Spätsyphilis

Synonyme: Lues, harter Schanker

Definition

Spätsyphilis

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  • Die Spätsyphilis ist eine durch Treponema pallidum verursachte meldepflichtige Erkrankung
  • verläuft in mehreren Stadien

Ätiologie

Spätsyphilis

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  • Erreger von Spätsyphilis ist Trepenoma pallidum
  • Replikationszeit von 30 - 33 Stunden
  • Übertragung erfolgt genital-genital, genital-anal, genital-oral, durch Haut-Schleimhaut-Kontakt dowie diaplazentar
  • syphilitische Ulzera sind Risikofaktoren bei der HIV-Infektion

Epidemiologie

Spätsyphilis

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  • in USA werden jährlich über 20000 Neuerkrankung gemeldet
  • Dunkelrate aber deutlich höher
  • In Afrika beträgt Spätsyphilis Rate ca. 360/100000 Personen
  • Prävalenz von Spätsyphilis bei HIV-Patienten ist hoch, der Verlauf oft aggressiv (Neurosyphilis, Therapieversager!)
  • Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland ca. 1,5 Fälle pro 100000 Einwohner/Jahr

Differentialdiagnosen

Spätsyphilis

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Anamnese

Spätsyphilis

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Bei der Spätsyphilis sind folgende Informationen von Bedeutung :

  • Knoten mit oder ohne Ulzeration?
  • Granulome?
  • Syphiliden der Haut oder inneren Organe?
  • Tabes dorsalis?
  • progressive Paralyse?

Diagnostik

Spätsyphilis

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Zur diagnostischen Abklärung der Spätsyphilis sind relevant :

  • Nachweis von Treponema pallidum im Ausstrichpräparat unter dem Dunkelfeldmikroskop
  • T-Pallidum-PCR

Serolog. Tests:

  • VDRL-Test (nach ca. 6 Wochen positiv)
  • TPHA-Test als Suchreaktion auch im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorge (nach ca. 3 Wochen positiv, bleibt lange positiv "Seronarbe")

ist ein Test positiv:

  • FTA-Absortptionstest zur Bestätigung
  • IgM-Antikörperbestimmung (Sicher bei Titer 1:320)
  • nach HIV-Infektion fahnden

DD:

  • Ulcus molle
  • Lymphogranuloma venereum
  • Granuloma inguinale
  • Tuberkulose

Klinik

Spätsyphilis

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Die Spätsyphilis kann je nach Stadium eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen :

Latenzstadium:

  • klinische Symptome fehlen
  • serolog. Reaktionen sind positiv
  • T. pallidum gelangt intermittierend ins Blut
  • transplazentare Übertragung auf Fetus möglich

Tertiärstadium:

  • etwa 2 - 5 Jahre nach Infektion
  • Ausbildung von Syphiliden der Haut und innerern Organe
  • man unterscheidet die papulo-squamös-serpingiösen, die ulzero-krustös-serpingiösen und die tiefen ulzerösen Syphiliden
  • Gummata sind Granulome mit gummiartiger Konsistenz, die später exulzerieren (Hoden)
  • in 10% kardiovaskulärer Befall mit luischen Aortenaneurysma und Endarteriitis

Quartärstadium:

  • etwa 20 - 25 Jahre nach Infektion
  • es manifestiert sich die Neurolues (Tabes dorsalis, progressive Paralyse)

Therapie

Spätsyphilis

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Zur Behandlung der Spätsyphilis steht eine Reihe von Antibiotika zur Verfügung:

  • Antibiotikatherapie
  • Procain-Penicillin G 1,2 Mio. IE für 15 Tage ODER
  • einmalig Benzathin-Penicillin G (Tardocillin 1200) 2,4 Mio. IE i.m., je Gesäßhälfte 1,2 Mio. IE
  • bei Penicillinallergie Doxycyclin (Doxycyclin stade) 2 x 100 mg tägl. für 2 Wochen oder Tetrazyklin-Hydrochlorid 2 g tägl. für 2 Wochen
  • bei Neurolues: Procain-Penicillin G 2,4 Mio. IE tägl. plus Probenecid (Probenecid-Tbl.) 4 x 500 mg tägl. für 10 Tage, anschließend Benzathin-Penicillin G (Tardocillin 1200) 2,4 Mio. IE i.m., je Gesäßhälfte 1,2 Mio. IE pro Woche für insgesamt 3 Wochen
  • Geschlechtspartner mitbehandeln!

Komplikationen

Spätsyphilis

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Zu den Komplikationen der Spätsyphilis liegen derzeit keine Angaben vor


Zusatzhinweise

Spätsyphilis

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Es liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise zur Spätsyphilis vor


Literaturquellen

Spätsyphilis

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • Alken P, Walz PH - Urologie - Chapman und Hall
  • Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban und Fischer
  • Sökelnad J, Schulze H, Rübben H - Urologie - Thiem

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Urologie

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