Prurigo simplex acuta

Synonyme: Strophulus infantum, akute Prurigo, Urticaria papulosa infantum, Juckpöckchen

Definition

Prurigo simplex acuta

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akute, juckende Hauterkrankung im Kindesalter ohne Allgemeinsymptome


Ätiologie

Prurigo simplex acuta

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  • Epizoonose (Insektenstiche bzw. -bisse durch Flöhe, Milben, Stechmücken etc.)
  • Mögliche Ursachen: Infekte, Verdauungsstörungen, intestinale Parasiten 
  • Möglicherweise führt der Antigenkontakt durch Stich oder Biss zu einer kombinierten Typ-I- und Typ-IV-Reaktion nach Gell und Coombs
  • Triggerfaktoren: Irritanzien wie Heu und Pollen

Epidemiologie

Prurigo simplex acuta

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  • Manifestation zwischen dem 2. und 10. Lebensjahr
  • Jugendliche und Erwachsene neigen nur selten zu dieser Hautreaktion
  • v. a. im Sommer und Herbst mit Tendenz zur Selbstlimitierung

Differentialdiagnosen

Prurigo simplex acuta

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Anamnese

Prurigo simplex acuta

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  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? Alter des Patienten?
  • Was für Beschwerden? Fieber? Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens?
  • Juckreiz? Wann?
  • Verlauf? Schübe? polymorphes klinisches Bild?
  • Lokalisation der Effloreszenzen? 
  • Allergien?
  • Reiseanamnese?
  • Frühere Hauterkrankungen? bekannte Autoimmunerkrankung? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

Prurigo simplex acuta

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  • Anamnese
  • polymorphes klinisches Bild
  • Histopathologie:

- intraepidermale, frische Seropapel mit unspezifischem lymphozytärem Infiltrat in der Dermis, durchsetzt von eosinophilen Leukozyten

- Nach Zerkrantzen der Effloreszenz kommt es zu reaktiver Epidermishyperplasie mit Parakeratose und Serumeinlagerungen in der Hornhaut


Klinik

Prurigo simplex acuta

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  • Prädilektionsstellen: Stamm, Extermitäten, oft also bekleidete Körperregionen
  • Symptome: starker Juckreiz; Allgemeinsymptome sind in der Regel nicht vorhanden
  • Klinisches Bild:

- akut juckende, entzündlich gerötete urtikarielle Papeln mit einem zentralen Bläschen

- da die Erkrankung in Schüben verlaufen kann, findet man frische und ältere Effloreszenzen nebeneinander und damit nicht selten ein varizelliformes Erscheinungsbild

- nach Abheilung resultiert ein de- oder hyperpigmentierter Fleck

  • Verlauf: die Erkrankung kann in einem Schub, vielfach aber auch rezidivierend oder chronisch verlaufen

Therapie

Prurigo simplex acuta

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  • wichtig: Hygienische Pflege des Kindes, Wäschewechsel, Sanierung der Umgebung
  • topisch: Schüttelmixturen, Lotionen, Gele, Cremes mit Zusatz von Polidocanol (5 %), Menthol oder kurzfristig Glukokortikoide
  • systemisch: sedierende Antihistaminika

Komplikationen

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  • Impetiginisation infolge Staphylokokkeninfektion

Zusatzhinweise

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Literaturquellen

Prurigo simplex acuta

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  • Ingrid Moll (2005), Duale Reihe, Dermatologie, Thieme Verlag, 6. Auflage
  • Otto Braun-Falco, Helmut Heinrich Wolff (2005), Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag, 5. Auflage
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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