Salmonellen-Gastroenteritis

Synonyme: akute infektiöse Gastroenteritis durch Salmonellen

Definition

Salmonellen-Gastroenteritis

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Die Salmonellen-Gastroenteritis ist eine lebensmittelbedingte Durchfallerkrankung durch bestimmte Salmonellenarten, z.B. S. enteritidis oder S. typhimurium verursacht.


Ätiologie

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Die Ursachen der Salmonellen-Gastroenteritis sind:

  • Infektion durch Verzehr kontaminierter Lebensmittel, wie Eier oder Tierfleisch; selten von Mensch zu Mensch
  • Erkrankungssymptome werden durch bakterielle Toxine ausgelöst, Bakteriämie lediglich bei Immuninkompetenz
  • Hohe Infektionsdosis (103 -106 ), die nur erreicht wird, wenn kontaminierte Waren längere Zeit vor Verzehr ungekühlt gelagert werden
  • Zunahme des Auftretens durch moderne Tierhalteverfahren sowie Konservierung von Fleischprodukten durch Tiefkühlung
  • Inkubationszeit: 1-5d

Erreger:

  • Salmonella enteritidis (am häufigsten)
  • Salmonella typhimurium

Epidemiologie

Salmonellen-Gastroenteritis

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  • Die Inzidenz der Salmonellen-Gastroenteritis in Deutschland beträgt 65:100.000/Jahr.
  • Es ist die zweithäufigste meldepflichtige Durchfallerkrankung mit Häufigkeitsgipfel im Sommer.

Differentialdiagnosen

Salmonellen-Gastroenteritis

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Anamnese

Salmonellen-Gastroenteritis

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Bei der Salmonellen-Gastroenteritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Verzehr von Roheiprodukten, ungekühlten Tierfleischwaren?
  • Durchfall? Beginn der Diarrhö, Konsistenz und Häufigkeit?
  • Erbrechen? Beginn und Häufigkeit?
  • Abdominalbeschwerden?
  • Fieber?
  • Essen und Trinken in den letzten 24h?
  • Reiseanamnese

Diagnostik

Salmonellen-Gastroenteritis

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Zur diagnostischen Abklärung der Salmonellen-Gastroenteritis sind relevant:

  • Labor: Hinweise auf Exsikkose (Kreatinin, Na, Cl- ) - Keine eindeutigen Zeichen der  bakteriellen Infektion;
  • Mikrobiologie: 
  1. Stuhlprobe, Probe aus Erbrochenem oder Speiseresten;
  2. Blutkultur bei Verdacht auf septischen Verlauf;
  3. Punktion von Herden bei Immunsuppression

Klinik

Salmonellen-Gastroenteritis

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Die Salmonellen-Gastroenteritis kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Diarrhoe mit wässrigen Stühlen (einziges Symptom bei leichtem Verlauf)
  • Abdominalbeschwerden
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • ggf. Erbrechen
  • Exikkose!
  • meist selbstlimitierende Erkrankung (nach 5 d Durchfallsymptomatik abgeklungen)

Therapie

Salmonellen-Gastroenteritis

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Salmonellen-Gastroenteritis umfassen:

  • Wasser und Elektrolytentherapie! WHO: orale hypotone Rehydratationslösung mit Natrium gehalt von maximal 75 mmol/L
  • Nahrungskarenz
  • Parasympatholytika bei abdominellen Krämpfen: Butylscopolamin 20-40 mg parenteral bei Erwachsenen, 0,3-0,6 mg/kg bei Kindern
  • Antibiose nur bei Risikopatienten oder septischem Verlauf mit Ciprofloxacin 2x500mg/d [4] für 5-7 Tage
  • Laktulose-Gabe um Darm-pH-Wert auf 5-6 zu bringen, was Erregerwachstum hemmt (nur bei persistierender Erregerausscheidung)
  • Abszesse: Punktion, Drainage, Spülung

Komplikationen

Salmonellen-Gastroenteritis

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Bei der Salmonellen-Gastroenteritis kommen folgende Komplikationen vor:

  • Exikkose mit Kreislaufkollaps, kann bei sehr jungen und sehr alten Patienten zum Tode führen
  • Bakteriämie (ca. 5% d. F. )
  • Sepsis
  • Abszessbildung in Knochen, Gelenken u.a. Organen besonders bei Immunschwachen
  • reaktive Arthritis

Zusatzhinweise

Salmonellen-Gastroenteritis

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Bei der Salmonellen-Gastoenteritis unbedingt beachten:

  • Die Salmonellen - Gastroenteritis ist Meldepflichtig
  • Nachweis negativer Stuhlproben als Voraussetzung für Wiederzulassung in viele Berufe
  • eigene Toilette für infizierte Patienten

Literaturquellen

Salmonellen-Gastroenteritis

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  1. (2008) AWMF - Leitlinie - Akute infektiöse Gastroenteritis
  2. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  3. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  4. (2007) Hahn JM - Checkliste Innere Medizin - Thieme
  5. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  6. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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