Retrograde Ejakulation und Anejakulation

Synonyme: Aspermie, Asemie, Trockener Orgasmus

Definition

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Ein "fehlgeleiteter" Samenerguss, der sich zurück in die Harnblase entleert (Retrograde Ejakulation) und Orgamsmus ohne Ekajkulation (Anejakulation) wird als Retrograde Ejakulation und Anejakulation bezeichnet


Ätiologie

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Die Ursachen der retrograden Ejakulation und Anejakulation sind :

  • TUR-P (Transuretrale Resektion der Prostata) : Resektion der zirkulären periurethralen Muskelfasern in Bereich der proximalen Harnröhre (Meist als nicht störend empfunden)
  • Diabetische Polyneuropathie
  • Traumata (Querschnittslähmung)
  • Operative Eingriffe im Beckenbereich (Sympathektomien, Rektumresektion, Retroperitoneale Gefäßrekonstruktion, Retroperitoneale Lymphadenektomie (RLA) mit Zerstörung vegetativer Nervenfasern)
  • Kongenitale Mißbildungen (Blasenekstrophie, Utrikuluszyste, harnröhreklappen)
  • Medikamente (α1-Blocker, Neuroleptika, Antihypertensiva, SSRI, Antidepressiva)

Epidemiologie

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Zur Epidemiologie der retrograden Ejakulation und Anejakulation liegen derzeit keine Angaben vor


Differentialdiagnosen

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Anamnese

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Bei retrograder Ejakulation und Anejakulation sind folgende Informationen von Bedeutung :

  • Sexual Anamnese
  • Pyschische Probleme?
  • Medikamente Einnahme?
  • Nebenerkrankungen? (Metabolisch, Neurologisch)
  • Unfall/Trauma?
  • Vorgelaufene Operationen?

Diagnostik

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Zur diagnostischen Abklärung der retrograden Ejakulation und Anejakulation sind relevant :

  • Anamnese (Sexual und Prädesponierende Faktoren)
  • Körpeliche Untersuchung 
  • Sonografische Darstellung von Harnleitersystem und Hoden
  • Transrektaler Ultraschall
  • Postmasturbatorische Urinuntersuchung
  • Neurologische Untersuchung
  • Pyschologische Untersuchung
  • Ggf. Bildgebende Verfahren

Klinik

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Die retrograde Ejakulation und Anejakulation können eine oder mehrere der folgenden Symptomen zeigen :

  • Aspermie
  • Nachweis von Spermatozoen postmastubatorisch im Urin (Wegen Samenerguss in die Harnblase)
  • Symptome der Begleiterkrankungen beachten (Neurologisches Zeichen, Metabolische Störung)

Therapie

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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  • Bei Therapie der retrograden Ejakulation und Anejakulation muss man immer die Ursache behandeln!
  • Ggf. Umstellung der bisherigen medikamentösen Therapie (z.B. Absetzen der α1-Blocker)
  • Medikamentöse Indukton einer antegraden Ejakulation (z.B. i.v. Milodrin 5-15 mg 30min. vor Ejakulation oder 10mg/Tag 3x : Auf NW beachten)
  • Bei Kinderwunsch und fehlenden Ansprechen auf eine medikamentöse Therapie : Gutron-Test
  • Transrektale Elektrostimulation oder penile Vibrationsstimulation ei Anejakulation
  • Operative Maßnahmen (Harnröhrenklappenresektion, Utrikuluszystenresektion)

Komplikationen

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Als Komplikationen der retrograden Ejakulation und Anejakulation können auftreten :

  • Infertilität
  • Urosepsis

Zusatzhinweise

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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Es liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise zur retrograden Ejakulation und Anejakulation vor


Literaturquellen

Retrograde Ejakulation und Anejakulation

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2007) Jung C - Urologie in Frage und Antwort - Urban & Fischer
  • (2007) De Gruyter W - Pschyrembel Klinisches Wörterbuch - Bearb. v. der Wörterbuch-Redaktion des Verlages
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • (2006) Hautmann R, Huland H - Urologie - Springer Verlag
  • Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban und Fischer

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