Skleritis

Synonyme: Skleraentzündung

Definition

Skleritis

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  • Die Skleritis ist eine tiefe Entzündung der Lerderhaut, die diffus od. lokal begrenzt sein kann
  • zieht oft Komplikationen nach sich u. verläuft häufig chronisch

Ätiologie

Skleritis

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  • Die Ursache der Skleritis ist häufig unklar
  • Korrelation mit:
  • chron. Entzündungen wie z.B. primärer chron. Polyarthritis od. Spondylitis ankylosans 
  • Kollagenosen wie z.B. syst. LE, Periarteritis nodosa, Wegener-Granulomatose, Rosazea
  • Sarkoidose 
  • Gicht
  • M. Crohn
  • Infektionen, wie z.B. TBC, Lues
  • Iridozyklitiden

Epidemiologie

Skleritis

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  • durchschnittl. Manifestationsalter der Skleritis: 52 J.
  • nekrotisierende Skleritis: 66 J.

Differentialdiagnosen

Skleritis

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Anamnese

Skleritis

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Bei Skleritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Sklerarötung?
  • Episklerarötung?
  • starke bis stärkste Bulbusschmerzen?
  • Visusreduktion?

Diagnostik

Skleritis

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Zur diagnostischen Abklärung der Skleritis sind relevant:

  • Inspektion
  • Spaltlampe
  • Konjunktiva über der Veränderung nicht verschieblich
  • Funduskopie
  • Ultraschall
  • Biopsie d. Sklera für Histologie u. Kultur
  • Diagnostik von syst. Begleiterkrankungen (Sputum, Urinanalyse, BB, TBC-Hauttest, Ig, Auto-AK, Rö-Thx,...)

Klinik

Skleritis

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  • Unterscheidung zw. anteriorer(Entzündungsherd vor dem Äquator bulbi, 95% d. Fälle) u. posteriorer(Entzündung hinter dem Äquator bulbi, 5% d. Fälle) Skleritis
  • anteriore Skleritis:
  • anteriore noduläre Skleritis: nicht verschiebliche, dunkelrote bis bläuliche Knoten der Sklera
  • anteriore diffuse Skleritis: Skleraödem u. Chemosis betreffen Bulbus meist sektorenförmig od. zirkulär, Rubor von Konjunktiva u. Episklera, erweiterte, vermehrt-blutgefüllte tiefe u. oberflächliche Gefäße
  • anteriore nekrotisierende Skleritis: weißliche/gelbliche Nekrosen mit Skleraverdünnung,entstanden durch Gefäßverschlüsse im Bereich der epi-/skleralen Rötung, durchschimmernde Uvea, auch Herdverschmelzungen u. Perforationen möglich
  • Scleromalacia perforans= Pathologie ohne Entzündung u. Schmerzen(gehäuftes Auftreten bei Frauen mit rheumatoider Arthritis)
  • posteriore Skleritis(meist unilateral):
  • Lid-u. Makulaödem, Chemosis, Papillenschwellung
  • Exophthalmus
  • exsudative Ablatio
  • bei Beteiligung  d. Orbita: Proptosis u. Motilitätsstörungen
  • Chorioidea u. Netzhautpigmentepithel durch chron. granulomatöse Erhabenheiten angehoben, evtl. graue Knötchen an der Oberfläche, chorioretinale Falten
  • auch Skleraabszess möglich

Therapie

Skleritis

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Skleritis umfassen folgendes:

  • Behandlung d. Grunderkrankung
  • lokal bis zum Anklingen der Symptomatik:
  • Flurbiprofen systemisch: Erw. 3-mal tgl. 100mg oral, bzw. auch Indometacin: Erw. 3-4-mal tgl. 25mg oral
  • bei avaskulären Arealen od. wenn nach 1-2 Wochen keine Linderung: Prednisolon oral 80mg tgl., schnellstmögliche Reduktion auf 15mg, dann zusätzlich Flurbiprofen od. Indometacin, weitere Dosisreduktion in 2,5-mg-Einheiten
  • evtl. Cyclophosphamid-Stoßtherapie 500mg i.v. über mehrere Std. od. 500mg Methylprednisolon i.v. über 1-2 Std., dann 24 Std. Auswaschintervall, anschließend je nach Erfolg wiederholen(ACHTUNG: gefährlich!)
  • auch 100mg Cyclophosphamid od. weniger tgl. oral, mit 15mg Prednisolon
  • kortisonhaltige AT(Dexamethason, Prednisolon) od.
  • NSA( Diclofenac-Na AT), 4-mal tgl., bis Abheilung
  • keine subkonjunktivalen Kortikisteroide(sklerale Lyse!)
  • Begleitinfektionen:
  • bakteriell: Breitbandantibiotikum(z.B. Gentamycin)bis Antibiogramm da ist, Dosierung: 4-mal tgl., As in der Nacht, 5 Tage lang
  • viral: Ansteckunggefahr u. -vermeidung erläutern, künstl. Tränen, kalte Auflagen,
  • Skleratransplantat bei drohender Perforation mit immunsuppressiver Therapie

Komplikationen

Skleritis

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  • in 40% d. Fälle Rezidive
  • nach 5 J. sind 25% d. Pat. verstorben
  • Uveitis bei tiefen Entzündungen
  • Hornhautnarben bei Korneabefall
  • Skleraatrophie u. Staphylome
  • Übergang noduläre Form in nekrotisierende Form, (bei Frauen 4-mal häufiger)
  • Verlust d. Auges als Folge der Skleritis

Zusatzhinweise

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  • Prognose bei Skleritis gut, v.a. wenn Grunderkrankung gefunden u. therapiert wird
  • Unterscheidung Epi-/Skleritis von Konjunktivitis: Lokalanästhesie u. anschließend mit Tupfer auf entzündliche Stelle drücken: Schmerzen bei Skleritis, keine Schmerzen bei Konjunktivitis

Literaturquellen

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  • A. und R. Burk, Checkliste Augenheilkunde, 2005, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • M. Sachsenweger und Hrsg., Duale Reihe Augen-heilkunde, 2003, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer
  • (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
  • (2008) Lang, G.K - Augenheilkunde - Thieme Verlag
  • (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag, Berlin
  • (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
  • (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer

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