Rotavirus

Synonyme: akute Gastroenteritis

Definition

Rotavirus

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Rotaviren gelten weltweit als die häufigsten Gastroenteritiserreger im Säuglings- und Kleinkindalter.


Ätiologie

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Die wichtigsten Charakteristika von Rotavirus:

  • Rotaviren sind Viren mit doppelsträngiger RNA und Radspeichenstruktur des Kapsids (Rota, das Rad)
  • die Gruppen A-E sind bekannt
  • humanpathogen sind vorwiegend Viren der Gruppe A
  • Übertragung erfolgt fäkal-oral

Epidemiologie

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Die epidemiologischen Daten zum Rotavirus:

  • Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen bis zum Alter von 2 Jahren weltweit
  • Infektionen treten vorwiegend während der Wintermonate ("Winterenteritis") auf
  • Nosokomiale Infektionen auf Frühgeborenenstationen sind sehr gefürchtet
  • Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Für die Anamnese beim Verdacht auf eine durch Rotavirus bedingte Infektion sind folgende Informationen von bedeutung:

  • Erbrechen?
  • Durchfall? Konsistenz? wie oft?
  • Blutauflagerungen? Farbe?
  • wenig erhöhte Temperatur?
  • Essen und Trinken: wie viel, wie oft, wann zum letzten mal?
  • andere Symptome?
  • Reisen?
  • gegen Rotavirus geimpft? (in Deutschland nicht standardmäßig empfohlen)
  • Medikamenteneinnahme?
  • Erkrankungen?

Diagnostik

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Die diagnostischen Maßnahmen beim Verdacht auf eine durch Rotavirus bedingte Infektion beziehen sich auf:

  • Erregernachweis im Stuhl mittels ELISA (monoklonale Antikörper)
  • Serologie unzuverlässiger, bei Säuglingen auch bei eindeutigem Erregernachweis oft keine Serokonversion!

Klinik

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Die klinischen Symptome einer durch Rotavirus bedingter Infektion:

  • Erbrechen
  • Diarrhö mit grüngelben, übel riechenden Stühlen bei wenig erhöhten Temperaturen
  • in über 50% der Fälle bestehen unspezifische respiratorische Symptome

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei einer durch Rotaviren bedingter Infektion umfassen:

  • eine orale Rehydration (laut WHO: orale hypotone Rehydratationslösung mit Natrium gehalt von maximal 75 mmol/L)
  • in schweren Fällen erfolgt die stationäre Aufnahme zur parenteralen Rehydration

Komplikationen

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Die Komplikationen einer durch Rotavirus bedingter Infektion:

  • bei jungen Säuglingen besteht die Gefahr der Dehydratation und Elektrolytentgleisung

Zusatzhinweise

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Rotaviren sind weltweit die häufigsten Gastroenteritiserreger im Säuglings- und Kleinkindalter.

Zu der Prophylaxe gehören:

  • hygienische Maßnahmen auf Neugeborenenstationen sind zur Vermeidung nosokomialer Infektionen von entscheidender Bedeutung
  • 2006 wurde ein attenuierter oraler Lebendimpfstoff gegen Rotaviren in Deutschland für Säuglinge im Alter von 6-12 Wochen zugelassen
  • sie ist jedoch nicht Bestandteil der offiziellen Impfempfehlung der STIKO

Literaturquellen

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  1. (2008) AWMF - Leitlinie - Akute infektiöse Gastroenteritis
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2006) Illing S, Spranger S - Klinkleitfaden Pädiatrie - Gustav Fischer Verlag

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