Schlafstörung mit Schlafwandeln

Synonyme: Somnambulismus, Sleep walking

Definition

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?
  • Die Schlafstörung mit Schlafwandeln gehört zu den Parasomnien.
  • Bei der Schlafstörung mit Schlafwandeln kommt es zum Verlassen des Bettes und Umhergehen - meist während des ersten Drittels des Nachtschlafes.

Ätiologie

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Die Ursachen der Schlafstörung mit Schlafwandeln sind:

  • unbekannt - Störung des Arousel-Prozesses wird angenommen
  • es handelt sich nicht um das Ausagieren von Träumen
  • Verhaltensmuster, die durch zentralvenöse Aktivierung im Tiefschlaf verursacht werden
  • familiäre Häufung - genetische Faktoren
  • Auslösung möglich durch - Fieber, Schlafentzug, Alkohol
  • Auslösung möglich durch Medikamente: Chlorpromazin, Lithium, trizyklische Antidepressiva, Beta-Blocker

Epidemiologie

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Zur Epidemiologie der Schlafstörung mit Schlafwandeln liegen folgende Daten vor:

  • 1-15% der Bevölkerung
  • bei Kindern deutlich höher - und meist auch auf das Kindesalter beschränkt
  • beginnt meist mit 4-6 Lebensjahren und verschwindet meist bis zu dem 16. Lebensjahr
  • Dunkelziffer ist hoch - da häufig unbemerkt

Differentialdiagnosen

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Anamnese

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Zur Anamnese der Schlafstörung mit Schlafwandeln liegen derzeit keine Angaben vor.


Diagnostik

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Zur diagnostischen Abklärung der Schlafstörung mit Schlafwandeln sind relevant:

  • Fremdanamnese

Polysomnographie mit simultaner Videometrie:

  • Arousals aus Schlafstadium 4 im ersten Nachtdrittel
  • ohne erkennbare externe auslösende Reize
  • unmittelbar vorangehend meist hypersynchrone Delta-Aktivität
  • oft gibt es dazu keine beobachtbaren Verhaltenskorrelate

Klinik

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Die Schlafstörung mit Schlafwandeln kann folgende Symptome zeigen:

  • im einfachsten Fall - kurzes Aufsetzen im Bett während einer Tiefschlafphase mit anschließendem Weiterschlafen
  • teilweise sehr komplexe Verhaltensmuster z.B. zielloses Umherwandern
  • meist leerer und starrer Gesichtsausdruck
  • Augen sind geöffnet
  • schweres Erwecken und kaum Kontakt mit der Umgebung möglich
  • Amnesie und Verwirrtheit im Falle des Erweckens
  • normalerweise werden keine Trauminhalte errinnert

Therapie

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Die therapeutischen Möglichkeiten der Schlafstörung mit Schlafwandeln umfassen Folgendes:

  • sichere Gestaltung des Schlafraumes - als präventive Maßnahme
  • schlafhygienische Maßnahmen - Meiden von Alkohol und Schlafentzug
  • bei Kindern meist keine medikamentöse Behandlung aber Aufklärung der Eltern
  • bei Erwachsenen mit häufigem Auftreten - Clonazepam 0.5-2 mg zur Nacht
  • Psychotherapie, Entspannungsverfahren - besonders bei erstmaligem oder erneutem Auftreten im Erwachsenenalter wenn psychische Belastung oder Krisensituationen vorliegen

Komplikationen

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Zu Komplikationen der Schlafstörung mit Schlafwandeln liegen derzeit keine Angaben vor.


Zusatzhinweise

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

Zur Schlafstörung mit Schlafwandeln liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Schlafstörung mit Schlafwandeln

Bearbeitungsstatus ?

1) J. Klingelhöfer, M. Rentrop - Klinikleitfaden Neurologie, Psychiatrie, 3. Auflage - Urban & Fischer, München/Jena 2003

2.) M. Rentrop, R. Müller,  J. Bäuml - Klinikleitfaden Psychatrie und Psychotherapie, 4.Auflage - Elsevier, München 2009

3.) S. Kasper, H. Volz - Psychatrie compact, 1. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2003

  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von med2click kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen