Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion

Synonyme: HWS-Distorsion

Definition

Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion

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Von Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion spricht man, wenn von einem Unfall Betroffene länger als 6 Monate nach dem Trauma über Beschwerden klagen und auf den Unfall zurückführen.


Ätiologie

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Die Ursachen der Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion sind:

  • definitive Ätiologie bisher unbekannt
  • verschiedene (umstrittene) Vermutungen bestehen:
    • vaskuläre Ursache mit Funktionsstörung der A. basilaris
    • traumatisch verursachte Instabilität zwischen C0/C1 und C1/C2

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zu den Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion liegen nicht vor.

  • soziomedizinische Hintergründe werden vermutet: Versicherte klagen häufiger über Spätfolgen als Nicht-Versicherte

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Art des ursprünglichen Traumas?
  • Verlauf seit Trauma?
  • Kopfschmerzen?
  • Charakteristika und Modifikatoren der Beschwerden?
  • Missempfindungen?
  • manifeste neurologische Ausfälle?
  • Antriebsmangel/Leistungsschwäche?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: keine manifesten Ausfälle (Gefühlsstörungen/Lähmungen)
  • neuropsychologische Untersuchung: Langsamkeit der Antworten, verminderte Merkspanne
  • bildgebende Verfahren: Rö-HWS mit Steilstellung und Bewegungseinschränkung bei Funktionsaufnahmen; evtl. cerebrales/spinales MRT zum Ausschluß von anderen Ursachen (z.B. cervikaler Diskusprolaps)
  • Elektrophysiologie: EMG, ENG/NLG unauffällig

NB: objektivierbare Befunde sind nur in den seltensten Fällen festzustellen


Klinik

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Die Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • therapieresistente lokale Schmerzen:
    • Hinterkopf-/Nackenschmerzen
    • Brachialgien
    • Augenschmerzen
  • Tages-müdigkeit
  • Gedächtnisstörungen
  • Tinnitus mit Gleichgewichtsstörungen
  • Sehstörungen (Doppelbildern und Gesichtsfelddefekte)
  • Schlafstörungen
  • Angst
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • verminderte Belastbarkeit

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei den Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion umfassen folgendes:

  • meist keine spezifische Therapie verfügbar/notwendig
  • gründliche ärztliche Aufklärung über Zusammenhänge und Genese er Beschwerden
  • Empfehlung von Entspannungstechniken: autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Analgesie bei starken Schmerzen, bei milder Symptomatik sehr zurückhaltend

Komplikationen

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Bei den Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion kommen folgende Komplikationen vor:

  • psychische Fixierung auf Beschwerden
  • Einschränkung der Lebensqualität
  • Entwicklung reaktiver psychischer Störungen

Zusatzhinweise

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Zu den Spätfolgen nach Halswirbelsäulendistorsion liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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