Schistosomiasis und Bilharziose

Synonyme: Schistosomose

Definition

Schistosomiasis und Bilharziose

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  • Infektion mit Schistosoma haematobium (Blasenbilharziose)
  • seltener mit Schisosoma mansoni, japonicum, intercalatum oder mekongi (Darmbilharziose)
  • Erreger sind getrenntgeschlechtliche Trematoden (Pärchenegel), die im Venensystem schmarotzen

Ätiologie

Schistosomiasis und Bilharziose

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Die Schistosomiasis und Bilharziose entstehen auf folgende Weise :

  • die im Wasser schwimmenden, infektiösen Larven von S. haematobium penetrieren die Haut
  • erreichen hämatogen über rechtes Herz und Lunge  den großen Kreislauf
  • reifen im Portadersystem der Leber zu adulten Würmern
  • geschlechtsreife Trematoden erreichen entgültigen Standort in den Beckenvenen
  • überleben dort bis zu 30 Jahre
  • können bis zu 3000 Eier pro Wurmjahr und Tag produzieren
  • Eier bleiben in Kapillaren der Blasenschleimhaut stecken
  • verursachen schwere granulomatöse Entzündungen

Epidemiologie

Schistosomiasis und Bilharziose

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  • Die Schistosomiasis und Bilharziose sind in Tropen und subtropischen Gebieten vorkommende papasitäre Erkrankung
  • Wurm kann bis zu 30 Jahre im Körper überleben
  • weltweit ca. 200 Mio. Menschen erkrankt
  • ca. 600 Mio. Menschen exponiert
  • wichtigste Tropenkrankheit
  • Zwischenwirt: Süßwasserschnecken

Differentialdiagnosen

Schistosomiasis und Bilharziose

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Anamnese

Schistosomiasis und Bilharziose

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Eine Tropenanamnese ist eine der wichtigsten Anamnese zur Schistosomiasis und Bilharziose. Weitere Informationen von Bedeutung sind :

  • Dermatitis and Eintrittsstelle?
  • Hämaturie?
  • Leukozyturie?
  • zystitische Beschwerden?
  • Stadieneinteilung

Diagnostik

Schistosomiasis und Bilharziose

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Zur diagnostischen Abklärung der Schistosomiasis und Bilharziose sind folgende Untersuchungen unerlässlich :

  • erhebliche Leukozytose und Eosinophilie
  • Urinbefund: geringe Leukozyturie und Mikrohämaturie
  • direkter mikroskop. Nachweis von Schistosomaeiern im frisch gelassenen, körperwarmen Urin
  • zystoskopisch im Frühstadium typische Bilharziosetuberkel in Blasenschleimhaut (gelblich mit geröteter Randzone und unauffäliger Schleimhaut)
  • später kommt es zu Vergrößerung der Tuberkel, u.U. mit Verkalkungen
  • Urogramm: Zeichen einer Harnstauung

Klinik

Schistosomiasis und Bilharziose

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Typische Zeichen von Schistosomiasis und Bilharziose sind unten aufgelistet:

  • Dermatitis an Eintrittsstelle
  • weitere klinische Symptome 2 - 10 Wochen nach Auftreten
  • Ausscheidung erster Parasiteneier 6 - 10 Wochen später
  • Hämaturie
  • zystische Beschwerden
  • 3 Stadieneinteilung

1. invasives Stadium:

  • wenige Tage nach Infektion
  • Dermatitis mit roten Papeln

2. akutes Stadium:

  • a) toxämisches Stadium: 2- 10 Wochen nach Infektion; Fieber, Nachtschweiß, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Oberbauchschmerzen
  • b) Stadium der Eiablage: 2 - 3 Monate nach Infektion; Hämaturie, Pollakisurie, Dysurie

3. chronisches Stadium:

  • 3 Monate nach Infektion
  • kleine Blasenkapazität
  • Harnablfusstörung
  • Blasenkarzinom

Therapie

Schistosomiasis und Bilharziose

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Die Schistosomiasis und Bilharziose lassen sich auf folgende Weise antibiotisch behandeln :

  • orale Applikation von Praziquantel (z.B. Biltricide)
  • Dosis: 30 - 40 mg/kg KG als Einmal-Therapeutikum

Komplikationen

Schistosomiasis und Bilharziose

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Die Schistosomiasis und Bilharziose können zu den schwerwiegenden Komplikationen führen wie z.B.

  • bei chron. Entzündung kommt es in Harnblase, Harnleiter und Nierenbecken zu Narbenbildungen, Stenosen oder vesicoureteralem Reflux
  • Folgen: Harnstauung, Schrumpfblase, Blasenhalssklerose oder Entstehung von Blasensteinen
  • Spätfolge: Blasenkarzinom

Zusatzhinweise

Schistosomiasis und Bilharziose

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  • DD von Schistosomiasis und Bilharziose: Tuberkulose und Blasentumor

Literaturquellen

Schistosomiasis und Bilharziose

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • Alken P, Walz PH - Urologie - Chapman und Hall
  • Sökelnad J, Schulze H, Rübben H - Urologie - Thieme

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