Stauungspapille

Synonyme: papilledema

Definition

Stauungspapille

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  • Eine Stauungspapille ist ein beidseitiges Papillenödem aufgrund einer Hirndrucksteigerung

Ätiologie

Stauungspapille

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Ursachen der Stauungspapille:

  • bei raumfordernden zerebralen Prozessen überträgt sich der erhöhte Hirndruck über Subarachnoidalraum auf die Papille
  • tritt somit eine beidseitige Stauungspapille auf
  • häufiger bei Kleinhirnprozessen
  • am seltensten bei Prozessen der Schädelbasis
  • kommt selten bei essenzieller Liquordruckerhöhung vor
  • bilaterale STP auch bei chronischer Nephritis und Bluthochdruck
  • einseitig bei Orbitatumoren und -phlegmonen
  • das Forster-Kennedy-Syndrom (ipsilaterale Optikusatrophie, kontralaterale STP) kommt bei Prozessen der vorderen Schädelgrube vor
  • eine Stauungspapille e vacuo bildet sich bei okularer Hypotension

Epidemiologie

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  • Epidemiologische Daten aus 50er Jahren beschreiben noch bei 60% der Patienten mit Hirntumor eine STP
  • Stauungspapille wesentlich seltener geworden
  • dadurch diagnostische Wichtigkeit gesunken

Differentialdiagnosen

Stauungspapille

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Anamnese

Stauungspapille

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Bei Stauungspapille sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Kopfschmerzen?
  • Übelkeit?
  • Erbrechen?
  • Doppelbilder?
  • Visus ok!
  • hyperämische Papille?
  • Nervenfaserschicht?
  • geschlängelte, erweiterte Venen?
  • peripapilläre retinale Mikrofalten?
  • evtl. Exsudate im Makulabereich
  • Pupillenreaktionen unauffällig
  • Labor: patholog. Blutbild bei Leukämie
  • Gesichtsfeld: initial normal, dann Vergrößerung des Blinden Flecks
  • Schädel-Rö, -MRT, -CT, Rö-Thorax zur Ursachenbestimmung
  • neurolog., allgemeinmed./internist. Untersuchung

Diagnostik

Stauungspapille

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Zur diagnostischen Abklärung der Stauungspapille sind relevant:

  • Sehfunktion über lange Zeit ungestört (Diskrepanz zwischen morpholog. und funktion. Befund --> wichtiges differnzialdiagn. Kennzeichen)
  • frühe Funktionsstörungen können reversible Verdunklungserscheinungen sein
  • Perimetrie mit vergrößerten blinden Fleck
  • Ausfälle zentrale Sehfunktionen und konzentriche Einengung des Gesichtsfeldes sind funktionelle Spätzeichen bei vorhandener komplexer Optikusatrophie
  • STP imponiert durch deutlichen morpholog. und gering beeinträchtigten funktion. Befund

Ophthalmoskop:

  • Frühphase: Papille in der nasalen und dann in unteren und oberen Zirkumferenz randunscharf; Exkavation bleibt zunächst bestehen (wichtige Differenzialdiagn. zur Pseudostauungspapille und Drusenpapille); Papille ist hyperämisch; Zentralvene ohne Pulsation; Paton-Falten können auftreten
  • Akutstadium: zunehmende Prominenz der Papille; radiäre streifenförmige Papillenrandblutung und grauweisse Exsudate; Exkavation nicht mehr abgrenzbar; Papillenfarbe wird rot bis graurot
  • chronische Phase: Prominenz und Hyperämie der Papille gehen zurück; peripapilläre Nervenfasern schwinden
  • Atrophische Phase: durch Astrozytenproliferation kommt es zur komplexen Optikusatrophie

Klinik

Stauungspapille

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  • Sehvermögen durch Stauungspapille anfangs nicht beeinträchtigt
  • Erstsymptom = vergrößerter blinder Fleck, der durch ein automatisches Perimeter oder am Bjerum-Schirm nachweisbar ist
  • bei länger anhaltender STP kommt es zu Optikusatrophie und Skotomen
  • Anfangsstadium: Papille ödematös, hyperämisch und unscharf begrenzt
  • evtl. Netzhautfältelungen und am Papillenrand radiäre streifenförmige Blutungen
  • Papillenödem ist fluoreszenzangiographisch nachweisbar
  • fortgeschrittenes Stadium: pilzförmige Prominenz der Papille (kann bis zu 12 dpt betragen); Im Gefäßtrichter finden sich kaum Exsudat

Therapie

Stauungspapille

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Stauungspapille umfassen folgendes:

  • Senkung des intrakraniellen Drucks
  • dadurch Rückbildung der STP innerhalb einiger Wochen
  • bleibt oft eine mehr oder weniger ausgeprägte komplexe Optikusatrophie übrig
  • Behandlung der Grunderkrankung

Komplikationen

Stauungspapille

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Folgende Komplikationen der Stauungspapille können auftreten:

  • CAVE: Liquorpunktion!

Zusatzhinweise

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Zur Stauungspapille liegen derzeit keine Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. A. Burk, R. Burk - Checkliste Augenheilkunde - Georg Thieme Verlag
  2. G.K. Lang - Augenheilkunde - Georg Thieme Verlag
  3. M. Sachsenweger - Augenheilkunde - Duale Reihe - Georg Thieme Verlag
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer
  • (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
  • (2008) Lang, G.K - Augenheilkunde - Thieme Verlag
  • (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag, Berlin
  • (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
  • (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer

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