Prurigo gestationis

Synonyme: Juckreiz in der Schwangerschaft, Schwangerschafts-Juckreiz, Pruritus in der Schwangerschaft, Schwangeren-Pruritus

Definition

Prurigo gestationis

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Bei der Prurigo gestationis handelt es sich um eine Prurigo simplex acuta, die sich während der Schwangerschaft manifestiert.


Ätiologie

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  • Assoziation mit der intrahepatischen Cholestase während der Schwangerschaft und/oder mit einer atopischen Disposition möglich.
  • in einigen Fällen: familiäre Häufung.

Epidemiologie

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  • Die Inzidenz der Prurigo gestationis liegt bei etwa 1:300 bis 1:450 Schwangerschaften.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Prurigo gestationis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? Schwangerschaft?
  • Ist die Hauterkrankung bei der letzten Schwangerschaft aufgetreten?
  • Was für Beschwerden? Juckreiz? Brennen? Schmerzen? 
  • Lokalisation von den Hautveränderungen? 
  • Verlauf? Hat sich der Befund ausgebreitet? 
  • Vorherige Erkrankungen? Grunderkrankungen? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Allergien? Unverträglichkeiten? 
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Prurigo gestationis relevant:

  • Anamnese

Klinisches Bild

Probeexzision: unspezifische Histologie, Immunfluoreszenz negativ. Labor (unspezifisch): erhöhte IgE-Werte.


Klinik

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Die Prurigo gestationis wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Manifestation: im zweiten oder dritten Trimenon der Schwangerschaft.
  • Prädilektionsstellen: Abdomen, Extremitätenstreckseiten.
  • Effloreszenzen: gruppiert stehende, stark juckende, exkoriierte, verkrustete Papeln.
  • Beschwerden: Krankheitsgefühl, Nausea, Vomitus, Dunkelfärbung des Harns. 
  • Verlauf: Die Hautveränderungen heilen spontan nach der Entbindung ab.
  • Prognose: günstig; keine Gefährdung des Kindes.


Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Prurigo gestationis umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Aufklärung und Beruhigung der Patientin.

Topische Therapie:

  • blande, antipruriginiöse Externa wie z.B. Urea pura 5% in Unguentum emulsificans aquosum.
  • oder niedrig potente Glukokortikoide z.B. Hydrokortison oder Prednisolon in Cremegrundlage, 1- bis 2-mal/Tag dünn auf die betroffenen Hautareale auftragen.  

Systemische Therapie:

  • evtl. orale Antihistaminika: Levocetirizin 1x5mg/Tag. 

Komplikationen

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Bei der Prurigo gestationis treten folgende Komplikationen auf:

  • Kratzexkoriationen
  • bakterielle Superinfektion
  • Narbenbildung
  • Hyperpigmenierungen. 

Zusatzhinweise

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Zur Prurigo gestationis liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2004) Werner Rath - Erkrankungen in der Schwangerschaft - Georg Thieme Verlag
  2. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer Verlag, Heidelberg
  3. (2002) Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles - Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin - Springer Verlag
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  5. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
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  7. (2007) Peter Altmeyer - Dermatologische Differenzialdiagnose: Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
  8. (2002) Constantin E. Orfanos, Claus Garbe - Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  9. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  10. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag 
  11. (2003) P. Altmeyer, Th. Dirschka, R. Hartwig - Klinikleitfaden Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage
  12. (2005) Michael Hähndel, David James - Evidenzbasierte Geburtsmedizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  13. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  14. (1996) Carlos Thomas - Spezielle Pathologie - Schattauer Verlag

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