Renale Papillennekrose

Synonyme: Papillennekrose, Interstitielle Nephritis

Definition

Renale Papillennekrose

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  • Die renale Papillennekrose ist die Papillendestruktionen mit Ablagerung eines braunen lipofuszinartigen Pigments in die Papille
  • gleichzeitige Schrumpfung des Nierenparenchymns

Ätiologie

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Die Ursachen und Risikofaktoren der renalen Papillennekrose sind :

  • Diabetes mellitus
  • Leberzirrhose
  • Intoxikationen mit Blei, Cadmium, chron. Abusus von non-steroidal antiimflammatory drugs (NSIAD), Aminoglykosiden, Cephalosporinen
  • Infektiös (Sepsis, Begleitnephritis bei bakteriellen und viralen Infektionen)
  • Bestrahlung
  • Harnstauung, Refluxnephropathie
  • allergisch
  • Sichelzellenanämie

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der renalen Papillennekrose liegen derzeit keine Daten vor


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Folgende Hinweise sind von besonderer Bedeutung bei renaler Papillennekrose:

  • Schmerzmittelabusus?
  • Diabetes mellitus?
  • Koliken?
  • Flankenschmerzen?
  • Hämaturie?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der renalen Papillennekrose sind relevant :

  • Urin auf Mikro- oder Makrohämaturie untersuchen, meist Leukozyturie
  • Labor: unspezif. Entzündungszeichen, evtl. erhöhtes Kreatinin
  • Sonographie: verkalkte Papille
  • Röntgen: Verkalkung der Markpapillen, im Urogramm bei papillärer Form "Ringschattenbildung", bei medullärer Form "Höhlenbildung" in den Papillen, Abflussbehinderung durch Papillensequester

Klinik

Renale Papillennekrose

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Die renale Papillennekrose kann eine oder mehrere der folgenden Symptomen auslösen:

  • Symptome eines chron. Harnweginfektes
  • kolikartige Schmerzen bei Papillenabgängen und/oder Hämaturie
  • Abgeschlagenheit
  • subfebrile Temperaturen
  • dolente Nierenlager

Therapie

Renale Papillennekrose

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Die Behandlungsmöglichkeiten der renalen Papillennekrose umfassen folgendes:

  • Antibiose nach Antibiogramm, sonst kalkuliert z.B. Ampicillin 3 x 2 g/d
  • ggf. bessere Einstellung Diabetes mellitus
  • bei Schmerzmittelabusus Aufklärung der Pat. über negative Folgen
  • bei Stauung perkutane Nephrostomie und evtl. Ureteroskopie zur Entfernung der Nekrosemassen
  • bei Blutung möglichst konservativ (tamponiert sich selbst)
  • Ultima Ratio: Nephrektomie

Komplikationen

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  •  Phenacetinabusus begünstigt Entstehung von Nierenbeckentumoren (Retrograde Darstellung, Zytologie, evtl. auch CT/MRT)

Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise zur renalen Papillennekrose vor


Literaturquellen

Renale Papillennekrose

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban und Fischer
  • Sökelnad J, Schulze H, Rübben H - Urologie - Thieme

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