Shigellose, Infektion durch Shigellen, Shigellen-Gastroenteritis

Synonyme: Shigellenruhr

Definition

Shigellose, Infektion durch Shigellen, Shigellen-Gastroenteritis

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Die Shigellose ist eine Darminfektion mit blutig-schleimigen Durchfällen unterschiedlicher Schweregrade, ausgelöst durch Shigellen.


Ätiologie

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Erreger der Shigellose:
->
gramnegativ

  • Shigella flexneri (70-80%)
  • Shigella sonnei (18%)
  • Shigella boydii
  • Shigella dysenteriae

Infektionsweg:

  • Fäkal-oral (besonders Wasser, Nahrungsmittel)
  • Mensch als einziges Erregerreservoir
    -> Übertragungen von Mensch zu Mensch
  • sehr geringe Keimzahl (10-200) zu Infektion erforderlich

Epidemiologie

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Zur Epidemiolgie der Shigellose:

  • 1000 gemeldete Shigellosen/Jahr
  • in Deutschland endemisch
  • vor allem Kinder erkranken
  • Krankheit der mangelnden Hygiene, Kriegs- und Notzeiten
  • 75% importiert (meist Nordafrika)
  • Häufung auch bei homosexuellen Männern
  • Häufung im Frühjar und Sommer

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Shigellose sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Reiseanamnese!
  • Durchfall?
    -> blutig? schleimig?
  • Bauchkrämpfe?
    -> Lokalisation? Krampfartig?
  • Fieber?
  • Muskelschmerzen?
  • Defäkationsbeschwerden?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Shigellose sind relevant:

  • Reiseanamnese
  • Klinik
  • Rektalabstrich oder frische Stuhlprobe (3 Proben) mit kurzer Transportzeit!
  • bei negativem Stuhlbefund: Koloskopie mit PE am Ulcusrand

Klinik

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Die Shigellose präsentiert sich meist wie folgt:

  • Iknubationszeit: 1-7 Tage 
  • Ansteckungsfähigkeit: 1-4 Wochen (solange Erreger im Stuhl nachweisbar)
  • Symptome: Wässrige oder bei schwerem Verlauf blutig schleimige Diarrhö, Darmkrämpfe, Tenesmen, Defäkationsschmerz, ggf. Fieber bis 40°,
  • im Kolon enstehen Mirkoabszesse, Ulzerationen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Shigellose umfassen:

  • Wasser- und Elektroytausgleich
  • Antibiose mit Chinolonen oder Ampicillin i.v. ggf Korrektur nach Antibiogramm bei Resistenzen
  • keine Gabe von Motilitätssenkern!
  • Resistenzlageverbesserung
  • Hygienemaßnahmen (Desinfektion, Wasseraufbereitung etc.)

Komplikationen

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Bei der Shigellose kommen folgende Komplikationen vor:

  • Reaktive Arthritis/ Reiter-Trias
  • HUS durch Shiga-Toxin
  • Darmblutungen
  • Darmperforation
  • Wasser- und Elektrolytverlust
  • zerntralnervöse Auswirkungen durch Toxinwirkung
  • chronische Verläufe
  • Letale Verläufe bei Shigella dysenteriae möglich

Zusatzhinweise

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Die Shigellose ist meldepflichtig!

Besonders in Ländern der 3. Welt

  • bei Kindern im schlechten Ernhährungszustand Entwicklung eines toxischen Megacolons, Darmperforationen, Shigellensepsis

Literaturquellen

Shigellose, Infektion durch Shigellen, Shigellen-Gastroenteritis

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  1. (2006) Wolfgang F. Caspary, Manfred Kist,Jürgen Stein, Jürgen Stein
  2. (2009)- MLP Duale Reihe Innere Medizin Thieme, Stuttgart
  3. (2008)- Herold, Gerd: Herold Innere Medizin Köln
  4. (2007)- Hahn, J.M. : Checkliste Innere Medizin Thieme, Stuttgart
  5. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  6. 2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  7. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  8. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S -Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  9. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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