Schweres akutes respiratorisches Syndrom

Synonyme: SARS, Severe acute respiratory syndrome

Definition

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Das Schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) ist eine durch Coronaviren hervorgerufene atypische, interstitielle Pneumonie. 

Verdacht, Erkrankung und Tod sind meldepflichtig!


Ätiologie

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Das Schwere akute respiratorische Syndrom wird durch Coronaviren übertragen. Serotyp: SARS-CoV

Übertragung:

  • Mensch zu Mensch  
  • Tier zu Mensch 

Bei Fledermäusen, Frettchen und Katzen wurde eine Übertragung nachgewiesen. Wahrscheinlich sind aber auch viele andere Tierarten Überträger.

Die Übertragung erfolgt durch aerogene Tröpfcheninfektion.

Die Inkubationszeit beträgt im Mittel 5 Tage.


Epidemiologie

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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  • Das Schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) wurde erstmalig in der südchinesischen Provinz Quangdong im November 2002 entdeckt.
  • Bis 2004 erkrankten ca. 8000 Menschen.
  • Die Letalität betrug 10%,
  • wobei hiervon 50% über 60 Jahre alt waren.
  • Seit Mitte 2004 sind weltweit keine SARS-Verdachtsfälle mehr verzeichnet worden.

Differentialdiagnosen

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Anamnese

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Um das Schwere akute respiratorische Syndrom zu diagnostizieren sollten folgende Punkte abgefragt werden:

  • Auslandsaufenthalte? (Südchina)
  • Kontakt mit verdächtigem Krankheitsfall?
  • Husten? 
  • Fieber? >38°C
  • Schwächegefühl?
  • Gliederschmerzen?
  • Atemnot?
  • Durchfälle?
  • Verlauf der Erkrankung? 

Diagnostik

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Beim Schweren akuten respiratorischen Syndroms ist eine rein klinische Diagnose nicht möglich, da sich keines der Symptome als spezifisch erwiesen hat.

  • Fiebermessung >38°C (meist erstes Symptom)
  • Klinischer Fall (Ausschlussdiagnose)

Thoraxröntgen/CT 

meist 3-4 Tage nach Krankheitsbeginn fleckförmige Konsolidierung.

Von unilateral nach generalisiert interstitiell fortschreitend. 

Blutbild/Blutuntersuchung

Blutbildveränderungen sind nicht obligat

PCR (Wiederholung nach 4 Tagen) symptomatische Phase

Material zur Asservierung nach Präferenz geordnet:

  1. Sputum
  2. Endotrachealaspirat
  3. Rachenabstrich (Wattestäbchen bevorzugt)

Nach der ersten Krankheitswoche Stuhlprobe, nativ

Für Antikörpertest

  • Serum (Blutprobe)

Klinik

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Das Schwere akute respiratorische Syndrom zeigt meist folgenden Krankheitsverlauf:

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2-7 Tagen.

Symptome können sein:

  • Fieber
  • Myalgie
  • Malaise
  • Rigor
  • Kopfschmerz
  • Diarrhö
  • trockener unproduktiver Husten

Therapie

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Die Therapie des Schweren akuten respiratorischen Syndroms ist vor allem symptomorientiert.

Eine kausale Therapie steht noch nicht zur Verfügung.

  • Antibiotika (Superinfektion)
  • O2-Gabe
  • Antivirale Therapie wie Ribavirin (Rücksprache mit Zentren)
  • Intensivmedizinische Überwachung

Komplikationen

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Komplikationen des schweren akuten respiratorischen Syndroms können sein:

  • Pneumothorax
  • Hypoxie
  • Intubationspflichtigkeit
  • Bakterielle Superinfektion
  • Tod

Zusatzhinweise

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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Das Schwere akute respiratorische Syndrom ist meldepflichtig.

Oberste Priorität hat der Eigen- und Fremdschutz durch Einzelisolierung und umfangreiche Hygienemassnahmen durch behandelnde Ärzte und Pflegepersonal.

  • Händedesinfektion
  • Atemschutz (FFP3)
  • Schutzkittel
  • Handschuhe

Literaturquellen

Schweres akutes respiratorisches Syndrom

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  1. (2011) AWMF online - Hygieneanforderung bei Infektionen mit aerogenen Erregern: SARS
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2003) Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
  4. (2003) Robert Koch Institut
  5. (2004) WHO Guidelines for the Global Surveillance of SARS
  6. European Centre for Disease Prevention and Control

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