Rolando-Epilepsie
Synonyme: Benigne Epilepsie mit zentrotempralen Spikes
Definition
Rolando-Epilepsie
- Sonderform und zugleich häufigste Form der fokalen Epilepsie im Kindesalter mit Symptomatik im Mund-Hals-Bereich und guter Prognose
Rolando-Epilepsie
Ätiologie
Rolando-Epilepsie
- handelt sich um eine genetisch bedingte Epilepsieform mit ungeklärtem Erbgang
- bei über 90% der Genträger kommt es nie zu Anfällen, zeigen aber die charakteristischen EEG-Auffälligkeiten
- in Familien von Kindern mit Rolando-Epilepsie finden sich vermehrt zerebrale Anfälle und Epilepsien
Rolando-Epilepsie Epidemiologie zu:
Rolando-Epilepsie
Epidemiologie
Rolando-Epilepsie
- häufigste fokale Epilepsie im Kindesalter
- bei ca. 25% aller neu diagnostizierten Epilepsien handelt es sich um eine Rolando-Epilepsie
- Häufigkeitsgipfel zwischen dem 2. und 12. Lj.
- Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen
Rolando-Epilepsie Differentialdiagnosen zu:
Rolando-Epilepsie
Differentialdiagnosen
Rolando-Epilepsie
- Einfach-fokale Anfälle
- Aufwach-Grand-Mal-Epilepsie
- Grand-mal-Status
- Epilepsie mit tonisch-klonischem Aufwach-Grand-mal
- Diffuser Grand-mal
Rolando-Epilepsie Anamnese zu:
Rolando-Epilepsie
Anamnese
Rolando-Epilepsie
- Inspektion
- EEG
- einfach-fokale Anfälle?
- meist Anfälle an Schlaf gebunden?
- hemifaziale Kloni oder Myoklonien?
- somatosensorische Erscheinungen?
- Hypersalivation?
- Bewusstsein erhalten?
- Sprachstöungen?
- Teilleistungsschwächen?
Rolando-Epilepsie Diagnostik zu:
Rolando-Epilepsie
Diagnostik
Rolando-Epilepsie
- EEG: Nachweis von biphasischen Spikes oder Sharp-Waves vorwiegend über der Zentrotemporalregion
Rolando-Epilepsie Klinik zu:
Rolando-Epilepsie
Klinik
Rolando-Epilepsie
- treten selten meist einfach-fokale Anfälle auf
- 75% der Fälle sind an den Schlaf gebunden und treten meist aus dem leichten abendlichen oder Morgenschlaf auf
- handelt sich um hemifaziale Kloni oder Myoklonien, denen nicht selten somatosensorische Erscheinungen (vorwiegend im Gesichtsbereich oder im Bereich der Mundschleimhaut) vorausgehen
- evtl. kehlig-gurgelige Laute
- eine Hypersalivation ist die Regel
- Bewusstsein meist erhalten
- oft vorhandene Unfähigkeit zu sprechen, kann eine Bewusstseinsstörung vortäuschen
- Sprachstörung überdauert meist das übrige Anfallsgeschehen
- eine sekundäre Generalisierung zu Halbseitenkrämpfen oder Grand-Mal-Anfällen tritt in 30-60% der Fälle, vor allem bei jüngeren Kindern, auf
- die Entwicklung ist altersentsprechend
- neurolog. Symptome bestehen nicht
- bei den betroffenen Kindern finden dich vermehrt Teilleistungsschwächen
Rolando-Epilepsie Therapie zu:
Rolando-Epilepsie
Therapie
Rolando-Epilepsie
- Sultiam ist Mittel der ersten Wahl
- Oxcarbazepin wird ebenfalls verwendet
Rolando-Epilepsie Komplikationen zu:
Rolando-Epilepsie
Komplikationen
Rolando-Epilepsie
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Rolando-Epilepsie Zusatzhinweise zu:
Rolando-Epilepsie
Zusatzhinweise
Rolando-Epilepsie
- oft vorhandene Unfähigkeit zu sprechen, kann eine Bewusstseinsstörung vortäuschen!
Prognose:
- ist sehr gut
- 60-80% der Pat. erleiden maximal 2-10 Anfälle
- die Anfälle sistieren vor oder während der Pubertät
Rolando-Epilepsie Literaturquellen zu:
Rolando-Epilepsie
Literaturquellen
Rolando-Epilepsie
- A.C. Muntau - Intensivkurs Pädiatrie - Urban u. Fischer
- W. de Gruyter - Pschyrembel-Klinisches Wörterbuch - de Gruyter
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