Sinusitis bei HIV-Infektion

Synonyme: Nasennebenhöhlenentzündung bei HIV - Infektion, Rhinosinusitis bei HIV - Infektion, chronische Sinusitis bei HIV - Infektion

Definition

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Die HIV-assoziierte Sinusitis ist eine chronisch rezidivierendeEntzündung der Nasennebenhöhlen.


Ätiologie

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Infektion mit dem HI-Virus → Einbau der Virus-RNA in die DNA der Wirtszelle

→ infolge progredientes, humorales und zelluläres Immundefekt mit Abfall der CD4-positiven T-Lymphozyten

die HIV-assoyiierte Sinusitis entsteht durch

  • eine allgemeine Immunschwäche infolge einer HIV-Infektion
  • durch virale oder bakterielle Infektionen (z.B. opportunistische Infektionen)
  • erhöhte Affinität zu Allergien (↑ IgE-Niveaus bei HIV-Positiven)
  • häufigeres Infektionsherd als bei Gesunden: Karies
  • Risikofaktor: Rauchen und intranasale Kokainapplikation
  • bei chronischem Verlauf an Mykosen denken

Epidemiologie

Sinusitis bei HIV-Infektion

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  • Die Sinusitis hat eine Prävalenz von bis zu 68% bei den HIV-Positiven

Differentialdiagnosen

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Anamnese

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Bei der Sinusitis während einer HIV - Infektion sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • HIV - Infektion bekannt?
  • Schmerzen über der Nasennebenhöhlen?
  • Kopfschmerzen?
  • Hautrötungen?
  • schleimiger oder eitriger Ausfluss aus der Nase?
  • Schnupfen?
  • Husten?
  • Fieber?
  • Zahnschmerzen?
  • starkes Krankheitsgefühl?

Diagnostik

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Die Diagnostik der Sinusitis während der HIV Infektion gestaltet sich wie folgt:

  • Anamnese
  • Blutbild, CRP, BSG
  • Sonographie des Sinus maxillaris bei älteren Kindern
  • Rhinoskopie (Erregernachweis bei Therapiereistenz)
  • Sinuskopie
  • mikrobiologisch: Punktion der NNH
  • Druck auf die Nervenaustrittspunke (NAP) des Nervus trigeminus
  • Röntgen (Verschattungen)
  • CT bei Verdacht auf Komplikationen (Schleinhautschwellung als Verschattung der Nebenhöhlen zu sehen)
  • radiologisch: aufschlußreicher bei der akuten komplizierten Sinusitis als bei der chronischen Sinusitis

Einschätzung der Schwere der HIV Infektion:

CD4-Zellzahl: zeigt das Ausmaß der Immunschwäche an


Klinik

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Die HIV-assoziierte Sinusitis kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Schmerzen über den entsprechenden  Nasennebenhöhlen
  • Rhinitis
  • Verstrichener Nasenrücken
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Wangenschmeryen
  • beschwerte Atmung
  • evtl Fieber
  • Sekretabsoderung (schleimig oder eitig)
  • Erythem
  • bei dentogener Sinusitis: Betroffene Seite geschwollen
  • bei chronischem Verlauf an Mykosis denken

Therapie

Sinusitis bei HIV-Infektion

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medikamentöse Therapie

abschwellende Nasentropfen:

  • Oxymetazolin - 0,01% (Neugeborenen); 0,025% (Kleinkinder); 0,05% bei Erwachsenen - 2-3 x tgl. bis zu 5 x tgl
  • Phenylephrin - 0,2% Nasenspray, 2-3 Hübe 2 x tgl bis zu 5d lang
  • Pseudoephedrin - 2-3 Hübe nasal 2 x tgl bis zu 5d lang

Antiphlogisitika

  • Paracetamol - 6 x 500 - 1000 mg/d; < 10 g!
  • Ibuprofen - 4-6 x 400 mg/d p.o. oder 3 x 800 mg/d retardiert
  • Diclofenac - 4 x 50 mg /d p.o.

Antibiotika (Antibiogramm!) oder Antimykotika je nach Indikation

topische Steroide (subjektive Verbesserung der Symptome)

  • 1-2 x tgl Nasensprays - enthalten Budesonid, Beclometason-dipropionat, Dexamethason-isonicotinat, Fluticason-propionat, Triamcinolonacetonid oder Flunisolid

Mucolytika

  • Guaifenesin 3-4 x 100-400 mg/d p.o.

physikalische Therapie:

  • Wärme
  • Nasenspülungen mit hypertonen Salzlösungen (2-3,5%)

Zusatzeingriffe

  • Septumplastik
  • Conchotomie
  • Muschelkaustik
  • Biopsie bei Tumorverdacht
  • enorale-transfaziale Verschlussplastik bei sinu-oraler  Fistel
  • endonasale mikroskopisch/endoskopische Fensterung
  • endonasale endoskopische Marsupialisation

Komplikationen

Sinusitis bei HIV-Infektion

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Die Komplikationen der Sinusitis bei HIV - Infektion sind:

  • chronische Sinusitis
  • Komplikationen schwer therapierbar
  • Durchbruch der Sinusitis → kollaterale Ödeme (1) → bis zur Erblindung
  • Menigitits
  • Osteitis
  • Hirnabszess
  • Kieferosteomyelitits
  • sinugene orbitale Komplikationen
  • bakterielle Superinfektion bei viraler Sinusitis

Zusatzhinweise

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Derzeit sind keine zusätzlichen Informationen zur HIV-assoziierte Sinusitis bekannt.


Literaturquellen

Sinusitis bei HIV-Infektion

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  1. (2007) - Boenninghaus G. H., Lenarz  T. – Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde – Springer-Verlag
  2. (2006) - Feldmann H. - Das Gutachten des Hals-Nasen-Ohren-Arztes – Georg Thieme-Verlag
  3. (2005) - Arnold, Ganzer - Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde - Georg Thieme Verlag
  4. (1996) - Berghaus, Rettinger, Böhme  - Duale Reihe Hals-Nasen-Ohrenheilkunde - Hippokrates Verlag
  5. (2008) - Probst, Grevers, Iro - Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde - Georg Thieme Verlag
  6. (2007) - AWMF-Leitlinie Nr. 017/049 - Rhinosinusitis - http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/017-049.htm>

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