Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma

Synonyme: Spätschädigung des Rückenmarks nach Strakstromunfall

Definition

Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma

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Die Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma ust eine traumatische Schädigung des Rückenmarks durch Starkstrom mit neurologischen Symptomen, die mit einer Latenz von vielen Monaten einsetzen und protrahiert verlaufen.


Ätiologie

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Die Ursachen der Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma sind:

  • Starkstromverletzungen

Pathophysiologie:

  • irreversible Vorderhornnekrosen nach Stromgang durch Rückenmark
  • Symptomentwicklung mit wochenlanger Latenz und dann meist stationärem Bild

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zur Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Menschen in Risikoberufen (Elektriker) häufiger betroffen als Allgemeinpersonen
  • Männer und Frauen gleichermaßen gefährdet durch Blitzeinschläge, Haushaltsunfälle etc.
  • 20 % durch Hoch- und 80 % durch Niederspannung verursacht
  • 30 % der Hoch- und 3 % der Niederspannungsunfälle führen zum Tod
  • genaue epidemiologische Angaben zur elektrogenen Rückenmarksschädigung liegen nicht vor

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Art des vorangegangenen Stromunfalls (Hoch-/Niederspannung)?
  • unmittelbare Versorgung nach dem Ereignis?
  • Schmerzen an Rumpf, Extremitäten?
  • Blasen-/Mastadarmstörungen/Potenzprobleme?
  • Missempfindungen/Gefühllösigkeit?
  • Muskelschwäche/Muskelschwund/Lähmungen?
  • Verteilungsmuster der Ausfälle (ein-/beidseitig, fluktuierend)?
  • Gangstörungen?
  • weitere neurologische Symptome?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Gang-/Standversuche (Unterberger-Tretvesuch/Romberg-Stehversuch); Kraftprüfung, Reflexe, Sensibilitätstestung (Reithosenanästhesie, sensibles Niveau?), Kloni, Muskeltonus
  • bildegebende Verfahren; spinales MRT mit H.a. Läsionen?
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG, SSEP zur Differenzierung zwischen zentraler und peripherer Lähmung und zum Ausschluß von DD
  • Schweißsekretionstest: zur Differenzierung zwischen peripherer Nerven- und proximaler Wurzel-/RM-Läsion
  • Labor: Blutbild, Nierenretentionswerte, Leberfunktionswerte, Vitamin B12 zur Klärung der DD funikuläre Myelose

Klinik

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Die Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • plötzliche Muskelatrophien
  • plötzliche Lähmungen bis hin zur Halbseitensymptomatik
  • in seltenen Fällen chronischer Verlauf entsprechend einer ALS
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • Hörverlust
  • Gleichgewichts- und Gangstörungen
  • Blasen-/Mastdarmstörungen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma umfassen folgendes:

  • keine kausale Therapie verfügbar
  • symptomatische Therapie: Analgesie, Thromboseprophylaxe
  • frühzeitige Physio- und Ergotherapie
  • Hilfsmittelversorgung: Rollator, Blasenkatheter

Komplikationen

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Bei der Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma kommen folgende Komplikationen vor:

  • progredienter Verlauf mit Immobilität
  • Beteiligung der Atemmuskulatur mit Ateminsuffizienz
  • irreversible Störung der Blasen-/Mastdarmfunktion

Zusatzhinweise

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Zur Spätschädigung des Rückenmarks nach Elektrotrauma liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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