Schädel-Hirn-Trauma

Synonyme: Commotio cerebri, Contusio cerebri, Compressio cerebri, Gehirnerschütterung, SHT

Definition

Schädel-Hirn-Trauma

Bearbeitungsstatus ?

Kopfverletzung mit Bewusstseinsstörungen, vegetativer Begleitsymptomatik und Kopfschmerzen


Ätiologie

Schädel-Hirn-Trauma

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Intrakranielle Ursachen:

  • Hämatom
  • Hirnödem
  • Meningitis
  • Enzephalitis
  • Hirnabszess

Extrakranielle Ursachen:


Epidemiologie

Schädel-Hirn-Trauma

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häufigste Einzelverletzung bei Polytrauma (60%)


Differentialdiagnosen

Schädel-Hirn-Trauma

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Schädel-Hirn-Trauma

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  • Trauma
  • Infekte
  • Schmerzen

Diagnostik

Schädel-Hirn-Trauma

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  • Labor: BGA, Blutbild, Elektrolyte, Gerinnung, Blutgruppe, Kreuzblut
  • Neurostatus
  • Rö. des Schädels in 2 Ebenen
  • CCT, MRT

Klinik

Schädel-Hirn-Trauma

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durch erhöhten Hirndruck:

  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Bewusstseinstrübung
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)

durch Hirnstammkompression:

  • zunächst Bewusstlosigkeit, Streckstellung der Extremitäten, max. Pupillenverengung oder träge Lichtreaktion
  • später Atemstörung, zunehmende Pupillenerweiterung, Aufhebung der Schmerzreaktion, Versagen von Atmung und Kreislauf

Therapie

Schädel-Hirn-Trauma

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Anästhesie bei Schädel-Hirn-Trauma:

  • auf eine Prämedikation wird zumeist verzichtet
  • Narkoseeinleitung ist eine besonders kritische Phase → Anstieg des intrakraniellen Drucks
  • Aufrechterhaltung der Narkose: Opioide und Muskelrelaxanzien
  • volatile Inhalationsanästhetika und Lachgas sind bei akuten SHT nicht indiziert

Anästhesiologische Besonderheiten:

  • Sicherung der Oxigenierung unter Normoventilation: Intubation und Beatmung bei < 8 Pkt Glasgow-Coma-Scale
  • Infusionstherapie: isotone Kristalloidlösung, bei Volumenmangel Hydroxyäthylstärke
  • Normoglykämie: BZ = 70-130 mg/dl
  • Anästhesie: Barbiturate, Propofol, Benzodiazepine, Opioide
  • Hirndrucktherapie
  • keine Kortikoide

Komplikationen

Schädel-Hirn-Trauma

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hohe Frühmortalität, ca 50% der Pat. mit tödlichen SHT sterben in der ersten Stunde nach dem Unfall, 60% innerhalb der ersten 24h


Zusatzhinweise

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Literaturquellen

Schädel-Hirn-Trauma

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Schäfer R, Eberhardt M (2005) - Klinikleitfaden, Anästhesie - Urban & Fischer, München

Larsen, R (2006) - Anästhesie - Urban & Fischer, München

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  • (2003) Thiel R - Anästhesiologische Pharmakotherapie, Allgemeine und spezielle Pharmakologie in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie - Thieme
  • (2003) Klöss T - Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Urban & Fischer
  • (2001) Krier, Kochs, Buzello, Adams - Anästhesiologie, ains Band 1 - Thieme, Stuttgart
  • (2000) Scherer R - Anästhesiologie - Ein handlungsorientiertes Lehrbuch - Thieme
  • (1999) Hempelmann, Adams, Sefrin - Notfallmedizin, ains Band 3 - Thieme, Stuttgart
  • (1996) Kretz F.J, Schäffer J, Eyrich K - Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Springer, Berlin

Assoziierte Krankheitsbilder zu Schädel-Hirn-Trauma

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