Spinales Angiom
Synonyme: spinal angioma, spinales Aneurysma spongiosum, intramedulläres spinales Angiom
Definition
Spinales Angiom
Beim intramedullären spinalen Angiom handelt es sich um eine angeborene spinale arteriovenöse Malformation. [1]
Spinales Angiom
Ätiologie
Spinales Angiom
Ätiologische Fakten zum spinalen Angiom:
- Angeborene vaskuläre Malfomation
- Meist zervikal gelegen
- Jenseits des 40. Lebensjahres symptomatisch
- Neurologische Störungen setzen subakut ein
Spinales Angiom Epidemiologie zu:
Spinales Angiom
Epidemiologie
Spinales Angiom
Epidemiologische Daten zum spinalen Angiom:
- Selten; < 10% aller angeborenen arteriovenösen Malformationen [6]
- Verhältnis: Männer > Frauen
- meist Auftreten Mitte 20, 20% vor dem 16. LJ [8]
Spinales Angiom Differentialdiagnosen zu:
Spinales Angiom
Differentialdiagnosen
Spinales Angiom
- Degenerative Spinalkanalstenose
- Querschnittslähmungen
- Obere Plexuslähmung
- Paraneoplastische Myelitis
- Progressive, vaskuläre Myelopathie
- Akute Subarachnoidalblutung
Spinales Angiom Anamnese zu:
Spinales Angiom
Anamnese
Spinales Angiom
Bei den spinalen Angiomen sind folgende Informationen von Bedeutung:
- Schwäche in den Beinen?
- zentrale oder periphere Lähmungen der Beine?
- Störung der Blasen und Darmentleerung?
- Heftige, lokale Rückenschmerzen, die gürtelförmig oder nach unten in die Beine ausstrahlen?
Spinales Angiom Diagnostik zu:
Spinales Angiom
Diagnostik
Spinales Angiom
Zur diagnostischen Abklärung des spinalen Angioms sind relevant: [7]
CT-gesteuerte Myelographie oder MRT mit KM:
- korkenzieherartige, spiralförmige Aussparungen, die sich über viele Segmente des Thorakal- und Lumbalmarks erstrecken
- -> erkennt man oft auch im MRT, allerdings gibt es dort durch Artefakte falsch- positive Befunde
spinale Angiographie
- Zur definitiven Diagnosesicherung
evtl. Liquorpunktion (DD):
- leichte Pleozytose und geringe Eiweißvermehrung
Spinales Angiom Klinik zu:
Spinales Angiom
Klinik
Spinales Angiom
Das spinale Angiom präsentiert sich durch eine Myelopathie, die entweder durch eine Ischämie oder eine Blutung hervorgerufen wird. Möglich sind: [3,5,6]
- langsam progrediente, spastische Parese (Querschnittssyndrom)
- Pärasthesien und Schwäche in den Beinen
- radikuläre Schmerzen
- im weiteren Verlauf: zentrale oder periphere Paresen der Beine und Störungen der Blasen und Darmentleerung
- paraspastische Gangstörung oder Zeichen der peripheren Parese
- Erlöschen der Eigenreflexe an den Beinen
- auch Präsentation durch subarachnoidale Blutungen möglich: diese setzen mit heftigsten, lokalen Rückenschmerzen ein, die gürtelförmig oder nach kaudal in die Beine ausstrahlen, während sich rasch ein Meningismus entwickelt
Spinales Angiom Therapie zu:
Spinales Angiom
Therapie
Spinales Angiom
Therapeutische Möglichkeiten beim spinalen Angiom: [7]
- abhängig von Art und Lage der arteriellen Gefäßversorgung
- angiographische Embolisation oder
- mikrochirurgische Operation
Spinales Angiom Komplikationen zu:
Spinales Angiom
Komplikationen
Spinales Angiom
Bei den spinalen Angiomen kommen folgende Komplikationen vor: [6,7]
- ischämische Myelopathie
- spinale Blutungen
- irreversible Querschnittssymptomatik
Spinales Angiom Zusatzhinweise zu:
Spinales Angiom
Zusatzhinweise
Spinales Angiom
- Beschwerden wechseln je nach Durchblutungsverhältnissen
Spinales Angiom Literaturquellen zu:
Spinales Angiom
Literaturquellen
Spinales Angiom
- (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
- (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
- (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
- (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag
- (2009) Poeck, Hacke, Neurologie, 12. Auflage, Springer Verlag
- (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
- (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
-
(1984) Yasargil, MG, Symon, L, Teddy, PG. Arteriovenous malformations of the spinal cord. In: Advances and Technical Standards in Neurosurgery, Symon, L (Ed), Springer, Wien p.61.
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