Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

Definition

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

Bearbeitungsstatus ?

Pseudotumor cerebri PTC ist eine intracerbrale Druckerhöhung bei:

  1. klinisch-neurologich normalem Untersuchungsbefund
  2. erhöhter Liquordruck
  3. Ausschluß anderer möglicher Erkrankungen (Tumor, vaskuläre Läsionen, Sinusthrombose)

Ätiologie

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Die Ursachen des Pseudotumors cerebri sind:

idiopathische intrakranielle Hypertension:

  • Übergewicht / Gewichtszunahme
  • mögl. Ursachen: hämatologische Störungen (Anämie), endokrinologische Genese (M. Addison, M. Cushin)

sekundärer PTC:

  • Liquor- überproduktion/zirkulationsstörungen
  • Liquorresorptionsstörung
  • venöse Druckerhöhung

Epidemiologie

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Der Pseudotumor cerebri ist selten.

  • F >> M ( 8:1 )
  • Inzidenz 1:100000
  • Übergewichtige, gebährfähige Frauen

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Beim Pseudotumor cerebri sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Sehstörungen? Visusverschlechterung?
  • häufige Kopfschmerzen?
  • Tinnitus?
  • Nackensteife?
  • Medikamentenanamnese
  • Gewichtsentwicklung

Diagnostik

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Zur diagnostischen Abklärung des Pseudotumors cerebri sind relevant:

  • Ophtalmoskopie/Perimetrie/Visus
  • CT: Ausschluss Raumforderung
  • Lumbale Liquordruckmessung
  • Suche nach sekundären Gründen: SVT, Sinusobstruktion

Klinik

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Der Pseudotumor cerebri kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Kopfschmerz: pulsierend, frontal oder occipital mit Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Augenbewegungsschmerz
  • Beidseitige Stauungspapille
  • Gesichtsfelddefekte
  • Abduzensparese

Therapie

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Pseudotumor cerebri umfassen folgendes:

Konservativ:

  • Rasche und nachhaltige Senkung des Liquordrucks per Lumbalpunktion!
  • Azetalzolamid: 2x250 - 1000 mg/Tag p.o.
  • Topiramat 25 - 100 mg/Tag off-label
  • Visus-Funduskontrolle
  • Kombination mit Furosemid 30-80 mg/Tag

Interventionell:

  • Lumboperitoneal und Ventrikuloperitoneale Shunts nach Risikoabwägung
  • Dekompression des N.opticus bei schnell progredienter Visusminderung

Komplikationen

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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Beim Pseudotumor cerebri kommen folgende Komplikationen vor:

  • Erblindung
  • Anhaltende neurologische Ausfälle

Zusatzhinweise

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Zum Pseudotumor cerebri liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Pseudotumor cerebri (gutartige intrazerebrale Druckerhöhung)

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  • Andreas Hufschmidt, Carl Hermann Lücking, Sebastian Rauer (2009) – Neurologie compact – Georg Thieme Verlag - Stuttgart, New York
  • AWMF – Leitlinie (2008) – Idiopathische intrakranielle Hypertension - Pseudotumor Cerebri
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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