lotions, -cremes: mit den Fingerkuppen sanft einmassieren, danach mit einem Kosmetiktuch vorsichtig abnehmen, den Rest evtl. mit Wasser abwaschen.
  • keine intensive Anwendung von Seifen: führt besonders bei der reiferen Haut zur Austrocknung und Schuppung, später auch zu Juckreiz, Ausschlag oder Bildung von Hautekzemen. Besonders nachteilig sind die alkalischen Seifen, weil sie den natürlichen Säuremantel der Haut zerstören.
  • milde Tenside
  • Anwendung von Cremes oder Lotionen, die entzündungshemmende und beruhigende Wirkstoffe wie z.B. Allantoin, Bisabolol, Hamamelidisextrakt, Panthenol enthalten
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2-3 Liter/Tag
  • Tonisierende Maßnahmen: Gesichtswasser, Waschprodukte, Tagescreme, Nachtcreme, Feuchtigkeitspflege

Therapie bei Faltenbildung:

  • Botulinumtoxin A-Injektion: Botulinumtoxin (ein von anaeroben Bakterien der Gattung Clostridium botulinum prodiziertes Exotoxin), Wirkung: selektive Blockade von cholinergen Nervenimpulsen, d.h. gezielte Botulinumtoxin-A-Injektion in definierte mimische Muskelpartien  führt zur Ausschaltung der mechanisch bedingten Faltenentstehung; Indikationen: Korrektur von Folgen der Hautalterung, Symmetrieherstellung von Gesichtern, Korrektur hypertropher und kelloider Narben, etc.; am meisten behandelten Hautregionen sind: oberes Gesichtsdrittel, Mundregion, Kinn-, Hals-, Dekolletéregion; Klinische Wirkung: nach 24-72 h, Maximale Wirkung: nach 1-2 Wochen, Wirkungsdauer: in der Regel 3 Monate, lässt dann schrittweise nach; NW: Schmerzen an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptomatik, Kopfschmerz, etc.
  • Chemical Peeling (Aufbringen von chemischen Säuren auf die Haut zur Entfernung der obersten Hautschichten): Vorgehen: die Haut wird mit Tretinoin-, Hydrochinon- oder Fruchtsäurecremes über 4-6 Wochen vorbehandelt; kurz vor der Behandlung: Entfettung der Haut mit Waschether oder Azeton; empfindliche Hautregionen z.B. Augen- und Mundwinkel werden mit Vaselin abgedeckt; mit einem Wattetupfer wird die Peelingsflüssigkeit gleichmäßig auf die Haut aufgetragen; mehrere Tage nach der Behandlung mit Chemical Peeling sollte die Haut nur mit klarem Wasser abgewaschen werden.
  • Dermabrasion (mit feinen Drahtbürsten oder Diamantfräsen): mechanisches Verfahren zur Abschleifung der Haut; Indikationen: bei starker Verhornung der Haut (Hyperkeratose), Narben, die z. B. durch Unfälle oder Akne entstanden sind, zur Entfernung oberflächlicher Tätowierungen, bei Pigmentveränderungen (Farbveränderungen) der obersten Hautschichten, bei gutartigen Hautveränderungen (z. B. Altersflecken); bei zu dünner Haut wie z.B. im Augenbereich kann die Dermabrasion nicht angewendet werden (Gefahr vor Narbenbidlung).
  • Augmentation mit körperfremden Materialien (Filler) wie z.B.: xenogenes Kollagen, Hyaluronsäure, Polymilchsäure (temporäre Substanzen) oder Polymethylmethacrylat, Goretex, Goldfäden (permanente Filler); oder Augmentation mit körpereigenem Material: Eigenfett, das durch Liposuktion gewonnen worden ist. Indikationen: eingesunkene Narben, ausgebrannte Akne, Atrophien, tiefe Grabellafalten, sonstige Falten, Lippenvergrößerung, Wangenakzentuierung; Technik: intradermale, dermale, subdermale oder kombinierte Implantation; Zwei verschiedene Injektionstechniken: Injektion kleiner, punktueller Depots (v.a. zur Korrektur von kleinen Falten) und Injektion eines subdermalen strangförmigen Depots mittels Tunneltechnik (v.a. zur Korrektur von tiefen Falten); Wichtig: vor der Behandlung immer Intrakutantestung durchführen (Ausschuss von Allergien vom Soforttyp, verzögerten Typ, von Fremdkörperreaktionen)!; Wirkungsdauer: 6-12 Monate; Komplikationen: Ulzerationen, Abszesse, Fremdkörpergranulome; KI: rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen. 

Komplikationen

Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz

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Bei einer ungeeigneten straffenden Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz können folgenden Komplikationen vorkommen:

  • Rötung, Juckreiz, Brennen
  • Infektion
  • Allergische Reaktionen
  • Hautzellentartung

Zusatzhinweise

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Zur straffenden Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2003) Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J - Leitfaden Ästhetische Medizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, Jena München
  2. (2005) G. Plewig, P. Kaudewitz, Christian A. Sander -  Fortschritte der Praktischen Dermatologie und Venerologie  - Springer Verlag 
  3. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M – Dermatologie und Venerologie – Springer Verlag, Heidelberg
  4. Bundesamt für Strahlenschutz: www.bfs.de
  5. (1998) Dr. med. Ferdinand Vennemann/Annette Jordan - Aktiv gegen Falten - Schlütersche Verlag
  6. (2003) Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J - Leitfaden Ästhetische Medizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, Jena München
  7. (2008) Jean Krutmann, Thomas Diepgen, Claudia Billmann-Krutmann - Hautalterung: Grundlagen- Prävention- Therapie - Springer Verlag, 2. Auflage
  8. (2003) Wolf-Ingo Worret, Wolfgang Gehring -  Kosmetische Dermatologie - Springer Verlag
  9. (2010) Rote Liste
  10. (2008) Sabine Ellsässer - Körperpflegekunde und Kosmetik - Springer Verlag, 2. Auflage
  11. (2005) Werner Voss, Stefan Siebrecht, Roland Jermann - Gesunde Haut - Georg Thieme Verlag
  12. (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie - Thieme Verlag, 6. Auflage
  13. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
  14. (2006) Alexander Meves - Intensivkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  15. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  16. (2008) Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft - Polymorphe Lichtdermatose
  17. (2004) Günther H. Jacobi - Anti-Aging für Männer: Strategien für den ganzen Mann -  Georg Thieme Verlag
  18. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  19. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  20. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag

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