Restless-Legs-Syndrom

Synonyme: Restless-legs Syndrom, unruhige Beine,Wittmack Ekbom Syndrom, RLS

Definition

Restless-Legs-Syndrom

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  • zählt zu den häufigsten, neurologischen Erkrankungen
  •  mit unruhigen Beinen, Bewegungsdrang sowie unangenehmen Missempfindungen, Kribbeln oder "Ameisenlaufen" in den Beinen

Ätiologie

Restless-Legs-Syndrom

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  • kommt familiär gehäuft vor
  • Ursache noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen das Dopamin und seine Wirkung gestört sind
  • Häufigkeit der genetischen Prädisposition wird mit 40- 80 % angegeben, der Vererbungsgang ist autosomal- dominant
  • bisher sind 3 Loci für das RLS auf Chromosom 12q,9p und 14q kartiert worden, ein Gen ist bisher nicht bekannt

Epidemiologie

Restless-Legs-Syndrom

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  • zählt mit einer altersabhängigen Prävalenz von 5-10 % der Bevölkerung zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen
  • Prävalenz des idiopathischen RLS ist unter Angehörigen ersten Grades von RLS Patienten 3- 5 mal so hoch wie bei Personen ohne RLS
  • beim sog. idiopathischen RLS kann keine auslösende Grunderkrankung diagnostiziert werden
  • treten die Symptome erst nach den 50. Lebensjahr auf, zeigt der Verlauf häufig eine schnellere Progredienz

Differentialdiagnosen

Restless-Legs-Syndrom

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Restless-Legs-Syndrom

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  • starker Bewegungsdrang?
  • Dys oder Parästhesien der Beine, die ausgeprägt in den Abend oder Nachtstunden auftreten?
  • Durchschlafstörungen?
  • Erschöpfung?
  • Tagesmüdigkeit?

Diagnostik

Restless-Legs-Syndrom

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  • polysomnographische Untersuchung (PSG) kann Ausprägung der Schlafstörung feststellen und weitere schlafbezogene Erkrankungen, die Tagesmüdigkeit verursachen können ausschließen
  • Labor: zum Ausschluss sekundärer RLS-Formen sollten das Blutbild, Ferritin und Serumeisen ( meist erniedrigt), Nierenfunktionswerte, TSH und ggf. Schilddrüsenhormone untersucht werden
  • L-Dopa Test: Ansprechen auf L-Dopa wird zum diagnostischen Nachweis eines RLS verwendet
  • durch den Test kann in 90% der Fälle eine korrekte Diagnose gestellt werden

Klinik

Restless-Legs-Syndrom

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  • es besteht ein erheblicher Bewegungsdrang mit unangenehmen, oft quälenden Dys-oder Parästhesien der Beine, seltener auch der Arme, die ausschließlich in Ruhesituationen, ganz besonders ausgeprägt in den Abend- und Nachtstunden auftreten
  • Beschwerden können einseitig, beidseitig oder alternierend auftreten und sind kurzfristig durch Bewegung oder Aktivität zu lindern bzw. zu beseitigen
  • 90% der Betroffenen haben erhebliche Ein und Durchschlafstörungen mit resultierender Tagesmüdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafprofil ist mit verlängerter Einschlaflatenz, häufigen Wachphasen, Verringerung der Tiefschlaf- und REM-Phasen gestört
  • periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS) treten bei 85% der erwachsenen RLS Patienten auf

Therapie

Restless-Legs-Syndrom

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  • nahezu alle RLS patienten zeigen einen initial positiven therapeutischen Effekt nach Gabe von L-Dopa oder niedrigen Dosen von Dopaminantagonisten
  • initale Effekt bleibt nicht immer konstant
  • L-Dopa in Kombination mit Benserazid in der Standard und Retardform ist derzeit in Deutschland und der Schweiz als einzige Substanz für die Behandlung des RLS zugelassen ( Restex und Restex retard)
  • Dopaminantagonisten :empfohlene Initialdosis von Pramipexol (Sifrol) beträgt ein halbe Tablette Sifrol 0,18 mg einmal täglich, bei nicht ausreichender Wirkung kann die Dosis auf eine ganze Tablette Sifrol 0,18 mg und in Abständen von 4 Tagen weiter bis auf eine maximale Tagesdosis von 3 Tabletten à 0,18 mg erhöht werden
  • empfohlene Initialdosis von Ropinirol (Adartrel) beträgt 0,25 mg, die Dosis wird laut Empfehlung aus den Studien am Tag 3 auf 0,5 mg, ab der 2. Woche auf 1 mg, ab der 3. Woche auf 1,5 mg und ab der 4. Woche auf 2 mg gesteigert
  • um eine optimale Wirkung zu erreichen, kann eine weitere Dosiserhöhung (z. B. ab Woche 5: 2,5 mg, ab Woche 6: 3 mg, ab Woche 7: 4 mg) notwendig werden
  • bei RLS mit Einschlafstörungen gibt man L-Dopa plus Decarboxylasehemmer 100/25mg bis 200/50 mg etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen
  • bei intermittierenden beschwerden (z.B. dialyse) 1 schnell anflutende, lösliche Tablette (Madopar LT), eine halbe Stunde vor Dialysebeginn

Achtung:Die Tagesdosis von L-Dopa sollte 200-300 mg nicht überschreiten, da sonst ein höheres Risiko für Augmentation besteht (Garcia-Borreguero 2007a).


Komplikationen

Restless-Legs-Syndrom

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  • Schlafstörungen
  • verringerte Leistungsfähigkeit am Tag
  • verringerte Konzentrationsfähigkeit, dadurch erhöhte Unfallgefahr
  • durch lang anhaltende Schlafstörungen wächst die Gefahr einer depressiven Verstimmung bzw. Depression

Zusatzhinweise

Restless-Legs-Syndrom

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  • L-Dopa-Test: Ansprechen auf L-Dopa (100 mg abends oder nach Einsetzen der Symptome am Tag) erhärtet die Diagnose, eine fehlender Effekt schließt ein RLS jedoch nicht aus

Diagnose RLS wird anhand der klinischen Symptome gestellt. Die 4 essenziellen Kriterien beinhalten

  1. einen Bewegungsdrang der Beine meist assoziiert mit sensiblen Störungen unterschiedlicher Qualität oder Schmerzen,
  2. der ausschließlich in Ruhe und Entspannung auftritt und
  3. durch Bewegung gebessert wird oder sistiert
  4. Eine zirkadiane Rhythmik mit Überwiegen der Symptome am Abend und in der Nacht ist Teil der Erkrankung.

Literaturquellen

Restless-Legs-Syndrom

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1) Poeck,Hacke, Neurologie, Springer Verlag, 12.Auflage

2)Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 4. überarbeitete Auflage 2008, S. 654 ff, ISBN 978-3-13-132414-6; Georg Thieme Verlag Stuttgart


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