Sialolithiasis

Synonyme: Speichelstein, Speicheldrüsenstein

Definition

Sialolithiasis

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Bei der Sialolithiasis handelt es sich um eine Verlegung des Ausführungsganges einer Speicheldrüse durch Konkrement.


Ätiologie

Sialolithiasis

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Ursachen einer Sialolithiasis:

  • anatomische Gegebenheiten (Aszendierung des Wharton-Gangs)
  • Fremdkörper als Kristallisationskeime
  • Medikamente, die den Speichelfluss behindern (Diuretika, Antidepressiva, Antihistaminika)
  • Coxsackie-A-Virus, Zytomegalie, Mumps im Kindesalter
  • Bestrahlung (Tumor-Therapie)

Epidemiologie

Sialolithiasis

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Besonders betroffen von der Sialolithiasis sind:

  • Männer im 3.-4. Lebensjahrzehnt
  • mehr als 1% der Bevölkerung

Differentialdiagnosen

Sialolithiasis

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Sialolithiasis

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Wichtig zu wissen bei der Sialolithiasis sind:

  • mäßiger bis sehr starker Spannungsschmerz?
  • Drüsenschwellung?
  • Symptome vor allem vor und während den Mahlzeiten?
  • Vorerkrankungen?

Diagnostik

Sialolithiasis

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Diagnostische Relevanz bei der Sialolithiasis hat:

  • Anamnese

Inspektion:

  • Traumaspuren in der Mundhöhle?
  • Raumforderungen?
  • schlecht sitzende Zahnprothesen?
  • Entzündungszeichen peripapillär?

Palpation:

  • Steine oder Steingries im Ausführungsgang oder in der Drüse?
  • Eitriges Sekret aus Ausführungsgang bei Druck auf Speicheldrüse? (→ akute Entzündung)
  • Bei Eiter auch Abstrich mit Erregernachweis.

Sonographie:

  • gestauter Ausführungsgang?
  • Konkrement mit Schallschatten?

weitere Untersuchungen:

  • evtl. Sondierung des Ausführungsganges
  • ggf. Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel: → Kontrastmittelstop
  • weitere bildgebende Verfahren (CT/MRT) bei Tumorverdacht

Klinik

Sialolithiasis

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Symptome der Sialolithiasis können sein:

  • meistens Glandula submandibularis, aber auch Glandula parotis betroffen
  • schmerzhafte Schwellung des Drüsenparenchyms bei Stimulierung des Speichelflusses durch exogene Faktoren (Appetit, Rauchen)
  • Schmerzen sistieren nach Speichelsekretion
  • evtl. Mundtrockenheit
  • spürbare Schwellung der Drüse
  • Rezidivgefahr bei Lithotripsie

Therapie

Sialolithiasis

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Therapiemöglichkeiten der Sialolithiasis sind:

Zunächst konservativer Therapieversuch:

  • Sialogoga (z.B. Zitrone, Bonbons etc.)
  • Dilatation des Ausführungsganges

Operative Therapie:

  • Bei papillennahen Submandibularissteinen Marsuppialisation des Ausführungsganges
  • Ansonsten Lithotripsie durch Ultraschall von außen oder endoskopisch durch Laser
  • Bei Rezidiven oder Degeneration von Drüsenparenchym: Exstirpation der Drüse
  • ggf. zusätzliche Behandlung einer akuten Sialadenitis

Komplikationen

Sialolithiasis

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Mögliche Komplikationen der Sialolithiasis sind:

  • Infektion mit evtl. Abszessbildung
  • Rezidiv
  • Läsionsgefahr des N. lingualis, N. facialis, N. hypoglossus

Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine zusätzlichen Hinweise zur Sialolithiasis vor.


Literaturquellen

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  1. (2002) Schwenzer N - Spezielle Chirurgie Band 2 - Thieme
  2. (2002) Ott R, Vollmer HP, Krug W - Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin - Thieme

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