Sklerotische Narben

Definition

Sklerotische Narben

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Sklerotische Narben entstehen durch Neubildung von hartem und trockenem Bindegewebe bei der Wundheilung größerer Hautareale, z.B. nach großflächigen Verbrennungen. Die slerotischen Narben sind geschrumpft und unelastisch und gehen oft mit Einschränkung der normalen Bewegungen einher.


Ätiologie

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  • Häufig nach ausgedehnten Haut- und Weichteilverletzungen, nach Verbrennungen und Entzündungen
  • Entstehung bei sekundär heilenden Wunden, bei denen Zugkräfte in verschiedene Richtungen einwirken

Prophylaxe

Eine Narbenprophylaxe kann prä, intra- und postoperativ erfolgen.

  • Bei elektiven und ästhetischen Operationen anamnestisch Risikofaktoren erfassen.
  • Intraoperativ auf spannungsfreie Naht achten
  • bei großen und tiefen Wunden alle Strukturen (Faszie, Muskulatur und Unterhautgewebe) exakt adaptieren.
  • Immer Prävention bei Operationen im Brust-, bes.im prästernalen Bereich
  • Wunden sachgerecht exzidieren und reinigen
  • Gewebsquetschungen vermeiden
  • Wundränder vor Wundverschluss spannungsfrei adaptieren
  • Atraumatisches Nahtmaterial und geeignete Nahttechniken verwenden.
  • Postoperativ Fäden nicht zu früh entfernen
  • Auf ausreichende Wundpflege achten, (keine Austrocknung der Wunde, Narbe
    elastisch halten)

Vorgehen bei Risikopatienten

  • nach Abschluss der Wundheilung mit konservativen Methoden (Narbengel) und/oder mit Druckkompression behandeln

Epidemiologie

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Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Verletzungen mit sekundärer Wundheilung, vor allem am Rücken und der Schulter, oder über Gelenken


Diagnostik

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i.d.R. Blickdiagnose (s. Klinik)


Klinik

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  • Harte, unelastische Konsistenz der Narben
  • stark verwachsene, ungleichmäßige Narben, die zur Schrumpfung neigen
  • durch mangelnde Elastizität der Haut über Gelenken bei Lokalisation in diesem Bereich starke Funktionseinschränkungen der Gelenke bis zu Kontrakturen
  • Einschränkung der Beweglichkeit vor allem in Bereichen, bei denen Narben ständigen Zugspannungen ausgesetzt sind (Rücken, Schulter, Ellenbeugen, Kniekehlen)
  • manchmal Brennen, Schmerzen an der Narbe

Therapie

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Operative Therapie

  • möglichst vollständige operative Entfernung der gesamten Narbenplatte und erneute, spannungsfreie Adaption
  • Anwendung spezieller plastisch-operativer Techniken (z. B. Z- oder W-Plastik oder Lappenplastiken), um sklerotische Narben zu verlängern und Bewegungseinschränkungen zu verhindern

Konservative Therapie mit Medikamenten, Gelen und Salben

  • Ein Narbenspezifikum in Gelform bestehend aus Extractum Cepae (Zwiebelextrakt), Allantoin und Heparin-Natrium wirkt antiproliferativ durch Hemmung der Fibroblasten, antiphlogistisch auf Narbengewebe. Das Gel wirkt am besten bei jungen Narben und kann durch seine glättende Wirkung einer Sklerosierung entgegenwirken.
  • Wirksamkeitsverstärkung des Narbenspezifikums bei Kombination mit Ultraschall
  • Kombination des Narbengels mit jeder anderen Therapie möglich
  • Intraläsionale Injektion von Kortikosteroiden (z.B. Narbeninfiltration mit 10%iger Triamcinolon-Kristallsuspension). Nicht mit Lokalanäshetikum verdünnen, sonst Beeinträchtigung der Wirksamkeit!
  • Botulinum-Toxin A Injektionen können Schmerzhaftigkeit der Narben beseitigen

Kompressions- oder Drucktherapie

  • Durch Verminderung der Durchblutung Verlangsamung des Stoffwechsels im Narbengewebe, dadurch werden Narben weicher
  • Unterbrechung der Drucktherapie von max. 30 Minuten pro Tag
  • Durchführung mittels spezieller Bandagen oder Kompressionskleidung,
  • Nachteil: Behandlungsdauer zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.

Silikongelfolien

  • Silikon bewirkt durch Hydratation der Narbe eine Reduktion der Angiogenese und somit auch eine verminderte Produktion von Kollagen.
  • Narbengewebe wird weicher und beweglicher

Geeignete Kombinationstherapien

  • Narbenspezifikum und plastisch-chirurgische Verfahren sowie BTX-A Injektionen

Komplikationen

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Zusatzhinweise

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Literaturquellen

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  1. My-CME: Basiskurs für Ärzte: Narben. Zertifiziert von der Bayerischen Ärztekammer
  2. Willital G.H. Narbenbehandlung – ein Update. Ästhetische Dermatologie 2009;1: 1-6
  3. Worret, WI, Vogt, HJ. Narbentherapie in der Dermatologie.Dtsch Arztebl 2004; 101:A 2819–2824
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Sklerotische Narben

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