Sick-building-Syndrom

Synonyme: Sick building Syndrom, Befindlichkeitsstörungen von unklarem Krankheitswert, Idiopathische umweltbezogene Unverträglichkeit

Definition

Sick-building-Syndrom

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Das Sick-building-Syndrom ist seit etwa 20 Jahren eine Kombination von Beschwerden beschrieben, die von Personen beklagt wird, die in modernen Bürogebäuden arbeiten.


Ätiologie

Sick-building-Syndrom

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Die Ursachen des Sick-building-Syndroms sind:

  • die klimatischen Bedingungen in den Innenräumen der Gebäude und die mögliche Kontamination der Luft in Klimaanlagen stehen im Vordergrund
  • allgemein wird die Rezirkulation von Luft zugunsten einer ausreichenden Zufuhr von Aussenluft angesprochen
  • speziell werden mangelnde Luftbefeuchtung, beimengung von toxischen Chemikalien oder Mikroben diskutiert
  • andere Erwägungen beziehen sich auf Bedingungen, die nicht an das Raumklima gebunden sind, wie Bildschirmarbeit, zu helle, blendende, aber auch unzureichende Beleuchtung

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zum Sick-building-Syndrom sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Frauen sind 3 mal so häufig betroffen wie Männer
  • die Inzidenz ist nicht ermittelt

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Sick-building-Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Allergien?
  • häufige Infekte?
  • Asthma bronchiale?
  • depressive Verstimmung?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Sick-building-Syndroms sind relevant:

  • als Kriterium für das Vorliegen eines Sick-Building-Syndroms gilt, dass bei mindestens 20 – 25% der exponierten Personen gesundheitliche Beschwerden wie Reizungen der Augen-, Nasen- und Rachenschleimhaut, Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Müdigkeit sowie Abwehrschwäche auftreten
  • die Beschwerden klingen nach dem Verlassen der Räume üblicherweise ab, insbesondere bei längerer Abwesenheit oder über das Wochenende
  • Bbei erneutem Aufenthalt nehmen die Symptome wieder deutlich zu

Das Sick-Building-Syndrom tritt vor allem in Bürogebäuden, gelegentlich auch in Schulen, Kitas, Laboratorien oder Krankenhäusern auf


Klinik

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Das Sick-building-Syndrom kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Betroffene berichten von Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Müdigkeit,allergischen Reaktionen, Abwehrschwäche, häufigen Infektionskrankheiten, Verschlechterung von Asthma bronchiale, akuten Atembeschwerden, depressiven Zuständen, allgemeinem Unwohlsein und verminderter Leistungsfähigkeit

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Sick-building-Syndrom umfassen folgendes:

  • Die wichtigste "Behandlung" besteht in der Beseitigung der Ursachen, also in der Vermeidung von gesundheitsschädlichen Ausdünstungen, giftigen Farben und Lacken und von Elektrosmog sowie in der Abschaffung bzw. Nachrüstung alter oder defekter Klimaanlagen
  • erste einfache Lösungsansätze sind häufiges Lüften in neuen oder frisch renovierten Gebäuden und das Beachten der richtigen Luftfeuchtigkeit (zwischen 50 und 65 Prozent in Büroräumen, bei Klimaanlagen 70 Prozent)
  • Zudem sollen geeignete Grünpflanzen Luftschadstoffe und Möbelgiften

Komplikationen

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Beim Sick-building-Syndrom kommen folgende Komplikationen vor:

  • psychische Probleme durch Stigmatisierung der Betroffenen als "Hysteriker"
  • Arbeitsverlust durch häufige Krankschreibungen
  • Arbeitsunfähigkeit

Zusatzhinweise

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  • Zur Abklärung eines Sick-Building-Syndroms sollte die fachliche Hilfe einer umweltmedizinischen Beratungsstelle herangezogen werden
  • nach Klärung der Situation am Arbeitsplatz, einschließlich psychologischer Komponenten und der Situation im häuslichen Bereich, wird geprüft, ob es sich um ein individuelles Problem oder um ein Gruppenphänomen handelt
  • hierfür ist die Bereitschaft des Arbeitgebers erforderlich, seine Einrichtung durch eine umweltmedizinische Beratungsstelle begehen und befragen zu lassen

Literaturquellen

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  • Bischof, W., Wiesmüller, G.A. (2007): Das Sick-Building-Syndrome (SBS) und die Ergebnisse der ProKlimA-Studie. In: Umweltmedizin in Forschung und Praxis 12 (1), S. 23-42.
  • Hodgson, M. (2000): Sick Building Syndrome. Occupational Medicine: State of the Art Reviews – 15 (3): 571-585
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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