Soziale Phobie

Synonyme: soziale Angststörung, Anthropophobie, soziale Neurose

Definition

Soziale Phobie

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  • Die soziale Phobie ist gekennzeichnet durch Vermeidung sozialer Situationen.
  • Durch Angst vor Bewertung kommt es bei der sozialen Phobie zur Vermeidung.

Ätiologie

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Die Ursachen der sozialen Phobie sind:

Verhaltenstherapeutische Aspekte:

  • genetische Aspekte
  • belastende Ereignisse
  • aufrechterhaltende Faktoren: z.B. vermeidendes Verhalten
  • Angstkreis
  • Fehlinterpretation: betroffene Person sieht die Symptome der Angst als Gefahr an

Psychodynamische Theorien:

  • Angst tritt auf, wenn Konfliktlösung missglückt
  • bei Phobien: z.B. Projektion
  • wichtig: u.a. limbisches System, Raphekerne
  • GABA-System


Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der sozialen Phobie liegen folgende Informationen vor:

  • Häufigkeit: Frauen ~ Männer

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der sozialen Phobie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Meiden bestimmter Situationen, z.B. Vorträge?
  • Angst vor Bewertung durch andere Personen z.B. auf Feiern?
  • Hat Störung im jugendlichen Alter begonnen?
  • Angst vor Kritik?
  • Geringes Selbstwertgefühl?
  • Andere psychische Probleme?
  • Zittern die Hände in solchen Situationen?
  • Wird der Blickkontakt gemieden?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der sozialen Phobie sind relevant:

  • wichtig für Diagnosesicherung: Patient muss erkennen, dass die Furcht nicht vernünftig und übertrieben ist
  • Handelt es sich um eine krankhafte Angst?
  • Liegt Angst oder vielleicht eine Depression vor?
  • Primäre Angstsymptome?
  • Angst aufgrund einer anderen Erkrankung?
  • klinische Diagnosestellung
  • Angstfragebögen: Fremdbeurteilung und Selbstbeurteilung

weitere Differenzialdiagnosen:

  • organische Störungen (wichtig: gründliche körperliche Untersuchung)
  • Zwänge
  • Drogenabhängigkeit
  • Persönlichkeitsstörungen

Klinik

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Die soziale Phobie kann folgende Symptome zeigen:

  • Patient hat Angst vor bestimmter Situationen,  z.B. bei Präsentationen
  • Betroffener hat Angst vor Bewertung durch Andere
  • Angst vor Kritik
  • geringes Selbstwertgefühl
  • andere psychische Probleme, z.B. weitere Phobien
  • Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Erröten, zitternde Hände

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der sozialen Phobie umfassen Folgendes:

  • Kombination nicht-pharmakologischer und pharmakologischer Therapien
  • Verhaltenstherapie, z.B. Exposition
  • wichtig: ärztliches Gespräch, Zeit für Patienten
  • systematische Desensibilisierung
  • Reizüberflutung
  • Entspannung z.B. mit Hilfe progressiver Muskelrelaxation
  • Gruppentherapie

Pharmakologische Therapie bei sozialer Phobie:

  • SSRI: (bei Panikstörung) z.B. Citalopram: anfangs 1 x 10 mg oral, nach einer Woche 1 x 20 mg, bis maximal 60mg pro Tag steigern (je nach Ansprechen) [2]
  • MAO-Hemmer: (bei sozialer Phobie) z.B. Moclobemid: anfangs 2 x 150 mg, nach 4 Tagen: 2 x 300 mg [2]

Komplikationen

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Bei der sozialen Phobie kommen folgende Komplikationen vor:

  • Chronifizierung
  • Isolierung von der Umwelt

Zusatzhinweise

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Zur sozialen Phobie liegen folgende Zusatzhinweise vor:

  • Beginn: häufig im jugendlichen Alter

Literaturquellen

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  1. Möller HJ, Laux G, Deister A (2009) - Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie - Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 110-129)
  2. Ruß A (2008) - Arzneimittel pocket - Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald (Seite 241, 242)
  3. Tölle R, Windgassen K (2009) - Psychiatrie - Springer Medizin Verlag, Heidelberg (Seite 83)
  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

Assoziierte Krankheitsbilder zu Soziale Phobie

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik

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