Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen

Definition

Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen

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Bei Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktion handelt es sich um schmerzhafte, entzündliche, erythematöse Veränderungen im Bereich der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, die durch bestimmte Medikamente zustande gekommen sind.


Ätiologie

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Zu den möglichen Ursachen, die zum Auftreten einer Stomatitis und einer Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen führen, gehören:

  • direkte toxische Wirkung des Arzneimittels.
  • medikamentöse Xerostomie mit verminderter Resistenz gegenüber Traumen und mit Infektionsanfälligkeit der Mundschleimhaut.
  • bei Antibiotikabehandlung: Störungen der oralen Bakterienflora.

Die Pharmaka, die am häufigsten zu einer Arzneimittelreaktion an der Mundschleimhaut führen, sind:

  • Zytostatika
  • Antibiotika
  • nichtsteroidale Antiphlogistika
  • Analgetika
  • Goldverbindungen
  • Sulfonamide
  • Salizylate
  • Barbiturate
  • Phenolphthalein

Epidemiologie

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  • Die Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen sind relativ häufig auftretende Krankheitsbilder.
  • Assoziation mit malignen Lymphomen, Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphomen u.a. möglich.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Mundschleimhauterkrankung erschienen? 
  • Beschwerden: Schmerzhaftigkeit? Brennen? Geschmacksmissempfindungen?
  • Befall? Lokalisation? Verlauf? 
  • Frühere Hauterkrankungen? Abgelaufene virale Infekte? Andere Infektionen?
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen? Andere bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Allergien? Unverträglichkeiten?
  • Medikamenteneinnahme? Wie lange?
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Klinische Symptomatik
  • Identifizierung auslösender Antigene: Epikutantestung, epimuköse Testung


Klinik

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Man unterscheidet zwischen:

  • allergischen und
  • nichtallergisch (toxisch) entstandenen Arzneimittelreaktionen.

Klinisches Bild:

  • Befund an der Mundschleimhaut: Erosionen der Mundschleimhaut, Ulzera mit starker Exsudation, Beläge, flächige Mukosanekrosen, Blasenbildung an der Zunge.
  • Subjektive Beschwerden: Rötung, Schwellung von den Schleimhäuten; Brennen, Schmerzen, Geschmacksmissempfindungen
  • erosiv-ulzeröse Stomatitis ("Mukositis"): gehört zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelreaktionen an der Mundschleimhaut; Ursachen: direkte toxische Wirkung des Medikaments; Folge einer Xerostomie; gestörte Balance der oralen Bakterienflora z.B. während einer Antibiotikatherapie, nach einer multizyklischen Chemotherapie, nach Strahlentherapie, nach Knochenmarktransplantation; Verminderung der Abwehrleistung gegenüber Bakterien.
  • Bei einer lang andauernden Therapie mit Steroiden oder ACTH: ulzeröse Stomatitis.
  • Eine allergische oder toxische Schädigung des Knochenmarks äußert sich klinisch zuerst an der Mundschleimhaut in Form von einzelnen Ulzera, ulzeröser Stomatitis.
  • Die Stomatitis und die Gingivitis treten meistens isoliert ohne gleichzeitige Hautsymptome auf.
  • Fixe Arzneimittelreaktionen: 25 % der Patienten mit fixem Arzneimittelexanthem zeigen eine Mitbeteiligung der Mundschleimhaut oder der Perioralregion; Prädilektionsstellen: Haut, Mundhöhle, Zunge; Effloreszenzen: livid-bräunliche Farbton der Läsionen, Erythemen, Blasen, Erosionen, Ulzera möglich.

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Suche nach krankheitsauslösenden oder -unterhaltenden Faktoren.
  • Noxe vermeiden. 
  • Medikamente absetzten.
  • milde Spülungen mit Kamillenextrakten, Salviathymol.

Nach Erkennung und Absetzen des ursächlichen Medikaments: Abheilung der Läsionen innerhalb von 7-10 Tagen ohne Hinterlassen von Narben.


Komplikationen

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Als Komplikationen der Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen können auftreten:

  • Schleimhautblutungen
  • bakterielle Superinfektionen
  • Candidose 
  • Narbenbildung.


Zusatzhinweise

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Zu den Stomatitis und Gingivitis bei Arzneimittelreaktionen liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  6. (2010) Rote Liste
  7. (2006) Axel Trautmann - Allergiediagnose, Allergietherapie - Georg Thieme Verlag
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  10. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
  11. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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